geifern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggei-fern (computergeneriert)
GrundformGeifer
Wortbildung mit ›geifern‹ als Erstglied: ↗Geiferer · ↗Geiferling  ·  mit ›geifern‹ als Letztglied: ↗Gegeifer · ↗angeifern · ↗begeifern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Speichel aus dem Mund fließen lassen
Beispiele:
der Hund zerrt an seiner Kette, geifert und schnappt
das Gesicht gänzlich verzerrt, mit geiferndem Mund und funkelnden Augen [PolenzBüttnerbauer1,399]
2.
abwertend, übertragen wütend und giftig reden
Beispiele:
gegen jmdn. geifern
sie geiferten vor Hass und Angst
er stichelte und geiferte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geifer · geifern · giepern · jiepern
Geifer m. ‘ausfließender Speichel, in bösen Worten ausgestoßene Wut’, spätmhd. geifer gehört zu einem Verb, das in bair. gaifen ‘klaffen, spöttisch den Mund verziehen’, nd. gīpen, jīpen ‘den Mund aufreißen, nach Luft schnappen, streben nach’, mnl. ghīpen, nl. gijpen ‘nach Luft schnappen’ vertreten ist. Vgl. mit abweichendem Stammvokal anord. geipa ‘schwatzen’. Die Formen schließen sich an eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ (s. ↗gähnen) an. Vom Substantiv abgeleitet geifern Vb. ‘seine Wut auslassen’ (so daß Geifer ausfließt), ‘zornig keifen’ (um 1500). giepern, jiepern Vb. (nd., berlin.) ‘begierig sein, sehr nach etw. verlangen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
geifern · ↗lallen  ●  ↗sabbeln  ugs., norddeutsch · ↗sabbern  ugs. · ↗schlabbern  ugs. · ↗seibern  ugs. · ↗trenzen  ugs., österr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Geschrei erheben · Krawall machen · Randale machen · Unmut äußern · Zorn äußern · ein großes Palaver veranstalten · ↗fluchen · geifern · ↗herumschreien · ↗keifen · lautstark protestieren · nicht zu beruhigen sein · ↗poltern · ↗schimpfen · ↗zetern  ●  (die) Welle machen  ugs. · (eine) Szene machen  ugs. · (einen) (mächtigen) Wirbel veranstalten  ugs. · (einen) Riesenaufstand machen  ugs. · (einen) Zwergenaufstand veranstalten  ugs. · (he)rumpalavern  ugs. · (mächtig) auf den Putz hauen  ugs. · fluchen wie ein Bierkutscher  ugs. · fluchen wie ein Droschkenkutscher  ugs. · fluchen wie ein Fischweib  ugs. · herumzetern  ugs. · keifen wie ein Fischweib  ugs. · ↗motzen  ugs. · ↗rumschreien  ugs. · schimpfen wie ein Fischweib  ugs. · schimpfen wie ein Rohrspatz  ugs. · ↗schnauzen  ugs. · ↗wettern  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

an bellen brüllen schreien spucken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geifern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wo er einst schneidend gewesen war, war er nun nur noch geifernd.
Die Zeit, 18.04.1969, Nr. 16
Er rennt mir nach, schreit und geifert, hat neues Beweismaterial.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 179
Er stichelte, verdächtigte und geiferte, wo er ging und stand.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 798
Held spielte damals wirklich einen Greis, der sabbert und geifert.
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2004
Immer hing ihm die rote Zunge geifernd aus dem jappenden Rachen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18557
Zitationshilfe
„geifern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/geifern>, abgerufen am 21.07.2019.

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