Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

gehen

Grammatik Verb · geht, ging, ist gegangen
Aussprache  [ˈgeːən]
Worttrennung ge-hen
Wortbildung  mit ›gehen‹ als Erstglied: Gehbahn · Gehbehinderung · Gehbewegung · Geher · Gehfalte · Gehfehler · Gehhilfe · Gehpause · Gehpelz · Gehrock · Gehsteig · Gehstock · Gehstrecke · Gehstörung · Gehverband · Gehversuch · Gehweg · Gehweise · Gehweite · Gehwerk · Gehwerkzeug · Gehwettbewerb · gehbehindert · gehen lassen · gehenlassen · gehfähig
 ·  mit ›gehen‹ als Letztglied: abgehen · abwärtsgehen · angehen · aufgehen · aufwärtsgehen · auseinandergehen · ausgehen · auswärtsgehen · bankrottgehen · begehen · beigehen · dahingehen · danebengehen · darangehen · davongehen · dazwischengehen · draufgehen · drauflosgehen · durcheinandergehen · durchgehen · eingehen · einhergehen · einiggehen · einwärtsgehen · emporgehen · entgegengehen · entlanggehen · entzweigehen · ergehen · fehlgehen · flöten gehen · fortgehen · fremdgehen · geradegehen · gut gehen · gutgehen · heimgehen · herabgehen · herangehen · heraufgehen · herausgehen · hereingehen · hergehen · herniedergehen · herumgehen · heruntergehen · hervorgehen · herübergehen · hinabgehen · hinaufgehen · hinausgehen · hindurchgehen · hineingehen · hingehen · hinterdreingehen · hintergehen · hinterhergehen · hinuntergehen · hinweggehen · hinübergehen · hochgehen · irregehen · kaputtgehen · langgehen · losgehen · mitgehen · nachgehen · nahegehen · niedergehen · pleitegehen · rangehen · rausgehen · reingehen · runtergehen · rübergehen · rückwärtsgehen · schief gehen · schiefgehen · sichergehen · spazieren gehen · stiften gehen · umgehen · umhergehen · untergehen · vergehen · verloren gehen · verlorengehen · verschüttgehen · vorangehen · voraufgehen · vorausgehen · vorbeigehen · vorgehen · vorwärtsgehen · vorübergehen · weggehen · weitergehen · zergehen · zugehen · zurückgehen · zusammengehen · übergehen
 ·  mit ›gehen‹ als Binnenglied: Bettgeher · Fußgeher · aufrechtgehend · richtig gehend · richtiggehend · schlecht gehend · schlechtgehend · seegehend · tief gehend · tiefgehend · weit gehend · weitgehend
 ·  mit ›gehen‹ als Grundform: Gang1 · Gehen
Mehrwortausdrücke  am Zahnfleisch gehen · an die Decke gehen · an die Nieren gehen · auf Distanz gehen · auf Talfahrt gehen · auf Tuchfühlung gehen · auf dem Zahnfleisch gehen · auf die Kappe von jmdm. gehen · auf jmds. Kappe gehen · auf keine Kuhhaut gehen · aus dem Leim gehen · aus den Fugen gehen · aus den Nähten gehen · baden gehen · den Weg alles Irdischen gehen · die Extrameile gehen · durch dick und dünn gehen · durch die Decke gehen · durch die Lappen gehen · einen Schritt zu weit gehen · es geht um die Wurscht · es geht um die Wurst · es geht ums Ganze · gegangen werden · geh mir aus den Augen! · gehen wie geschnitten Brot · in Ordnung gehen · in Sack und Asche gehen · in den Bankrott gehen · in den Eimer gehen · in den Keller gehen · in den Tod gehen · in die Breite gehen · in die Brüche gehen · in die Hose gehen · in die Hosen gehen · in die Miesen gehen · ins Auge gehen · ins Minus gehen · ins Risiko gehen · jmdm. auf den Keks gehen · jmdm. auf den Kranz gehen · jmdm. auf den Nerv gehen · jmdm. auf den Sack gehen · jmdm. auf den Sender gehen · jmdm. auf den Senkel gehen · jmdm. auf den Wecker gehen · jmdm. auf den Zeiger gehen · jmdm. auf die Eier gehen · jmdm. auf die Nerven gehen · jmdm. auf die Senkel gehen · jmdm. geht der Arsch auf Grundeis · jmdm. geht die Düse · jmdm. geht die Muffe · jmdm. leicht von der Hand gehen · jmdm. nicht von der Pelle gehen · jmdm. schnell von der Hand gehen · jmdm., etw. auf den Leim gehen · jmdm., etw. zu Leibe gehen · mit dem Kopf durch die Wand gehen · mit etw. hausieren gehen · mit offenen Augen durch die Welt gehen · sich durch die Lappen gehen lassen · sich nicht durch die Lappen gehen lassen · steil gehen · viral gehen · von der Fahne gehen · von uns gegangen sein · vor Anker gehen · vor die Hunde gehen · weggehen wie geschnitten Brot · zu Bruch gehen · zu Grund gehen · zu Grunde gehen · zugrunde gehen · zum Lachen in den Keller gehen · über den Jordan gehen · über den Ladentisch gehen · über den Tisch gehen · über die Bühne gehen · über die Hutschnur gehen · über die Ladentheke gehen · über die Regenbogenbrücke gehen · über die Theke gehen · über die Wupper gehen · übern Jordan gehen
eWDG

Bedeutungen

1.
