gehörig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungge-hö-rig
Wortzerlegunggehören-ig
Wortbildung mit ›gehörig‹ als Letztglied: ↗ungehörig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
gehoben zu etw., jmdm. gehörigeinen Teil von etw. bildend, zu jmdm. gehörend, dazugehörig
Beispiele:
eine Frage als nicht zur Sache gehörig zurückweisen
nicht zur Familie gehörige Personen
wie Judith sich mit dem Pfarrer unterhielt, angenehm ehrerbietig, aber doch gesellschaftlich zu ihm gehörig [AnderschSansibar126]
2.
wie es sein soll, gebührend
Beispiele:
jmdm. die gehörige Achtung erweisen
er hat die gehörige Strafe erhalten
eine Arbeit mit dem gehörigen Eifer beginnen
den gehörigen Abstand halten
die gehörige Form für etw. finden
seine gehörige Ruhe, Bequemlichkeit haben
zur gehörigen Zeit, gehörigen Ortes etw. vorbringen
etw. gehörig vorbereiten
denn auch die Torte soll noch den gehörigen Platz vorfinden [WaggerlJahr184]
Wenn du's mir nicht gehörig sagst, so mag ich lieber gar nichts mehr hören [FedererBerge362]
3.
umgangssprachlich tüchtig, gründlich
Beispiele:
jmdn. gehörig anranzen, verprügeln
jmdm. ganz gehörig die Meinung sagen
salopp jmdm. gehörig den Marsch blasen
gehörig aufpassen
einen gehörigen Rausch, Schwips haben
Martin prahlte gehörig mit seinem neuen Können [WelkHeiden199]
Es dauerte lang und wir tranken gehörig dabei [Erh. KästnerZeltbuch111]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehören · gehörig · angehören · angehörig · Angehörige
gehören Vb. ‘in Besitz sein’, reflexiv ‘sich gebühren, geziemen’, ahd. gihōren ‘hören, vernehmen, an-, erhören, zuhören, gehorchen’ (8. Jh.), mhd. gehœren, asächs. gihōrian, mnd. gehōren, aengl. gehīeran, gehēran, got. gahausjan sind verstärkende Präfixbildungen zu dem unter ↗hören (s. d.) behandelten Verb. Noch in mhd. Zeit gilt die Bedeutung vom Simplex hören, nämlich ‘akustisch wahrnehmen, vernehmen’, auch ‘zuhören, gehorchen’, woraus sich im 14. Jh. der Sinn der Zugehörigkeit (zu einer Familie und dgl.) und des Besitzes und Eigentums entwickelt. Aus dem rechtlichen Anspruch auf Besitz erklärt sich die Bedeutung ‘zukommen, gebühren, geziemen’. gehörig Adj. ‘gehörend, gebührend, ordentlich’ (15. Jh.), ahd. gihōrīg (8. Jh.), mhd. gehœrec ‘folgsam, gehorchend’. angehören Vb. ‘zu eigen sein, Teil von etw. sein’, mhd. anegehœren; dazu angehörig Adj. ‘dazu gehörend’ (15. Jh.), substantiviert Angehörige Plur. ‘(Familien)mitglieder, Verwandte’ (16. Jh.). zugehörig Adj. ‘Teil eines Ganzen bildend, dazu gehörend’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bodenständig · gehörig · ↗kernig · ↗rustikal · ↗urig · ↗urwüchsig · ↗zünftig  ●  ↗waschecht  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
gehörig · ↗gründlich · von vorne bis hinten  ●  nach allen Regeln der Kunst  fig. · (aber) so was von  ugs., salopp, Spruch · ... (und / aber) frag nicht nach Sonnenschein!  ugs., Spruch · ganz schön  ugs. · nach Strich und Faden  ugs. · ↗weidlich  geh., veraltend · wo man dabeisteht  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
angemessen · ↗gebührend · gehörig · ↗geziemend · ↗ordentlich · ↗ordnungsgemäß · ↗regelkonform · ↗zutreffend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstand Batzen Denkzettel Dosis Dämpfer Maß Mitschuld Nachdruck Portion Prise Quantum Respekt Rüffel Schreck Schrecken Schuß Sicherheitsabstand Skepsis Tracht Verspätung Wirbel anstrengen aufmischen danebenliegen durcheinanderbringen durcheinandergeraten durcheinanderwirbeln einheizen wirbeln zusetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gehörig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus alledem plus einer gehörigen Portion überschüssiger Energie.
Der Tagesspiegel, 02.02.2001
Wenn sie also weiter bestehen soll, muß sie sich gehörig erneuern.
Süddeutsche Zeitung, 25.08.1997
Noch 1451 bezeichnet man ihn als zur Chapel Royal gehörig.
Harrison, Frank Ll.: Sturgeon. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 44567
Über ihre gefährdete Stellung jagte er ihr einen gehörigen Schrecken ein.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 299
Wir nennen die hierher gehörigen elementaren Inhalte des Bewußtseins Empfindungen.
Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe - E. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 28197
Zitationshilfe
„gehörig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gehörig>, abgerufen am 26.04.2019.

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