Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

gefallen

Grammatik Verb · gefällt, gefiel, hat gefallen
Aussprache 
Worttrennung ge-fal-len
Wortbildung  mit ›gefallen‹ als Erstglied: Gefallsucht · gefallsüchtig  ·  mit ›gefallen‹ als Grundform: gefällig
eWDG

Bedeutung

etw., jmd. sagt jmdm. zu, spricht jmdn. an
Beispiele:
das Bild, Gedicht gefällt mir gut, gar nicht
der Künstler, Film, das Programm hat uns allen gefallen
es hat mir an der See, in Berlin ausgezeichnet gefallen
so etw. gefällt dem Publikum
saloppseine Nase gefällt mir nicht (= er gefällt mir nicht)
umgangssprachlichdu gefällst mir heute gar nicht, willst mir gar nicht gefallen (= machst auf mich den Eindruck, als wärst du krank)
umgangssprachlichsie war ein hübsches Mädchen und wusste zu gefallen
umgangssprachlichErlaubt ist, was gefällt [ GoetheTassoII 1]
sich [Dativ] in etw. gefallenetw. gern herauskehren
Beispiele:
er gefällt sich in Übertreibungen, in der Rolle des Gastgebers
gefiel ich mir in einer komischen … Gelehrsamkeit [ G. KellerGr. Heinrich4,252]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gefallen · gefällig · Gefälligkeit · Gefallsucht
gefallen Vb. ‘zusagen, anziehend, angenehm, hübsch sein’, ahd. gifallan ‘fallen, zufallen, zuteil werden, zutreffen, zusagen’ (um 800), mhd. mnd. mnl. nl. gevallen, aengl. gefeallan stehen als Präfixbildungen zu dem unter fallen (s. d.) angeführten Verb. Die im Nhd. allein herrschende Bedeutung ist von (durch den Fall der Würfel oder das Los) ‘zufallen, zuteil werden’ und daher ‘angenehm sein’ herzuleiten (s. Fall); vgl. mhd. mir gevellet eʒ wol eigentlich ‘ich habe ein gutes Los gezogen, Glück gehabt’ (schon ahd. wol gifallan). gefällig Adj. ‘zuvorkommend, hilfsbereit, angenehm, hübsch’, ahd. gifellīg ‘gelegen, geeignet, recht’ (um 1000), mhd. gevellec, -vellic ‘angemessen, möglich, günstig, gefallend’. Gefälligkeit f. ‘Hilfe, Entgegenkommen’, mhd. gevellekeit ‘was gefällt, Gunst’. Gefallsucht f. ‘ausgeprägter Drang zu gefallen, Eitelkeit’ (18. Jh.; s. Sucht), zuerst Übersetzungswort für Koketterie (s. d.).

Typische Verbindungen zu ›gefallen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gefallen‹.

Verwendungsbeispiele für ›gefallen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn dieses Zeichen zu einem Ort wird, hat der Architekt der Stadt einen Gefallen getan. [Der Tagesspiegel, 21.11.2000]
Ich konnte ihr nicht den Gefallen tun, ich war zu schwach. [Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 74]
Gern hätte sie ihm den Gefallen getan, nichts von diesen Dingen zu erzählen. [Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 120]
Und wenn Du regelmäßig daran teilnimmst, tust Du mir einen großen Gefallen. [Brief von Ernst G. an Irene G. vom 18.07.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Sie tat ihm nicht den Gefallen, nach den sonderbaren Hundemasken zu fragen. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 318]
Zitationshilfe
„gefallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gefallen#1>.

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gefallen

Aussprache 
Worttrennung ge-fal-len
eWDG

Bedeutung

sich [Dativ] etw. gefallen lassenetw. ohne Aufbegehren hinnehmen
Beispiele:
er lässt sich immer alles gefallen
er ließ es sich ruhig gefallen, dass alle ihn neckten, hänselten
ich lasse mir das nicht länger gefallen!
umgangssprachlich, scherzhaftso eine Feier lass ich mir gefallen! (= schätze ich sehr!)
Wie lange willst du dir das alles gefallen lassen? [ SchallückReineke252]
sich [Dativ] jmdn. gefallen lassen
Beispiel:
als harmlose alte Jungfer ließ man sich sie gefallen [ Roda RodaCicerone28]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gefallen · gefällig · Gefälligkeit · Gefallsucht
gefallen Vb. ‘zusagen, anziehend, angenehm, hübsch sein’, ahd. gifallan ‘fallen, zufallen, zuteil werden, zutreffen, zusagen’ (um 800), mhd. mnd. mnl. nl. gevallen, aengl. gefeallan stehen als Präfixbildungen zu dem unter fallen (s. d.) angeführten Verb. Die im Nhd. allein herrschende Bedeutung ist von (durch den Fall der Würfel oder das Los) ‘zufallen, zuteil werden’ und daher ‘angenehm sein’ herzuleiten (s. Fall); vgl. mhd. mir gevellet eʒ wol eigentlich ‘ich habe ein gutes Los gezogen, Glück gehabt’ (schon ahd. wol gifallan). gefällig Adj. ‘zuvorkommend, hilfsbereit, angenehm, hübsch’, ahd. gifellīg ‘gelegen, geeignet, recht’ (um 1000), mhd. gevellec, -vellic ‘angemessen, möglich, günstig, gefallend’. Gefälligkeit f. ‘Hilfe, Entgegenkommen’, mhd. gevellekeit ‘was gefällt, Gunst’. Gefallsucht f. ‘ausgeprägter Drang zu gefallen, Eitelkeit’ (18. Jh.; s. Sucht), zuerst Übersetzungswort für Koketterie (s. d.).

Typische Verbindungen zu ›gefallen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gefallen‹.

Verwendungsbeispiele für ›gefallen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und selbst wenn sie dem zustimmt, wird er es sich, obwohl es ihn ärgert, gefallen lassen. [Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 59]
Ich bin nicht gesonnen, mir das weiter gefallen zu lassen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1954]]
Die junge Frau fand sofort Gefallen an dem lebhaften Tier. [Die Welt, 11.08.2005]
Um diese Zeit fing er an, an den Frauen Gefallen zu finden. [Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Grafen Komarowski vor dem Schwurgericht zu Venedig. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 862]
Vorläufig muß E. noch viel in der Küche sein, hat aber Gefallen an dem Mädel. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 136]
Zitationshilfe
„gefallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gefallen#2>.

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