gefällig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungge-fäl-lig (computergeneriert)
Grundformgefallen1
Wortbildung mit ›gefällig‹ als Erstglied: ↗Gefälligkeit · ↗gefälligerweise  ·  mit ›gefällig‹ als Letztglied: ↗gottgefällig · ↗selbstgefällig · ↗ungefällig · ↗wohlgefällig
 ·  mit ›gefällig‹ als Grundform: ↗gefälligst
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
zu einem Gefallen, einer uneigennützigen Hilfeleistung gern bereit
Beispiele:
er ist ein gefälliger Mensch und hilft Ihnen bestimmt
jmdm. gefällig sein
ich kann Ihnen leider nicht gefällig sein!
er war stets gefällig und zuvorkommend
2.
gefallend, anziehend, ansprechend
Beispiele:
er hat ein gefälliges Wesen, gefällige Umgangsformen
ein gefälliges Betragen
ein gefälliges Muster
dieses Kleid ist eine gefällige Kombination
die Ware wird in einer gefälligen Verpackung angeboten
wir essen um acht, wenn's gefällig (= recht) ist
Zucker gefällig, eine Zigarette gefällig? (= möchten Sie Zucker, eine Zigarette?)
Kaufmannssprache, höflich in Bitten
Beispiele:
meinen Kunden zur gefälligen Beachtung, Ansicht!
zur gefälligen Benutzung!
veraltet, höflich bei einer Anfrage
Beispiele:
wenn es Euch gefällig ist, so behaltet es
Wenn's gefällig wäre, so ... begleitet mich [Storm7,325]
3.
umgangssprachlich
Beispiele:
hier ist vielleicht was gefällig (= hier gehtʼs lustig zu)
da ist noch was gefällig (= ist noch einiges zu erwarten, fällig)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gefallen · gefällig · Gefälligkeit · Gefallsucht
gefallen Vb. ‘zusagen, anziehend, angenehm, hübsch sein’, ahd. gifallan ‘fallen, zufallen, zuteil werden, zutreffen, zusagen’ (um 800), mhd. mnd. mnl. nl. gevallen, aengl. gefeallan stehen als Präfixbildungen zu dem unter ↗fallen (s. d.) angeführten Verb. Die im Nhd. allein herrschende Bedeutung ist von (durch den Fall der Würfel oder das Los) ‘zufallen, zuteil werden’ und daher ‘angenehm sein’ herzuleiten (s. ↗Fall); vgl. mhd. mir gevellet eʒ wol eigentlich ‘ich habe ein gutes Los gezogen, Glück gehabt’ (schon ahd. wol gifallan). gefällig Adj. ‘zuvorkommend, hilfsbereit, angenehm, hübsch’, ahd. gifellīg ‘gelegen, geeignet, recht’ (um 1000), mhd. gevellec, -vellic ‘angemessen, möglich, günstig, gefallend’. Gefälligkeit f. ‘Hilfe, Entgegenkommen’, mhd. gevellekeit ‘was gefällt, Gunst’. Gefallsucht f. ‘ausgeprägter Drang zu gefallen, Eitelkeit’ (18. Jh.; s. ↗Sucht), zuerst Übersetzungswort für ↗Koketterie (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
angenehm · gefällig
Synonymgruppe
entgegenkommend · gefällig · ↗gnädig · ↗großherzig · ↗großmütig · ↗gütig · ↗kulant · ↗mild · ↗milde · ↗sanftmütig  ●  ↗wohlwollend  Hauptform · ↗huldvoll (oft ironisch)  geh., veraltend
Assoziationen
Synonymgruppe
anlockend · ↗ansprechend · ↗anziehend · ↗attraktiv · bestrickend · betörend · ↗bezaubernd · gefällig · ↗herzig · hinreißend · ↗liebenswert · ↗reizend · ↗reizvoll · ↗verführerisch · verlockend · ↗zauberhaft · zum Anbeißen  ●  ↗anmächelig  ugs., schweiz.
Assoziationen
Synonymgruppe
charmant · ↗freundlich · gefällig · ↗nett
Synonymgruppe
angenehm · ↗ansprechend · ↗einladend · gefällig · ↗nett · ↗willkommen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arrangement Aufmachung Aussehen Bedienung Design Kenntnisnahme Kombinationsspiel Kurzpassspiel Layout Melodie Melodik Optik Rundung Selbstbedienung Selbstbespiegelung Selbstdarstellung Spielanlage Spielaufbau Wandschmuck Wohlklang allseits dekorativ eingängig glatt handlich kombinieren kombinierend selbstgefällig verpackt Äußere

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gefällig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das überwiegend gefällige Stück bildete den ersten Teil des Programms.
Die Welt, 11.04.2001
Das wird mit sicherlich moderneren Mitteln sein, vielleicht auch nicht immer so ganz gefällig.
Der Tagesspiegel, 25.09.1998
Man begann, ihn mit einem Lächeln zu grüßen, er nickte gefällig.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 20
Sie werden mich immer bereit finden, Ihnen, soweit es möglich ist, gefällig zu sein.
Kafka, Franz: Das Schloß. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10401
Da wir gute Kunden beim Bäcker wurden, war er geneigt, uns gefällig zu sein.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7082
Zitationshilfe
„gefällig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gefällig>, abgerufen am 13.12.2018.

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