sich zu Fuß fortbewegen
Beispiele:
wenn ich nicht mitfahren kann, gehe ich
das Kind lernt gehen
langsam, schnell, aufrecht, barfuß, eingehakt, rückwärts, vorwärts, geradeaus, straßauf, straßab gehen
es geht sich angenehm im Park
ein paar Schritte, drei Kilometer, zwei Stunden, die Straße hinunter, ein Stück, einen Gang, den gleichen Weg, (ruhig) seines Wegs gehen
wo ich gehe und stehe, denke ich daran (= ich denke immer daran)
er alarmierte die Polizei, wie er ging und stand (= sofort, ohne Aufenthalt oder Vorbereitungen)
sprichwörtlichwer langsam geht, kommt auch zurecht
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »an«
Beispiel:
an jmds. Arm, Seite, am Stock gehen
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
auf den Zehen, Fußspitzen, Händen, auf Krücken, auf allen Vieren gehen
auf der rechten Seite gehen
Grammatik: in Verbindung mit »durch«
Beispiele:
durch den Wald, den Abend gehen
Wenn wir sonntags durch die Felder gehn [ R. Dehmel2,171]
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiele:
Arm in Arm gehen
in einer Reihe, im Zickzack, Gänsemarsch, Schritt, Trab gehen
Grammatik: in Verbindung mit »über«
Beispiel:
über die Straße gehen
Grammatik: in Verbindung mit »um«
Beispiel:
Und ein Mensch geht um die Ecke / den man Mackie Messer nennt [ BrechtMackie Messer]
bildlich
Beispiele:
er geht seine eigenen Wege
den Weg des geringsten Widerstandes, den Weg alles Fleisches, den goldenen Mittelweg gehen
jmdm. aus dem Wege gehen
hier bist du zu weit gegangen (= hast zu viel gewagt, dir zu viel erlaubt)
umgangssprachlicher geht auf Freiersfüßen, auf Brautschau (= er sucht eine Frau)
umgangssprachlichmit jmdm. durch dick und dünn gehen (= in jeder Lebenslage zu jmdm. halten)
umgangssprachlichfür jmdn. durchs Feuer gehen (= alles für jmdn. tun)
umgangssprachlicher geht mit ihr (= sie sind ein Liebespaar)
salopper geht über Leichen (= er nimmt keinerlei Rücksicht auf andere)
jmdm. nicht vom Leibe gehen (= jmdn. nicht in Ruhe lassen)
saloppjmdm. nicht von der Pelle gehen (= jmdn. nicht in Ruhe lassen)
2.
sich irgendwohin begeben
Beispiele:
baden, schlafen, hausieren, tanzen, einkaufen gehen
umgangssprachlichstempeln gehen
ich gehe, meine Tante abzuholen
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »an«
Beispiel:
an die Luft, an Land, Bord gehen
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
auf sein Zimmer, aufs Feld, Rathaus, Standesamt gehen
auf Arbeit, Schicht, Posten, auf die Jagd gehen
die Arbeiter gingen auf die Straße (= die Arbeiter demonstrierten)
Grammatik: in Verbindung mit »aus«
Beispiele:
nicht aus dem Haus gehen
saloppnicht aus dem Bau gehen
Grammatik: in Verbindung mit »durch«
Beispiel:
der Läufer, Radfahrer ging als erster durchs Ziel
Grammatik: in Verbindung mit »in«, »ins«
Beispiele:
ins Kino, Büro, Bett, Freie gehen
umgangssprachlichin die Pilze gehen
verhüllendins Wasser gehen (= sich ertränken)
Grammatik: in Verbindung mit »unter«
Beispiel:
unter Leute, Menschen gehen
Grammatik: in Verbindung mit »zu«
Beispiele:
zu guten Freunden, zu Bett, zur Ruhe, zur Kirche, Beichte, Bahn, zum Arzt gehen
derb geh zum Teufel
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlichunter die Räuber gehen
umgangssprachlichvor die richtige Schmiede gehen (= sich an die richtige Stelle wenden)
in den sichern Tod gehen
sprichwörtlichder Krug geht so lange zu(m) Wasser, bis er bricht
etw. geht irgendwohinetw. gelangt irgendwohin, wird irgendwohin gegeben
Beispiele:
der Antrag ist durch viele Hände gegangen (= von vielen bearbeitet worden)
eine Meldung geht durch den Äther
das Buch geht in Druck, Satz
ein Produkt geht in Serie
Lieder gehen von Mund zu Mund
umgangssprachlichetw. geht hier hinein und da hinaus (= wird wohl gehört, aber nicht behalten, nicht befolgt)
3.
eine Einrichtung (regelmäßig) besuchen
Beispiele:
geht das Kind schon in die, zur Schule?
in den Kindergarten, die Lehre gehen
bildlich
Beispiel:
er ist durch seine Schule gegangen (= hat von ihm gelernt)
4.
mit etw. beginnen, in etw. eintreten
Grammatik: in Verbindung mit »an«
Beispiel:
an die Arbeit, Ausführung, ans Werk, Erzählen gehen
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
auf (Entdeckungs)reisen, Tournee, Fahrt, auf die Suche, Wanderschaft, gehen
saloppauf Walze gehen
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiele:
in Urlaub, Pension, Stellung, in die Industrie, in den Staatsdienst gehen
Sportdreißig Fahrer gingen ins Rennen
er geht ins sechzigste Lebensjahr
Grammatik: in Verbindung mit »zum«
Beispiel:
zum Theater gehen (= Schauspieler werden)
5.
sich (zu Fuß) entfernen
Beispiele:
die einen kommen, die anderen gehen
es ist ein ewiges Kommen und Gehen
gerade bist du gekommen, nun willst du schon wieder gehen?
ich ging, er blieb
sich zum Gehen anschicken, wenden
von dannen gehen
Johanna geht, und nimmer kehrt sie wieder [ SchillerJungfr. v. OrleansProlog 4]
bildlich
Beispiele:
der Geschäftsführer geht (= verlässt seine Stellung) am 31. Dezember
der Offizier musste gehen (= seinen Abschied nehmen)
umgangssprachlich, scherzhaftder Beamte wurde gegangen (= entlassen)
gehoben, verhüllender ist von uns, aus der Welt gegangen (= gestorben)
süddeutsch, österreichisch, umgangssprachlich abgeblasst; drückt Zweifel, Unwillen aus
Grammatik: im Imperativ
Beispiele:
(ach) geh!
