Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

geflissentlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ge-flis-sent-lich
eWDG

Bedeutung

deutlich sichtbar, absichtlich
Beispiele:
jmdn., etw. geflissentlich übersehen, ignorieren
jmdm. geflissentlich aus dem Weg gehen
etw. geflissentlich vermeiden, zur Schau tragen
wir ertrugen die Beschwerden mit geflissentlich strahlender Miene [ Bergengr.Rittmeisterin163]
selten
Grammatik: attributiv
Beispiel:
diese geflissentliche Schweigsamkeit bestärkte die Leute darin [ LuserkeErzwungener Bruder50]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fleiß · befleißen · befleißigen · beflissen · geflissentlich · fleißig
Fleiß m. ‘Eifer, Arbeitsamkeit’, ahd. flīʒ ‘Kampf, Streit, körperliche Anstrengung, geistige Anspannung, Übereifer’ (8. Jh.), mhd. vlīʒ, vlieʒ ‘Beflissenheit, Eifer, Sorgfalt’, asächs. flīt, mnd. vlīt, mnl. nl. vlijt, aengl. flīt bleiben ohne sichere Anschlußmöglichkeiten. Während ahd. und mhd. der umfassendere Sinn ‘Eifer, Anstrengung, Sorgfalt’ gilt, überwiegt in neuerer Zeit die Bedeutung ‘Arbeitsamkeit’. Die ursprüngliche Bedeutung hat sich erhalten in der Wendung etw. mit Fleiß (‘mit voller Absicht’) tun sowie in den reflexiven Verben befleißen und befleißigen ‘sich bemühen’ (15. Jh.). Reste eines starken Verbs ahd. flīʒan ‘kämpfen, streiten, sich körperlich und geistig anstrengen’ (8. Jh.), mhd. vlīʒen ‘eifrig sein, sich bemühen’, asächs. -flītan, mnd. mnl. vlīten, aengl. flītan sind erhalten in beflissen Part.adj. ‘eifrig, emsig’ (16. Jh.; älter beflissen sein, Ende 15. Jh.) und geflissentlich Adv. ‘mit Eifer, mit Bedacht’ (18. Jh.), ohne Gleitlaut geflissenlich (16. Jh.). fleißig Adj. ‘arbeitsam’, ahd. flīʒīg ‘körperlich angestrengt, eifrig bemüht’ (9. Jh.), mhd. vlīʒec, vlīʒic ‘eifrig, sorgfältig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ganz) bewusst · absichtlich · gewollt · gezielt · in voller Absicht · mit Absicht · mit voller Absicht · mutwillig · willentlich · wissentlich  ●  mit Vorsatz  juristisch · vorsätzlich  juristisch · absichtsvoll  geh. · extra  ugs. · geflissentlich  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›geflissentlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geflissentlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›geflissentlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um Herrn Berg Zeit zur Entwicklung zu lassen, richteten sie einstweilen geflissentlich nicht das Wort an ihn. [Ginster [d.i. Siegfried Kracauer]: Gesellschaft 1920. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 206]
Pitt zeigte geflissentlich, daß ihm nichts daran lag, mit ihr zusammenzukommen. [Huch, Friedrich: Pitt und Fox, München: Langewiesche-Brandt 1910 [1909], S. 322]
Alle machen geflissentlich auf Party, aber die Mädchen sind nun wirklich nicht hier, um sich zu amüsieren. [Süddeutsche Zeitung, 15.03.2002]
Die Verpflichtung, die daraus erwachsen ist, haben sie geflissentlich übersehen. [Süddeutsche Zeitung, 27.12.2001]
Wenige wollten mit ihr gesehen werden, ja, auf der Straße übersahen einige sie geflissentlich. [Süddeutsche Zeitung, 26.03.1994]
Zitationshilfe
„geflissentlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/geflissentlich>.

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