gedenken
GrammatikVerb · gedachte, hat gedacht
Aussprache
Worttrennungge-den-ken (computergeneriert)
Wortzerlegungge-denken
Wortbildung mit ›gedenken‹ als Erstglied: ↗Gedenkabend · ↗Gedenkausstellung · ↗Gedenkblatt · ↗Gedenkbuch · ↗Gedenkbüste · ↗Gedenkemein · ↗Gedenkfeier · ↗Gedenkgottesdienst · ↗Gedenkjahr · ↗Gedenkkundgebung · ↗Gedenkmarke · ↗Gedenkmarsch · ↗Gedenkmedaille · ↗Gedenkminute · ↗Gedenkmünze · ↗Gedenkort · ↗Gedenkplakette · ↗Gedenkrede · ↗Gedenkschrift · ↗Gedenksendung · ↗Gedenkstein · ↗Gedenkstunde · ↗Gedenkstätte · ↗Gedenktafel · ↗Gedenktag · ↗Gedenkveranstaltung · ↗Gedenkwoche
 ·  Ableitung von ›gedenken‹: ↗Gedenken
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmds., einer Sache gedenken gehoben an jmdn., etw. denken
Beispiele:
jmds. dankbar, liebevoll, herzlich, mit Ehrfurcht gedenken
er gedachte seines Vaters
der Toten gedenken
wir gedachten seiner, ihrer in Sorge
wir gedachten sein in Sorge veraltet
gedenke meiner! (= vergiß mich nicht!)
gedenke mein! (= vergiß mich nicht!) veraltet
wie gern gedenke ich jener Tage, da ...
Gedenkt unsrer / Mit Nachsicht [BrechtGedichte308]
Mit welcher Sehnsucht gedenke ich der Zeit, / wo mir eine Mark dreißig lebenswichtig waren [BennDestillationen23]
2.
gehoben etw. beabsichtigen, wollen
Beispiele:
wir gedenken, noch eine Weile zu bleiben
er gedachte, nicht an dieser Feier teilzunehmen
was gedenken Sie zu unternehmen, zu tun?
Ich schrieb auch einen Brief an Vater, in dem ich ihm kurz mitteilte, daß Hildegard und ich uns ... zu verloben gedächten [SchallückReineke275]
3.
veraltet jmdm. etw. nachtragen
Beispiel:
aber er wolle es [ihre Treulosigkeit] ihnen nicht weiter gedenken [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg1,397]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

denken · gedenken · nachdenken · nachdenklich · verdenken · Denker · Denkzettel
denken Vb. ‘geistig arbeiten, überlegen’, ahd. thenken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. denken, asächs. thenkian, afries. thanka, aengl. þencan, engl. to think, anord. þekkja (‘wahrnehmen, erkennen’), aschwed. þækkia, got. þagkjan. Das germ. jan-Verb (germ. *þankjan) steht als Kausativum im Ablaut (wie ↗Dank, ↗Gedanke, s. d.) zu einem Verb, das sich in ↗dünken (s. d.) fortsetzt. Es findet eine sichere außergerm. Entsprechung in lat. tongēre ‘kennen, wissen’ und kann mit diesem auf eine Wurzelform ie. *teng-, *tong- ‘denken, fühlen’ zurückgeführt werden. Das Prät. dachte und das Part. Prät. gedacht (beide mit Kürzung des Stammvokals) sind durch Ausfall von -n- und Ersatzdehnung entstanden (ahd. thāhta, githāht, mhd. dāhte, gedāht, aus germ. *þanht-). gedenken Vb. ‘an jmdn., etw. zurückdenken, sich erinnern, beabsichtigen’, ahd. githenken ‘an etw. denken’ (um 800), mhd. gedenken, auch ‘ausdenken, bestimmen, eingedenk sein, sich erinnern’, heute bes. einer Sache, eines Menschen gedenken sowie gedenken, etw. zu tun. nachdenken Vb. ‘eine Sache gründlich durchdenken, überlegen, erwägen’, (selten) ‘etw. in Gedanken nachvollziehen’ (15. Jh.); vgl. mhd. denken nāch ‘mit Gedanken nachfolgen, zurückdenken an’; nachdenklich Adj. ‘zu Überlegungen neigend, in Gedanken versunken, zum Nachdenken anregend’ (Mitte 17. Jh.). verdenken Vb. ‘übelnehmen, verübeln, verargen’ (meist verneint und in Verbindung mit können), ahd. firthenken ‘verachten, geringschätzen’ (8. Jh.), mhd. verdenken ‘(zu Ende) denken, erwägen, sich erinnern, Übles von jmdm. denken, jmdn. in Verdacht haben, verargen’ (s. ↗Verdacht). Denker m. ‘Philosoph’ (1. Hälfte 18. Jh. nach engl. thinker); vgl. vereinzeltes ahd. thenkāri (11. Jh.). Denkzettel m. ‘Merkzettel als Gedächtnishilfe’, übertragen ‘eindringliche Lehre in Form eines Verweises, einer Bestrafung’ (16. Jh.), vgl. rechtssprachliches mnd. denksed(d)del, -cēdel ‘Urkunde, Vorladung, Merkblatt’. Frühnhd. auch Gedenkzedele, -zettul (16. Jh.). S. ↗Zettel.