Aber gehts mir mit eurem Geschichtsunterricht [ KasackStadt379]
übertragen
Beispiele:
der Herbst ging, der Winter kam
die Tage gingen
die Jahre kommen und gehen
6.
abgeblasst
a)
Beispiele:
schwanger gehen
bankrott, in Konkurs, zugrunde gehen
papierdeutscheiner Sache verlustig gehen (= etw. verlieren)
salopphops gehen (= verlorengehen) (= sterben)
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »an«
Beispiel:
jmdm. an die Hand gehen (= jmdm. helfen)
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
einer Sache auf den Grund gehen
umgangssprachlichjmdm. auf den Leim gehen (= auf jmdn. hereinfallen)
saloppaufs Ganze gehen (= alles riskieren)
saloppauf Nummer Sicher gehen (= nichts riskieren)
die Vorräte gehen auf die, zur Neige (= die Vorräte sind bald verbraucht)
umgangssprachlichjmdm. auf die Nerven gehen (= jmdn. nervös machen)
Grammatik: in Verbindung mit »aus«
Beispiele:
umgangssprachlichaus den Fugen, Nähten gehen (= zerbrechen, zerreißen)
saloppaus dem Leim gehen (= zerbrechen, zerreißen)
Grammatik: in Verbindung mit »durch«
Beispiele:
etw. geht jmdm. durch den Kopf, Sinn (= etw. beschäftigt jmdn. in Gedanken)
umgangssprachlichder Tadel ging ihm durch und durch (= berührte ihn tief)
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiele:
umgangssprachlichin die Luft gehen (= wütend werden)
jmdm. ins Netz, ins Garn, in die Falle gehen (= auf etw. hereinfallen)
in sich gehen (= etw. bereuen)
in Führung gehen
umgangssprachlichfür etw., jmdn. (scharf) ins Zeug gehen (= sich für etw., jmdn. einsetzen)
saloppsie war in die Breite gegangen (= dick geworden)
er ist hart mit ihm ins Gericht gegangen
der Bericht geht zu sehr ins Detail
sein Wunsch ist in Erfüllung gegangen
die Preise gehen in die Höhe (= steigen)
der Angriff geht ins Leere
Wochen waren ins Land gegangen (= vergangen)
etw. geht in Trümmer, Scherben
umgangssprachlichetw. geht in die Binsen
saloppetw. geht in die Wicken, in den Eimer
umgangssprachlichdas geht in Ordnung
die Briefe gingen in die Hunderte (= es waren mehr als hundert)
umgangssprachlichder Umzug ist ins Geld gegangen (= hat viel gekostet)
Grammatik: in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
umgangssprachlicher ließ etw. mit sich gehen (= er stahl etw.)
etw. geht mit etw. Hand in Hand (= eines bedingt das andere)
mit jmdm., etw. konform gehen
Grammatik: in Verbindung mit »über«
Beispiele:
über Bord gehen
das Drama ist über die Bretter, Bühne gegangen
etw. geht über jmds. Begriffe, Horizont, Vermögen, Kraft (= übersteigt sie)
saloppdas geht (mir) über die Hutschnur (= ist unglaublich, unerhört)
der Wein geht ihm über alles (= ist ihm mehr wert als alles andere)
Grammatik: in Verbindung mit »um«
Beispiele:
saloppjmdm. um den Bart gehen (= jmdm. schmeicheln)
saloppwie die Katze um den heißen Brei gehen (= vor etw. ausweichen)
Grammatik: in Verbindung mit »unter«
Beispiel:
saloppder Roman geht unter die Haut (= ergreift seine Leser)
Grammatik: in Verbindung mit »von«
Beispiel:
die Arbeit geht (mir) nicht von der Hand (= ich komme mit der Arbeit nicht voran)
Grammatik: in Verbindung mit »vor«
Beispiele:
salopper ist vor die Hunde gegangen (= ganz heruntergekommen)
sprichwörtlichGewalt geht vor Recht
Grammatik: in Verbindung mit »zu«
Beispiele:
umgangssprachlichmit etw. zu Markte gehen (= etw. öffentlich ausposaunen)
umgangssprachlichjmdm. zu Leibe gehen (= jmdn. angreifen)
umgangssprachlicheinem Problem zu Leibe gehen (= ein Problem zu lösen versuchen)
saloppzu Bruch gehen (= entzweigehen)
mit jmdm. zu Rate gehen (= sich mit jmdm. beraten)
etw. geht zu Lasten von jmdm.
zu Ende gehen
b)
Sonderbedeutungen
Beispiele:
umgangssprachlicher geht als Bäcker (= arbeitet als, wird Bäcker)
umgangssprachlichsie geht als Spanierin (= kostümiert sich als Spanierin)
umgangssprachlichder Besuch ist über das Essen, die Vorräte gegangen (= hat viel verbraucht)
der Hund geht auf den Mann (= ist darauf dressiert, Menschen anzugreifen)
der Fuchs geht auf Kaninchen
die Mauer geht (= zieht sich) um die ganze Stadt
es, die Uhr geht auf Mitternacht (= es wird bald Mitternacht)
es geht schon gegen Mittag (= wird bald Mittag)
sein Wunsch, seine Meinung geht dahin, dass … (= er wünscht, meint, dass …)
die Musik geht (= rührt) ans Gemüt, geht zu Herzen
umgangssprachlichder Rhythmus geht in die Beine
umgangssprachlichwie geht (= lautet) der Vers, das Lied?
