geistig

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈgaɪ̯stɪç]
Worttrennung geis-tig
Wortzerlegung Geist1-ig
Wortbildung  mit ›geistig‹ als Erstglied: ↗Geistigbehindertenpädagogik · ↗Geistigkeit  ·  mit ›geistig‹ als Letztglied: ↗hochgeistig · ↗scharfgeistig · ↗ungeistig
Mehrwortausdrücke geistiger Tiefflieger
eWDG

Bedeutung

auf den menschlichen Geist bezogen, den menschlichen Geist, Verstand, die Gedanken betreffend
Beispiele:
spöttisch geistig träge, überlegen, verarmt, verkrüppelt, rege, regsam sein
spöttisch geistig minderbemittelt sein
geistigen Austausch wünschen
geistige Auseinandersetzungen, Anregungen, Anstrengungen, Leistungen
geistige Fähigkeiten, Eigenschaften
die geistige Gesundheit
er beging den achtzigsten Geburtstag in geistiger Frische
geistige Störungen traten auf
geistig umnachtet sein
das geistige Wachstum, die geistige Entwicklung eines Menschen
eine geistige Arbeit
ein geistiger Arbeiter
etw. geistig verarbeiten
mit geistigen Waffen kämpfen
die geistigen Voraussetzungen zu einer Laufbahn mitbringen
er hat einen engen geistigen Horizont
in geistiger Enge, Leere leben
ein von geistigen Interessen erfülltes Leben
nach geistiger Nahrung verlangen
eine geistige Freundschaft vereinte sie
gehobenein geistiges Band vereinte sie
geistige Werte, geistiges Kapital
das geistige Erbe
geistiges Eigentum (= urheberrechtlich geschütztes künstlerisches oder wissenschaftliches Erzeugnis)
geistiger Diebstahl
seine geistige Heimat in etw. haben
der geistige Vater einer Bewegung
der geistige Urheber eines Verbrechens
geistiger Hochmut
geistige Hochstapelei
die geistige Atmosphäre, Strömung einer Zeit
er sah es an seinem geistigen (= inneren) Auge vorbeiziehen
und zufrieden schielen die anwesenden anderen Dichter in den Spiegel und konstatieren, um wieviel ... geistiger sie aussehen [ St. ZweigBalzac147]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geist · geistern · geistig · durchgeistigt · geistlich · Geistlicher · Geistlichkeit · geisterhaft · geistesabwesend · Geistesabwesenheit · Geistesgegenwart · geistesgegenwärtig · geisteskrank · Geisteswissenschaften · geistlos · geistreich · entgeistern · entgeistert
Geist m. ‘Hauch, Atem, menschliches Denk- und Erkenntnisvermögen, Esprit, idealistisches schöpferisches Prinzip, Gespenst’, ahd. geist (8. Jh.; nur in der Übersetzung für lat. spīritus), mhd. geist, asächs. mnd. gēst, mnl. gheest, nl. geest, afries. gāst, aengl. gāst, engl. ghost (westgerm. *gaista-) sind Bildungen mit Dentalsuffix zu einer s-Erweiterung ie. *g̑heis- ‘aufgebracht, bestürzt, erschreckt (sein)’. Germ. Verwandte sind aengl. gǣstan ‘in Schrecken versetzen’, engl. ghastly ‘gräßlich, entsetzlich, furchtbar’ und (ohne Dentalsuffix) got. usgeisnan ‘erschrecken’ (intransitiv), usgaisjan ‘erschrecken’ (transitiv) sowie vielleicht anord. geiskafullr ‘voll Schrecken’, geiski ‘Schrecken’; außergerm. sind aind. hīḍ- ‘zürnen’, hḗḍa-, hḗḍas- ‘(Götter)zorn’ und (ohne Dental) awest. zaēša- ‘schauderhaft’ vergleichbar. Im Germ. bedeutet Geist danach ursprünglich soviel wie ‘Ekstase’ und (wenn auch nur noch aengl., nicht aber ahd. und asächs. bezeugt) ‘Gespenst, Geist, übersinnliches Wesen’ (in dieser Verwendung erst wieder mhd.). Als Übersetzung von lat. spīritus ‘Hauch, Atem, Geist, Seele’, das seinerseits von griech. pné͞uma (πνεῦμα) ‘Hauch, Atem, Leben, Geist’ beeinflußt ist, wird ahd. geist mit christlichen Vorstellungen erfüllt und durch die angelsächsische Mission von Fulda aus in der dt. Kirchensprache verbreitet, vgl. aengl. sē hālga gāst (engl. the Holy Ghost), danach ahd. (frk.) ther heilago geist (9. Jh.), nhd. der Heilige Geist, für lat. spīritus sānctus, griech. hágion pné͞uma (ἅγιον πνεῦμα) der