Thesaurus

Synonymgruppe
(auf etwas) aus sein · (die) Absicht hegen (etwas zu tun) · ↗(etwas) fixieren · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Ziel setzen · ↗(sich) konzentrieren (auf) · (zu tun) gedenken · ↗abzielen (auf) · alles tun, um zu · ↗anpeilen · ↗anstreben · ↗anvisieren · ↗beabsichtigen · ↗bezwecken · ↗erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · gewillt sein · ↗hinarbeiten (auf) · im Sinne haben · ↗intendieren · ringen um · streben nach · ↗vorhaben  ●  ↗(erreichen) wollen  Hauptform · (sich) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · hinter etwas her sein  ugs. · trachten nach  geh., veraltend · willens sein  geh.
Assoziationen
  • (einen) Plan fassen · ↗(sich etwas) vornehmen · (sich) Ziele setzen · (sich) Ziele stecken · ↗(sich) anschicken · ↗(sich) daranmachen · ↗festlegen · ↗planen · ↗vormerken  ●  in den Blick nehmen  fig. · Pläne schmieden  ugs. · ins Auge fassen  ugs.
  • (ein) gutes Wort einlegen (für) · (etwas) tun für · ↗(sich) bemühen (um) · ↗(sich) engagieren · (sich) starkmachen (für) · Partei ergreifen (für, gegen) · ↗agitieren (für, gegen) · eintreten für · ↗kämpfen (für, um) · ↗propagieren · ↗streiten (für) · ↗werben (für)  ●  (eine) Lanze brechen für  fig. · ↗(sich) einsetzen (für)  Hauptform · (sich) aus dem Fenster hängen (für)  ugs., fig.
  • (es) abgesehen haben auf · ↗(etwas) provozieren · ↗(etwas) wollen · aus sein auf · ↗suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.
  • (inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · (sich) verzehren nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · ↗begehren · begehren nach · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ↗ersehnen · fiebern nach · ↗gieren (nach) · ↗herbeisehnen · ↗herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · ↗verschmachten (nach) · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · (sich die) Finger lecken nach  fig. · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · (einen) Gieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · gelüsten nach  geh. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · ↗lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs.
Synonymgruppe
(einer Sache) gedenken · erinnern an
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfang Aufgeben Aufhören Augenblick Befreiung Dankbarkeit Ende Ergänzung Ersatz Gefallenen Gesetzgeber Gottesdienst Jahrestag Kranzniederlegung Linie Menschen Moment Opfer Rücktritt Schweigeminute Sonntag Toten Trauerfeier Traum Veranstaltungen du er ich sie wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gedenken‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so fühlen würde.
Die Zeit, 19.08.2013 (online)
Er gedachte die Stadt nach kurzer Rast wieder zu verlassen.
Weber, O.: Calvin. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 9012
Ihn grüßen wir von ganzem Herzen, seiner gedenken wir in tief empfundener Verehrung.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1944]
Was habe ich gedacht, fuhr es durch ihn, vorhin am Fenster?
Zeitler, Andreas: Eines Mannes beste Zeit. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 55
Was hatte ich denn das ganze letzte Jahr überhaupt gedacht?
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 139
Zitationshilfe
„gedenken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gedenken>, abgerufen am 11.12.2017.

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