umgangssprachlichdas Gedicht geht so: …
ein Lächeln geht (= breitet sich) über jmds. Gesicht
ihre Blicke gingen über die Auslagen
das geht nicht nach dir (= richtet sich nicht nach deinem Wunsch)
7.
gerichtet sein nach
Beispiele:
die Fenster gehen nach der Straße, dem Garten, nach Süden
die Front des Hauses geht nach der Hauptstraße
8.
laufen, in regelmäßiger Bewegung sein, arbeiten
Beispiele:
Maschinen gehen
die Uhr geht gut, richtig, tadellos, genau, falsch
das Radio, der Springbrunnen geht
umgangssprachlichder Apparat, die Bremse geht (= funktioniert) nicht
In einem kühlen Grunde / Da geht ein Mühlenrad [ Eichendorff1,299]
bildlich
Beispiele:
das Herz geht schwach
der Atem geht gepresst, stoßweise
das Geschäft geht gut, schlecht
umgangssprachlichdie Ware geht leidlich (= wird leidlich abgesetzt)
umgangssprachlichdieser Artikel geht schwer
der Teig, Kuchen geht (= bläht sich)
das Herz fing mit kleinen, hastigen Schlägen wieder zu gehen an [ LanggässerSiegel41]
sich bewegen, rühren
Beispiele:
kein Lüftchen ging
Regen, Sturm geht
wo Quellen rauschten und Bächlein gingen [ EichendorffTaugenichts3,65]
in Bewegung gesetzt werden
Beispiele:
wir hörten die Tür gehen
In diesem Augenblick ging draußen die Klingel [ FontanePoggenpuhlsI 4,46]
9.
etw. gehtetw. verläuft
Beispiele:
alles geht nach Wunsch
umgangssprachlichalles geht wie am Schnürchen, wie das Brezelbacken
alles geht seinen alten, normalen Gang
umgangssprachliches geht glatt
umgangssprachlich, saloppes geht wie geschmiert
das ist noch einmal gut gegangen
es wird schon alles gut gehen
umgangssprachliches geht alles drunter und drüber
umgangssprachlichetw. ist (jmdm.) verquer (= schief) gegangen
umgangssprachlicher lässt alles gehen, wie es Gott gefällt
wie soll das vonstatten gehen?
die Verhandlungen gehen schleppend
was geht hier vor sich? (= geschieht hier?)
umgangssprachliches geht hart auf hart
Und als es am Zoll sehr lange ging (= sehr lange dauerte) [ FrischStiller359]
10.
umgangssprachlich fahren, abfahren
Beispiele:
wann geht der nächste Zug?
jetzt geht keine Bahn mehr
das Schiff geht nach Afrika
das Rennauto ging in die Kurve
wohin geht (= führt) die Reise?
die Ware geht (= wird geliefert) in viele Länder
11.
umgangssprachlich passen
Beispiele:
ich gehe nicht durch die Tür
in dieses Fass gehen zwölf Eimer
saloppdas geht auf keine Kuhhaut (= ist zu viel)
12.
bis an, zu etw. gehenbis an, zu etw. reichen
Beispiele:
ich gehe ihm bis an die Schultern
das Wasser geht ihm bis an die Brust
der Rock geht bis ans Knie
der Saal geht (= erstreckt sich) durch zwei Stockwerke
Sie hatte eine lange Schürze umgebunden, die vom Hals bis zu den Füßen ging [ FlakeSchritt27]
13.
etw. gehtetw. ist möglich
Beispiele:
es geht leider nicht anders
auf diese Weise geht es nicht
das geht doch nicht!
das wird schwer, schlecht gehen
das geht bestimmt
so lange es geht, helfe ich dir
umgangssprachlichder Mantel muss diesen Winter noch gehen (= noch einmal getragen werden)
umgangssprachlichdiese Witwe selbst möchte noch gehn [ FontanePoggenpuhlsI 4,59]
14.
jmdm. geht es gut, schlechtjmd. befindet sich gut, schlecht, ist in guter, schlechter Verfassung
Beispiele:
mir geht es glänzend, großartig, erträglich
saloppmir geht es dreckig
wie geht es dir?
mir geht es ähnlich (= ich bin in ähnlicher Lage)
jetzt geht's dir schlecht (= kannst du etwas gewärtigen)
mit jmdm. geht es bergab, bergauf (= jmds. Lage verschlechtert, verbessert sich)
mit ihm geht es zu Ende (= er stirbt)
15.
etw. geht gegen, auf jmdn., etw.etw. richtet sich gegen jmdn., etw.
Beispiele:
das geht gegen meine Ehre, mein Gewissen
umgangssprachlichdas geht gegen dich!
saloppdas geht mir gegen den Strich (= passt mir nicht, ist mir zuwider)
umgangssprachlichdiese Bosheit, Bemerkung geht auf dich
16.
