gedrungen
Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungge-drun-gen (computergeneriert)
Wortbildung Ableitung von ›gedrungen‹: ↗Gedrungenheit
eWDG, 1967

Bedeutung

mittelgroß und breit
Beispiele:
ein Mensch von gedrungener Gestalt, Statur, mit gedrungenem Körperbau
ein gedrungener Mensch
er war von gedrungenem Wuchs
Er war ... sehr gedrungen gebaut [O. M. GrafUnruhe12]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dringen · dringend · gedrungen · dringlich · Dringlichkeit · aufdringen · aufdringlich · zudringlich
dringen Vb. ‘sich einen Weg verschaffen, verlangen, bestürmen’, ahd. thringan ‘drängen, zusammenpacken, -drücken’ (8. Jh.), mhd. mnd. dringen ‘flechten, weben, zusammendrücken, sich drängen’, asächs. thringan ‘mit Gewalt ausstoßen’, aengl. þringan ‘drängen, eilen, bedrücken’, mnl. dringhen, nl. dringen, anord. þryngva, þryngja ‘drängen, zwingen’, schwed. tränga weisen gegenüber got. þreihan ‘drängen’ grammatischen Wechsel (zwischen h und g) auf, s. auch ↗drängen. Germ. *þrenhan führt mit lit. treñkti ‘dröhnend stoßen, werfen, schleudern’, trañksmas ‘Gedränge’, aslaw. trǫtъ ‘Wache, Schar’, aruss. trutъ, trutь ‘Menge’, russ. (älter) trutít’ (трутить) ‘drücken, stoßen’ und wohl auch lat. truncāre ‘verstümmeln’ auf ie. *trenk- ‘stoßen, zusammendrängen, bedrängen’. Ein Zusammenhang mit ie. *ter(ə)-, der Wurzel von ↗drehen (s. d.), bleibt fraglich. Transitiver Gebrauch, seit dem Ahd. neben intransitivem gleichermaßen bezeugt, wird von ↗drängen (s. d.) allmählich übernommen, hält sich aber bis ins 18. Jh. dringend Part.adj. ‘eilig, wichtig, inständig’ (15. Jh.). gedrungen Part.adj. ‘fest, kompakt, kräftig’ vom Körperbau (15. Jh.). dringlich Adj. ‘dringend’ (15. Jh.); Dringlichkeit f. ‘Eiligkeit, Wichtigkeit’ (18. Jh.). aufdringen Vb. ‘aufnötigen’ zeugt noch von ehemals transitivem Gebrauch von dringen (ersetzt durch aufdrängen), mhd. ūfdringen ‘sich erheben, emporsprudeln’; aufdringlich und zudringlich Adj. ‘lästig, sich aufdrängend’ (beide 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
klein · ↗kompakt · ↗massiv · ↗stabil · zusammengedrängt
Synonymgruppe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bau Erscheinung Figur Flasche Form Gestalt Hals Kirchturm Körper Körperbau Leib Mann Nase Pferd Proportionen Rumpf Statur Säulen Turm Typ Wuchs kleine kräftige kurzen massigen mittelgroße muskulösen rundlichen wirkenden wuchtige

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gedrungen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt ist er 51, ein gedrungener Mann mit grauen Haaren, der es gewohnt ist, sich durchzusetzen.
Die Zeit, 07.04.2013, Nr. 14
Der gedrungene Mann wandte müde den schweren Kopf, und als er es endlich fertiggebracht hatte, ihn zu drehen, machte sich Entsetzen breit.
Süddeutsche Zeitung, 28.03.1994
Er war von ihrer Größe, hatte eine ähnlich gedrungene Gestalt.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 147
Dabei zwinkerte der gedrungene, beinahe kahle Mann mit beiden Augen ins Leere.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 285
Fest rieb sich der gedrungene Mann mit der Hand über den Nacken.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 102
Zitationshilfe
„gedrungen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gedrungen>, abgerufen am 21.11.2017.

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