gedrungen

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache  [gəˈdʀʊŋən]
Worttrennung ge-drun-gen
Wortbildung  mit ›gedrungen‹ als Grundform: ↗Gedrungenheit
eWDG

Bedeutung

mittelgroß und breit
Beispiele:
ein Mensch von gedrungener Gestalt, Statur, mit gedrungenem Körperbau
ein gedrungener Mensch
er war von gedrungenem Wuchs
Er war ... sehr gedrungen gebaut [ O. M. GrafUnruhe12]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dringen · dringend · gedrungen · dringlich · Dringlichkeit · aufdringen · aufdringlich · zudringlich
dringen Vb. ‘sich einen Weg verschaffen, verlangen, bestürmen’, ahd. thringan ‘drängen, zusammenpacken, -drücken’ (8. Jh.), mhd. mnd. dringen ‘flechten, weben, zusammendrücken, sich drängen’, asächs. thringan ‘mit Gewalt ausstoßen’, aengl. þringan ‘drängen, eilen, bedrücken’, mnl. dringhen, nl. dringen, anord. þryngva, þryngja ‘drängen, zwingen’, schwed. tränga weisen gegenüber got. þreihan ‘drängen’ grammatischen Wechsel (zwischen h und g) auf, s. auch ↗drängen. Germ. *þrenhan führt mit lit. treñkti ‘dröhnend stoßen, werfen, schleudern’, trañksmas ‘Gedränge’, aslaw. trǫtъ ‘Wache, Schar’, aruss. trutъ, trutь ‘Menge’, russ. (älter) trutít’ (трутить) ‘drücken, stoßen’ und wohl auch lat. truncāre ‘verstümmeln’ auf ie. *trenk- ‘stoßen, zusammendrängen, bedrängen’. Ein Zusammenhang mit ie. *ter(ə)-, der Wurzel von ↗drehen (s. d.), bleibt fraglich. Transitiver Gebrauch, seit dem Ahd. neben intransitivem gleichermaßen bezeugt, wird von ↗drängen (s. d.) allmählich übernommen, hält sich aber bis ins 18. Jh. dringend Part.adj. ‘eilig, wichtig, inständig’ (15. Jh.). gedrungen Part.adj. ‘fest, kompakt, kräftig’ vom Körperbau (15. Jh.). dringlich Adj. ‘dringend’ (15. Jh.); Dringlichkeit f. ‘Eiligkeit, Wichtigkeit’ (18. Jh.). aufdringen Vb. ‘aufnötigen’ zeugt noch von ehemals transitivem Gebrauch von dringen (ersetzt durch aufdrängen), mhd. ūfdringen ‘sich erheben, emporsprudeln’; aufdringlich und zudringlich Adj. ‘lästig, sich aufdrängend’ (beide 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
gedrungen · ↗klein · ↗kompakt · ↗massiv · ↗stabil · zusammengedrängt
Synonymgruppe
bullig · gedrungen · ↗kompakt (gebaut) · ↗stämmig · ↗untersetzt
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›gedrungen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gedrungen‹.

Verwendungsbeispiele für ›gedrungen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt ist er 51, ein gedrungener Mann mit grauen Haaren, der es gewohnt ist, sich durchzusetzen.
Die Zeit, 07.04.2013, Nr. 14
Er war von ihrer Größe, hatte eine ähnlich gedrungene Gestalt.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 147
Alle paar Meter sitzt eine gedrungene Apartmenttür in der fensterlosen Wand.
Die Welt, 30.01.2004
Die kürzere vierkantige Esse, die, von einer gedrungenen Basis aufsteigend, sich nach oben verjüngte, stieß auch aus ihrem eigenen Mundloch Rauch aus.
Boy-Ed, Ida: Vor der Ehe. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 3178
Aus dem mit groben Schindeln gedeckten Dach streckte sich ein gedrungener Kamin hervor.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 103
Zitationshilfe
„gedrungen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gedrungen>, abgerufen am 28.02.2021.

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