es geht um etw.es handelt sich um etw., etw. steht auf dem Spiel
Beispiele:
es geht um Tod und, oder Leben
es geht um mehr, um alles, ums Ganze
umgangssprachliches geht um den Hals, um Kopf und Kragen
saloppes geht um die Wurst
es geht um Cents
jeder weiß, worum es geht
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehen · abgehen · Abgang · angehen · aufgehen · Aufgang · ausgehen · Ausgang · begehen · eingehen · Eingang · entgehen · ergehen · hintergehen · übergehen · Übergang · untergehen · Untergang · vergehen · Vergehen · Vergangenheit · vorgehen · Vorgang · Vorgänger
gehen Vb. ‘sich zu Fuß fortbewegen’. Im Paradigma von nhd. gehen sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd. gangan (8. Jh.), mhd. gangen, asächs. aengl. gangan, mnl. ganghen, anord. ganga, got. gaggan gehört zu den reduplizierenden Verben und ist vielleicht als Rückbildung aus einem jan-Verb germ. *gangjan (vgl. ahd. zigengen ‘zergehen machen, vernichten’, um 1000, mhd. gengen ‘gehen machen, losgehen’, aengl. gengan ‘gehen, reisen, reiten’) anzusehen. Es ist verwandt mit Gang1 (s. d.) und außergerm. mit aind. jáṅghā ‘Unterschenkel’, jáṁhaḥ ‘Flügel, Schwinge’, lit. žeñgti ‘schreiten, gehen’ und vielleicht griech. kochṓnē (κοχώνη) ‘Stelle zwischen den Schenkeln, Hinterbacke’. Erschließbar ist ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt, Schenkelspreize, Schamgegend’. Auf dieses durch ahd. gangan vertretene Verb gehen das Prät. (ging) und das Part. Prät. (gegangen) von nhd. gehen zurück. Daneben steht gleichbed. ahd. gān (8. Jh.) und (zunächst nur bair. und frk.) gēn (8. Jh.), mhd. gān, gēn, asächs. -gān, mnd. aengl. gān, engl. to go, mnl. gaen, nl. gaan, anord. aschwed. , krimgot. geen, das ahd. nur durch den Infinitiv und athematisch gebildete Präsensformen (gām, gās(t), gāt usw. neben gēm, gēs(t), gēt usw.) belegt ist (vgl. aber aengl. Part. Prät. gegān), die Infinitiv und Präsens des nhd. Verbs gehen ergeben haben. Dieses Verb verbindet sich mit griech. (homerisch) kichā́nein (κιχάνειν) ‘erreichen, erlangen, antreffen’, aind. jíhītē ‘springt auf, begibt sich zu’ und führt auf eine Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- ‘leer sein, fehlen, verlassen, fortgehen’, dann auch ‘gehen’, wobei eine Identität mit ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ erwogen wird (s. gähnen), da sich ‘fortgehen’ aus ‘klaffend abstehen’ entwickelt haben kann. – abgehen Vb. ‘sich entfernen, fehlen, sterben, abschreiten’, ahd. abagangan, -gān ‘aufhören, vergehen’ (um 1000), mhd. abegān ‘abnehmen, etw. versagen, fehlen’; Abgang m. ‘Weggang, Tod, Weg nach unten’, mhd. abeganc ‘das Hinabgehen, ein hinabführender Weg, Mangel, Abfall’. angehen Vb. ‘beginnen, betreffen, um etw. bitten’, ahd. anagangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. anegān ‘anfangen, hineingehen, folgen, angreifen’. aufgehen Vb. ‘sich öffnen, emporsteigen, sichtbar werden’, ahd. ūfgangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. ūfgān, -gēn ‘aufgehen, sich erheben, entstehen, gedeihen’; Aufgang m. ‘Erscheinen, Weg nach oben, Treppe’, ahd. ūfgang (8. Jh.), mhd. ūfganc. ausgehen Vb. ‘fortgehen, sich aufbrauchen, enden, abzielen auf etw.’, ahd. ūʒgangan, -gān, -gēn ‘hinausgehen, aufhören’ (8. Jh.), mhd. ūʒgān, -gēn ‘heraus-, hervorgehen, über die Ufer treten, zu Ende gehen, sich verlieren’; Ausgang m. ‘das Hinausgehen, Schluß, Ende, Weg nach außen’, ahd. ūʒgang (um 800), mhd. ūʒganc ‘das Herausgehen, Ausgang, Ende’. begehen Vb. ‘besichtigen, entlanggehen, feiern’, ahd. bigangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. begān, -gēn ‘erreichen, antreffen, sorgen um etw., feiern, zu Grabe geleiten’. eingehen Vb. ‘hineingehen, eintreffen, sich mit etw. oder jmdm. beschäftigen, kleiner werden, schrumpfen, aufhören zu existieren’, ahd. ingangan, -gān, -gēn ‘hineingehen, ein-, betreten, eindringen, überfallen’ (8. Jh.), mhd. īngān, asächs. mnd. ingān, got. inngaggan. Eingang m. ‘Öffnung, Tür, Ankunft, Weg nach innen’, ahd. ingang (8. Jh.), mhd. īn-, inganc. entgehen Vb. ‘entkommen, nicht bemerkt werden’, ahd. intgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. engān, -gēn ‘entkommen, fortgehen, verlorengehen, sich entziehen’. ergehen Vb. ‘angeordnet werden’, reflexiv ‘spazierengehen’, auch unpersönlich mir ergeht es gut, schlecht, ahd. irgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. ergān, -gēn ‘zu gehen beginnen, kommen, geschehen, sich ereignen, einholen, zu Ende gehen’. hintergehen Vb. ‘betrügen, täuschen’, spätmhd. hindergān ‘von hinten herangehen, überfallen, betrügen’. übergehen Vb. ‘nicht beachten, übersehen, überlaufen, überfließen’, ahd. ubargangan, ubar(i)gān ‘überströmen, hinübergehen’ (8. Jh.), mhd. übergān, -gēn ‘übergehen, -fließen, vorübergehen, über etw. gehen, überfallen, übertreten’; Übergang m. ‘überführender Weg, das Überschreiten, Wechsel’, ahd. ubargang ‘das Herausgehen, Abweichung, Verderben, Seuche, Pest’ (8. Jh.), frühnhd. übergang ‘das Hinübergehen, Durchgang, Stelle, wo man hinübergeht’ (15. Jh.). untergehen Vb. ‘zugrunde gehen, versinken’, ahd. untargangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. untergān, -gēn ‘dazwischentreten, überkommen, befallen, versperren’; Untergang m. ‘das Zugrundegehen, Scheitern, Sinken’, ahd. untargang (9. Jh.), mhd. underganc ‘Verderben, Sinken (der Sonne), Unterwerfung, Schiedsgericht’. vergehen Vb. ‘aufhören zu existieren, vorbeigehen, verstreichen’, reflexiv ‘gegen eine Norm verstoßen, ein Verbrechen an jmdm. ausführen’, ahd. firgangan, -gān, -gēn ‘vorwärtsgehen, verstreichen’ (9. Jh.), mhd. vergān, -gēn, auch ‘übergehen, meiden, auseinandergehen, sich verirren’; Vergehen n. ‘zu bestrafende Handlung, Verbrechen’ (18. Jh.), vgl. mhd. vergān ‘das Vorübergehen, Hinweggehen’; Vergangenheit f. ‘zurückliegende, verflossene Zeit’ (18. Jh.), in diesem Sinne grammatischer Terminus für Zeitformen des Verbs, die ein Geschehen oder Sein als vergangen darstellen (19. Jh.), vgl. di vergangen zeit (um 1400), die verlauffene Zeit (Anfang 17. Jh.). vorgehen Vb. ‘vorwärtsgehen, nach vorn gehen, den Vorrang haben, sich ereignen’, ahd. foragangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. vor-, vürgān ‘vorangehen, übertreffen’; Vorgang m. ‘Ereignis, Ablauf eines Geschehens, in den Akten festgehaltener Fall’, mhd. vor-, vürganc ‘das Vorausgehende, Einleitung, Vortritt, Fortschritt, Erfolg’; Vorgänger m. ‘in Amt oder Stellung Vorangegangener’, spätmhd. vorganger, -genger.

