gefährden

GrammatikVerb · gefährdet, gefährdete, hat gefährdet
Aussprache
Worttrennungge-fähr-den
Wortbildung mit ›gefährden‹ als Erstglied: ↗Gefährder  ·  mit ›gefährden‹ als Letztglied: ↗versetzungsgefährdet  ·  mit ›gefährden‹ als Grundform: ↗gefährdend · ↗gefährdet
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn., etw. in Gefahr bringen
Beispiele:
jmdn. (nicht) unnütz gefährden
der Fahrer hat durch sein fahrlässiges Verhalten viele Mitreisende, Menschenleben ernstlich gefährdet
sein eigenmächtiges, unkluges Handeln hat das ganze Unternehmen, die Sicherheit, seinen Ruf gefährdet
ein aufbrechender Sturm konnte das ganze Werk gefährden [StormSchimmelr.7,241]
gefährdetbedroht
Grammatik: oft im Part. Prät.
Beispiele:
(sittlich) gefährdete Jugendliche
die Versetzung ist gefährdet (= fraglich)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gefahr · gefährden · gefährlich · Fährnis
Gefahr f. ‘drohendes Unheil’, mhd. gevāre ‘Hinterlist, Betrug’ ist eine verstärkende Präfixbildung zu ahd. fāra ‘Hinterhalt, Versuchung, Nachstellung, Aufstand, Hinterlist’ (9. Jh.), mhd. vāre ‘Nachstellung, Hinterlist, Falschheit, Betrug, Gefahr, Begierde, Furcht’, nhd. Fahr (noch bis ins 18. Jh.), asächs. fār, fāra ‘Nachstellung, Aufruhr’, mnd. vāre, mnl. vāre, vaer, aengl. fǣr, engl. fear ‘Furcht, zu befürchtende Gefahr’, anord. fār ‘Feindschaft, Gefahr, Schaden, Falschheit’; vgl. dazu got. fērja ‘Aufpasser’ sowie (vom Substantiv abgeleitet) ahd. fārēn ‘auflauern, nachstellen, streben, trachten’ (8. Jh.), mhd. vāren ‘feindlich trachten, nachstellen, streben, fürchten’, das noch in nhd. willfahren (s. ↗Wille) weiterlebt. Alle Formen lassen sich wohl mit griech. pé͞ira (πεῖρα) ‘Erfahrung, Versuch’, peirā́n (πειρᾶν) ‘versuchen’, lat. experīrī ‘versuchen, prüfen’, perīculum ‘Versuch, Probe, Gefahr, Prozeß, Anklage’ auf die Wurzel ie. *per- in der Bedeutung ‘versuchen, probieren, riskieren, Gefahr’ zurückführen, wobei eine Bedeutungsentwicklung von ‘hinterlistiger Versuch’ über ‘Nachstellung’ zu ‘drohendes Unheil’ anzunehmen ist. gefährden Vb. ‘in Gefahr bringen’, spätmhd. geværden, zu mhd. geværde ‘Hinterlist, Betrug’, nhd. Gefährde (bis 18. Jh.), mit Dentalsuffix abgeleitet von ahd. gifārēn (9. Jh.), mhd. gevāren ‘nachstellen, streben’, eine durch Präfix verstärkte Weiterbildung von ahd. fārēn, mhd. vāren (s. oben). Vgl. auch (im Nhd. kaum noch übliches) mhd. gevære ‘Betrug, Hinterlist, böse Absicht’ (s. ↗ungefähr). gefährlich Adj. ‘unheilbringend, gefahrvoll’, mhd. geværlich; daneben auch mhd. værlich, vgl. ahd. fārlihho Adv. ‘hinterlistig, verfänglich’ (8. Jh.). Eine altertümelnde Neubildung gehobener Sprache zum Wortstamm fahr- ist Fährnis f. ‘Gefährlichkeit, Bedrohung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufs Spiel setzen · gefährden · ↗riskieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ansicht Arbeitsplatz Aufschwung Bestand Demokratie Einsatz Erfolg Erfüllung Erholung Existenz Fortbestand Friede Frieden Friedensprozeß Fußgänger Gesundheit Glaubwürdigkeit Menschenleben Ordnung Preisstabilität Sicherheit Stabilität Unabhängigkeit Versorgung Weltfrieden Wettbewerbsfähigkeit Zusammenhalt ernsthaft nicht Überleben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gefährden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch eine schwarz-gelbe Regierung werde zukunftsträchtige Jobs im Land nicht gefährden wollen.
Die Welt, 25.05.2005
Nein, ich bleibe bei dem Mann, sonst gefährde ich ihn.
Der Tagesspiegel, 30.08.2003
Wenn die Sozialisten jetzt wieder an die Macht kämen, würden sie die Stabilität gefährden.
Der Spiegel, 06.03.2000
Sie wollen damit sagen, es würde Ihr Boot gefährdet haben, wenn Sie es getan hätten?
o. A.: Vierunddreißigster Tag. Dienstag, den 15. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 8839
Wenn der Inhalt des Buches einer fremden Macht bekannt wurde, dann war selbstverständlich das Wohl des Deutschen Reiches gefährdet.
Friedländer, Hugo: Prozeß wegen Landesverrats. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 19027
Zitationshilfe
„gefährden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gefährden>, abgerufen am 15.11.2019.

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