Kirchensprache. Die auf obd. Gebiet durch die gotische Mission entstandene Übersetzung ahd. ther wīho ātum vermag sich nicht durchzusetzen. Erst im 18. Jh. wird Geist unter dem Einfluß von frz. esprit zum Ausdruck einer besonderen Fähigkeit, der Gewandtheit, Leichtigkeit des Denkens, des Scharfsinns, des Einfallsreichtums und bezeichnet schließlich das denkende, erkennende Bewußtsein des Menschen. Nach dem Vorbild von lat. spīritus und frz. esprit wird Geist auch im Sinne von ‘flüchtige Essenz, Alkohol’ gebraucht (18. Jh.). geistern Vb. ‘als Geist, wie ein Geist herumgehen, spuken’ (19. Jh.), älter ‘begeistern’ (17. Jh.). geistig Adj. ‘auf das Denkvermögen, die Verstandeskräfte bezogen, Verstand besitzend, klug’. Vereinzeltes spätmhd. geistec ‘von Geist beseelt’ wird bald von geistlich (s. unten) verdrängt. Erst im 17. Jh. ist geistig wieder bezeugt im Sinne von ‘witzig, erfinderisch, geistreich’, steht dann im Gegensatz zu körperlich, stofflich und nimmt im 18. Jh. die oben genannte Bedeutung an; daneben auch ‘alkoholisch’ (ebenfalls 18. Jh.). durchgeistigt Part.adj. ‘geistvoll, von Geist durchdrungen’ (19. Jh.). geistlich Adj. ‘religiöse Dinge betreffend’, ahd. geistlīh, Übersetzung von lat. spīrituālis (8. Jh.), mhd. geistlich, auch ‘fromm’, asächs. gēstlīk, nl. geestelijk, aengl. gāstlic, engl. ghostly (auch ‘geisterhaft’). Ursprünglich vereint dieses Adjektiv sowohl die Bedeutung des erst im 18. Jh. geläufigen geistig (s. oben) ‘den Geist betreffend, immateriell’ (im Gegensatz zu natürlich, körperlich, stofflich) als auch die des heutigen geistlich ‘die Religion betreffend’ (Gegensatz zu weltlich); vgl. geistliche und weltliche Lieder, geistlicher Stand ‘Priesterschaft’ (15. Jh.) sowie Geistlicher m. ‘Kleriker, Priester’ (15. Jh.), mhd. meist noch geistlīche liute. Eine deutliche Scheidung zwischen beiden Wörtern vollzieht sich erst nach dem 18. Jh. Geistlichkeit f. ‘Klerus, Priesterschaft’ (15. Jh.), spätmhd. geistlīcheit ‘die Immaterialität mystischen Versenkens’, auch Gegensatz zu Weltlichkeit; in den Vokabularen des 15. Jhs. Übersetzungswort für lat. religio. geisterhaft Adj. ‘gespenstisch’ (18. Jh.). geistesabwesend Part.adj. ‘zerstreut, mit den Gedanken nicht bei der Sache’ (19. Jh.), Rückbildung aus dem Substantiv Geistesabwesenheit f. ‘Zerstreutheit’ (19. Jh.), Übersetzung von frz. absence d’esprit; Gegensatz Geistesgegenwart f. ‘schnelle Reaktionsfähigkeit, Schlagfertigkeit’ (18. Jh.), nach frz. présence d’esprit; geistesgegenwärtig Adj. (19. Jh.). geisteskrank Adj. ‘geistigseelisch krank, verwirrt’ (19. Jh.). Geisteswissenschaften Plur. sich mit Kultur und dem geistigen Leben befassende Wissenschaften (19. Jh.). geistlos Adj. ‘geistig anspruchslos, dumm’ (18. Jh.); vgl. mhd. geist(e)lōs ‘leblos’. geistreich Adj. ‘gescheit, spritzig, niveauvoll’ (16. Jh.), spätmhd. geist(e)rīch (14. Jh., Mystiker) ‘vom heiligen Geist erfüllt’ (noch bei Luther). Der heutige Gebrauch verbreitet sich seit dem 17. Jh. unter Einfluß von frz. spirituel. entgeistern Vb. ‘des Lebens berauben’ (17. Jh.), meist entgeistert Part.adj. ‘fassungslos, überrascht’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bewusst · geistig · ↗kognitiv
Synonymgruppe
Gemüts... · geistig · ↗seelisch · ↗zerebral
Synonymgruppe
gedanklich · geistig · ↗innerlich · ↗mental · ↗psychisch · ↗seelisch
Synonymgruppe
(rein) geistig · ↗gedacht · ↗gedanklich · ↗ideell · ↗imaginär · ↗immateriell · ↗körperlos · nicht stofflich · nur vorgestellt · ↗sphärisch · ↗spirituell · ↗unkörperlich · ↗unstofflich · vergeistigt · ↗wesenlos  ●  ↗ätherisch  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›geistig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geistig‹.