Thesaurus

Synonymgruppe
funktionieren  ●  (es) tun  ugs. · funktionuckeln  ugs. · funzen  ugs. · gehen  ugs. · klappen  ugs. · laufen  ugs.
Synonymgruppe
einen Fuß vor den anderen setzen · gehen · laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
in Betracht kommen · in Frage kommen · infrage kommen · machbar sein · möglich sein · zur Debatte stehen · zur Diskussion stehen  ●  (sich) machen lassen  ugs. · drin sein  ugs. · gehen  ugs. · zu machen sein  ugs.
Synonymgruppe
(den) Besitzer wechseln · (einen) Abnehmer finden · (einen) Käufer finden · (sich) verkaufen lassen · Absatz finden · verkauft werden · weggehen  ●  über den Ladentisch gehen  auch figurativ · gehen  fachspr., Jargon, kaufmännisch · über die Ladentheke gehen  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seinen) letzten Atemzug tun · ableben · das Zeitliche segnen · erlöschen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · verdämmern · verscheiden · versterben · wegsterben  ●  (die) Augen für immer schließen  verhüllend · (die) Reihen lichten sich  fig. · abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · davongehen  fig. · entschlafen  fig., verhüllend · fallen  militärisch · gehen  verhüllend · heimgehen  fig., verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · vom Stangerl fallen  fig., bairisch · von der Bühne (des Lebens) abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · dahinscheiden  geh., verhüllend · den Geist aufgeben  ugs. · den Weg allen Fleisches gehen  geh. · die Grätsche machen  ugs., salopp · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Ewigkeit abberufen werden  geh., fig. · in die Grube fahren  ugs., fig. · in die Grube gehen  ugs. · ins Grab sinken  geh., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · sein Leben aushauchen  geh. · seinen Geist aufgeben  ugs. · seinen Geist aushauchen  geh. · vor seinen Richter treten  geh., religiös, fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Assoziationen
  • auf dem Feld der Ehre sein Leben gelassen · gefallen · getötet worden  ●  auf dem Feld der Ehre gefallen  pathetisch · den Heldentod gestorben  pathetisch · im Feld geblieben  fig., verhüllend · draußen geblieben  ugs., Jargon
  • (seinen Verletzungen) erlegen · gestorben · nicht mehr sein · nicht mehr unter den Lebenden · nicht mehr unter uns (weilen) · seligen Angedenkens (nachgestellt) · seligen Gedenkens (nachgestellt) · verschieden · verstorben  ●  (nur) mit den Füßen zuerst  fig. · hat uns verlassen  verhüllend, fig. · selig (nachgestellt)  veraltet · tot  Hauptform · tot und begraben  Verstärkung · von uns gegangen  verhüllend, fig. · (jemand) hat es hinter sich  derb · aus dem Leben geschieden  geh., verhüllend, floskelhaft · dahingegangen  geh., verhüllend, fig. · dahingeschieden  geh., verhüllend, fig. · draufgegangen (bei)  ugs. · draußen geblieben  fachspr., militärisch, Jargon · es ist aus (mit jemandem)  ugs. · gefallen  fachspr., militärisch, Jargon · gehimmelt  ugs. · unterm Torf  ugs., salopp, fig. · verblichen  geh. · weg vom Fenster  ugs., fig.
  • (den) Freitod wählen · (die) (letzte) Konsequenz ziehen · (sein) Leben wegwerfen · (sich) (selbst) richten · (sich) (selbst) töten · (sich) (selbst) umbringen · (sich) das Leben nehmen · (sich) etwas antun · (sich) vom Leben zum Tode befördern · Hand an sich legen · Selbstmord begehen · Suizid begehen · durch eigene Hand sterben · seinem Leben ein Ende machen · seinem Leben ein Ende setzen  ●  (sich selbst) (den) Garaus machen  geh. · (sich) den Tod geben  geh. · (sich) ein Leid antun (lit.)  geh. · (sich) ein Leids antun (lit.)  geh., verhüllend · (sich) entleiben  geh. · (sich) wegschmeißen  derb
  • auslöschen · ermorden · killen · meucheln · tot... · umbringen · ums Leben bringen  ●  (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden  fig. · (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ins Jenseits befördern  fig. · töten (absichtlich)  Hauptform · zum Schweigen bringen  fig. · zur Strecke bringen  fig. · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · abmurksen  ugs. · abservieren  ugs., salopp, fig. · ausknipsen  ugs., fig., salopp · entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs., fig. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · kaltmachen  ugs. · totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs., fig. · umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
  • arbeiten bis zum Schluss · in Ausübung seiner Tätigkeit sterben · in den Sielen sterben · in treuer Pflichterfüllung sterben · jemand arbeitet, bis er tot umfällt
  • knapp überleben · noch einmal mit dem Leben davonkommen · reanimiert werden · von den Toten auferstehen  ●  dem Tod ein Schnippchen schlagen  fig. · dem Tod von der Schippe springen  fig. · wieder auferstehen (von den Toten)  biblisch · beinahe draufgehen bei  derb, variabel
Synonymgruppe
(den) Dienst quittieren · (ein Unternehmen) verlassen · (eine) neue Herausforderung suchen (Bewerbungssprache) · (sein) Büro räumen · (seine) Kündigung einreichen · (seinen) Abschied nehmen · ausscheiden · kündigen · was Besseres finden  ●  (den) Job an den Nagel hängen  fig. · (sein) Bündel schnüren  fig. · künden  schweiz. · seinen Hut nehmen  fig. · (den Kram) hinschmeißen  ugs. · (den) Bettel hinschmeißen  ugs. · (sich) was anderes suchen  ugs. · abheuern  fachspr., seemännisch · abmustern  fachspr., seemännisch · aufhören (bei)  ugs. · das Handtuch werfen  ugs., fig. · gehen  ugs. · in den Sack hauen  ugs., fig. · weggehen  ugs.
Assoziationen
  • (Amt) niederlegen · (Posten) aufgeben · (sein) Amt zur Verfügung stellen · abdanken · abtreten · zurücktreten  ●  (Amt) zurücklegen  österr. · Platz machen  ugs. · den Staffelstab weitergeben  ugs. · seinen Hut nehmen  ugs.
  • (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · (es) aufgeben · (es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · (sich mit etwas) abfinden · (sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · passen · passen müssen · resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · (die) Waffen strecken  fig. · aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · (etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · abbrechen  ugs. · aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · einpacken (können)  ugs., fig. · hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · schmeißen  ugs., fig. · zurückrudern  ugs., fig.
Synonymgruppe
(auf jemanden) gemünzt sein · (jemandem) gelten · (jemanden etwas) angehen · (jemanden) betreffen · (mit jemandem) zu tun haben · (sich) auf jemanden beziehen · (um jemanden) gehen (es) · für jemanden bestimmt sein · für jemanden gedacht sein
Synonymgruppe
(es) geht zu Ende (mit jemandem) · (jemandes) Tage sind gezählt · (jemandes) Zeit ist gekommen · (jemandes) letzte Tage sind gekommen · in den letzten Zügen liegen  ●  (bald) gehen  verhüllend, fig. · im Sterben liegen  Hauptform · (jemandem) wachsen schon Flügel  derb, sarkastisch · ans Sterben kommen  geh., veraltend · es bald hinter sich haben  ugs., salopp · es nicht mehr lange machen  derb · seine Tage beschließen  geh.
Oberbegriffe
  • (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seinen) letzten Atemzug tun · ableben · das Zeitliche segnen · erlöschen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · verdämmern · verscheiden · versterben · wegsterben  ●  (die) Augen für immer schließen  verhüllend · (die) Reihen lichten sich  fig. · abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · davongehen  fig. · entschlafen  fig., verhüllend · fallen  militärisch · gehen  verhüllend · heimgehen  fig., verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · vom Stangerl fallen  fig., bairisch · von der Bühne (des Lebens) abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · dahinscheiden  geh., verhüllend · den Geist aufgeben  ugs. · den Weg allen Fleisches gehen  geh. · die Grätsche machen  ugs., salopp · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Ewigkeit abberufen werden  geh., fig. · in die Grube fahren  ugs., fig. · in die Grube gehen  ugs. · ins Grab sinken  geh., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · sein Leben aushauchen  geh. · seinen Geist aufgeben  ugs. · seinen Geist aushauchen  geh. · vor seinen Richter treten  geh., religiös, fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Assoziationen
  • (sich) zum Sterben bereitmachen · die letzten Dinge ordnen  ●  sein Haus bestellen  fig.
  • im Sterben liegen · mit dem Tod(e) kämpfen · mit dem Tod(e) ringen · seinen letzten Kampf kämpfen
Synonymgruppe
(sich) anlehnen (an) · (sich) ausrichten (nach) · (sich) orientieren (an) · (sich) richten nach  ●  (sich) leiten lassen (von)  geh. · gehen (nach)  ugs.
Synonymgruppe
(ganz) akzeptabel sein  ●  (ganz) okay sein  ugs. · einigermaßen sein  ugs. · gehen (es geht / es ging)  ugs. · nicht schlecht (sein)  ugs. · nicht zu verachten sein  ugs.
Assoziationen
  • (ganz) anständig · annehmbar · ausreichend · brauchbar · guter Durchschnitt · hinreichend · reicht (aus)  ●  (da) gibt's nichts zu meckern  ugs. · (da) kann man nicht meckern  ugs. · (da) kann man nichts sagen  ugs. · (ganz) akzeptabel  ugs. · (ist) auch schön!  ugs., ironisierend · ganz gut  ugs. · ganz ordentlich  ugs. · geht in Ordnung  ugs. · gut und schön (aber)  ugs. · jetzt nicht (der absolute Hit o.ä.)  ugs. · kann angehen  ugs. · kann sich sehen lassen  ugs. · keine Offenbarung (aber ...)  ugs. · könnte schlimmer sein  ugs., ironisch · leidlich gelungen  geh. · nicht schlecht  ugs. · nicht übel  ugs. · passt schon  ugs., süddt. · schon in Ordnung  ugs. · schon okay  ugs. · schön und gut (aber)  ugs.
  • (auch) sein Gutes haben · (etwas) für sich haben · nicht nur schlecht sein
Synonymgruppe
(irgendwohin) gehen · den Wohnort wechseln · den Wohnsitz wechseln · eine neue Bleibe bekommen (Behörde o.ä.) · umsiedeln · umziehen · übersiedeln  ●  dislozieren  schweiz. · zügeln  schweiz.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) begeben (nach / zu ...) · (sich) bewegen (nach / zu ...) · (sich) hinbegeben · hingehen  ●  (irgendwohin) gehen  Hauptform, variabel · (sich) bemühen (nach / zu ...)  geh. · (sich) hinbemühen  geh. · (sich) verfügen (nach / zu ...)  geh., Amtsdeutsch, altertümelnd
Synonymgruppe
andauern · anhalten · aufrechterhalten werden · dauern · fortbestehen · fortdauern · fortgesetzt werden · nicht aufhören · nicht nachlassen · ungebrochen sein · von Dauer sein · währen  ●  (so) gehen  ugs. · fortwähren  geh. · weitergehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(klar) gehen · dabei bleiben (es) · in Ordnung gehen · klappen (mit)  ●  (den) Termin halten  Jargon, Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
(an jemanden) gehen · (jemandem) zugeschlagen werden
Synonymgruppe
(irgendwie) funktionieren · (irgendwie) gehen
Synonymgruppe
(gesundheitlich) belasten · (jemandem) schlagen auf · belastend sein (für) · gehen (auf) · in Mitleidenschaft ziehen
Synonymgruppe
(eine hohe / erhebliche / große / ...) Belastung darstellen (für) · anstrengend sein (für) · belasten · ermüden lassen  ●  gehen (in / auf)  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) geht die Kraft aus · (jemanden) verlässt die Kraft (in) · keine Kraft mehr haben (in)  ●  (jemandem) schlapp werden  ugs. · schlapp machen  ugs.
Synonymgruppe
(aus einem Raum / Gebäude) gehen · (einen Raum / ein Gebäude) verlassen
Synonymgruppe
(Zeit) erfordern · (Zeit) in Anspruch nehmen · (eine Zeit) brauchen · (eine Zeit) dauern · (sich) erstrecken (über)  ●  (eine Zeit) währen  geh. · gehen (/ gehen über)  ugs.
Synonymgruppe
(es ... jemandem gut / schlecht ...) (er)gehen · eine gute (schöne / schlechte / ...) Zeit haben · es gut (schlecht / ...) haben
Assoziationen
Synonymgruppe
abgewickelt werden · abrollen · im Gange sein · laufen · seinen Lauf nehmen · seinen Verlauf nehmen · verlaufen · vonstatten gehen  ●  ablaufen  Hauptform · (schnell / kurzfristig / einfach ...) gehen  ugs., variabel · (sich) vollziehen  geh. · vorgehen  ugs. · über die Bühne gehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bimmeln · klingeln · läuten  ●  schellen  regional · gehen (Klingel, Telefon)  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem / für jemanden) passen · (jemandem) recht sein · (sich) einrichten lassen  ●  (jemandem) zeitlich passen  Hauptform · (bei jemandem / für jemanden) gehen (Termin)  ugs. · (jemandem) konvenieren  geh. · (jemandem) zusagen  geh. · (sich etwas) einrichten können  geh. · in Ordnung gehen  ugs. · okay sein  ugs., salopp · passen (mit)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abfahren · abgehen (Zug, Fähre, Schiff) · anfahren · gehen · losfahren  ●  es geht los  ugs. · fahren  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) zurückziehen · fortgehen · gehen (= 'weggehen') · verschwinden  ●  (den) Rückzug antreten  militärisch, auch figurativ · weggehen (Ortswechsel)  Hauptform · (sich) entfernen  geh. · (sich) trollen  ugs. · (sich) verziehen  ugs. · (sich) vom Acker machen  ugs. · (sich) von dannen machen  geh., veraltend · Leine ziehen  ugs., salopp · abdackeln  ugs. · abdampfen  ugs. · abhauen  ugs., salopp · abschieben  ugs. · abschwirren  ugs., salopp · abtreten  fachspr. · abziehen  ugs. · abzischen  ugs. · die Düse machen  ugs. · entfleuchen  geh., literarisch, scherzhaft · entrauschen  geh., ironisierend · entschwinden  geh., scherzhaft · scheiden  geh. · von dannen eilen  geh., altertümelnd · von dannen rauschen  geh., ironisierend · von dannen ziehen  geh., veraltend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›gehen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gehen‹.

Verwendungsbeispiele für ›gehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wer würde sich hier ständig ein Buch vor die Nase halten wollen, beim Gehen auf diesem Pflaster. [Der Tagesspiegel, 12.01.2001]
Auf diese Weise kann der Patient ein primitives Gehen erlernen. [Die Welt, 01.09.2000]
Beim Gehen bückt er sich und rudert mit den Armen. [Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 162]
Darauf folgt nämlich sogleich das Gehen mit bekleideten Füßen auf trockenem Wege. [Hasler, Ulrich E.: Eubiotik, Heidelberg: Haug 1967, S. 78]
Beim Gehen befleißige man sich eines gemessenen, harmonischen Schreitens und hüte sich vor dem Laufschritte. [Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 10364]
Zitationshilfe
„gehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gehen>.

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