Verwendungsbeispiele für ›geistig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist nicht der ersehnte Ruck, nicht das große geistige Beben, auf das so viele so lange gewartet haben.
Die Zeit, 22.08.1997, Nr. 35
Einerseits hatte ein neuer Kanzler propagandistisch mit der »politischen Wende« im Sinne einer geistigen Erneuerung gedroht.
konkret, 1985
Die Sprache hilft dem heranwachsenden Kind geistig auf die Beine.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 167
Er scheidet das geistige Sein von dem der seelischen Akte.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 189
Eine ganze gesellschaftliche Wirklichkeit kann in ihm ihren geistigen Ausdruck gefunden haben.
Freyer, Hans: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, Leipzig u. a.: B.G. Teubner 1930, S. 23
Zitationshilfe
„geistig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/geistig#1>, abgerufen am 03.03.2021.

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geistig

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache  [ˈgaɪ̯stɪç]
Worttrennung geis-tig
Wortzerlegung Geist2-ig
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Phrasem:
geistiges Getränk (= alkoholisches Getränk)
Beispiele:
Die Zahl der Liebhaber sorgfältig destillierter geistiger Getränke, so die exakte Bedeutung des Worts Spirituose, nimmt jedes Jahr zu. [Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2014]
Anders als der zwanghafte Panda nimmt der Wickelbär alles, was man ihm reicht, so Brehm, »Milch, Kaffee, Wasser, Wein, sogar Branntwein, er wird von geistigen Getränken betrunken und mehrere Tage krank«. [Süddeutsche Zeitung, 13.08.2018]
Für viele kleinere Brennereien (denen mit »Geistige Getränke« sogar schon ein Bildband gewidmet wurde) geht es […] vor allem um neue Zielgruppen. [Der Spiegel, 04.10.2016 (online)]
Obwohl manche russischen und nordischen Meister sich gerne mit Wodka und ähnlichen geistigen Getränken in Spiellaune versetzten, machte dieses Beispiel wenig Schule, vielleicht auch angesichts von Vorkommnissen abgeschreckt, bei denen der Spieler am Brett einschlief. [Zeit Magazin, 04.12.2014]
Geistige Getränke, alkoholische Getränke, durch alkoholische Gärung zuckerhaltiger Flüssigkeiten und nachfolgende Klärung oder Destillation gewonnen (Wein, Bier, destillierte oder gebrannte Wässer, Kumys, Kefir etc.), wirken in kleinern Gaben erregend und belebend, in größern berauschend und betäubend. [Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 26084]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geist · geistern · geistig · durchgeistigt · geistlich · Geistlicher · Geistlichkeit · geisterhaft · geistesabwesend · Geistesabwesenheit · Geistesgegenwart · geistesgegenwärtig · geisteskrank · Geisteswissenschaften · geistlos · geistreich · entgeistern · entgeistert
Geist m. ‘Hauch, Atem, menschliches Denk- und Erkenntnisvermögen, Esprit, idealistisches schöpferisches Prinzip, Gespenst’, ahd. geist (8. Jh.; nur in der Übersetzung für lat. spīritus), mhd. geist, asächs. mnd. gēst, mnl. gheest, nl. geest, afries. gāst, aengl. gāst, engl. ghost (westgerm. *gaista-) sind Bildungen mit Dentalsuffix zu einer s-Erweiterung ie. *g̑heis- ‘aufgebracht, bestürzt, erschreckt (sein)’. Germ. Verwandte sind aengl. gǣstan ‘in Schrecken versetzen’, engl. ghastly ‘gräßlich, entsetzlich, furchtbar’ und (ohne Dentalsuffix) got. usgeisnan ‘erschrecken’ (intransitiv), usgaisjan ‘erschrecken’ (transitiv) sowie vielleicht anord. geiskafullr ‘voll Schrecken’, geiski ‘Schrecken’; außergerm. sind aind. hīḍ- ‘zürnen’, hḗḍa-, hḗḍas- ‘(Götter)zorn’ und (ohne Dental) awest. zaēša- ‘schauderhaft’ vergleichbar. Im Germ. bedeutet Geist danach ursprünglich soviel wie ‘Ekstase’ und (wenn auch nur noch aengl., nicht aber ahd. und asächs. bezeugt) ‘Gespenst, Geist, übersinnliches Wesen’ (in dieser Verwendung erst wieder mhd.). Als Übersetzung von lat. spīritus ‘Hauch, Atem, Geist, Seele’, das seinerseits von griech. pné͞uma (πνεῦμα) ‘Hauch, Atem, Leben, Geist’ beeinflußt ist, wird ahd. geist mit christlichen Vorstellungen erfüllt und durch die angelsächsische Mission von Fulda aus in der dt. Kirchensprache verbreitet, vgl. aengl. sē hālga gāst (engl. the Holy Ghost), danach ahd. (frk.) ther heilago geist (9. Jh.), nhd. der Heilige Geist, für lat. spīritus sānctus, griech. hágion pné͞uma (ἅγιον πνεῦμα) der Kirchensprache. Die auf obd. Gebiet durch die gotische Mission entstandene Übersetzung ahd. ther wīho ātum vermag sich nicht durchzusetzen. Erst im 18. Jh. wird Geist unter dem Einfluß von frz. esprit zum Ausdruck einer besonderen Fähigkeit, der Gewandtheit, Leichtigkeit des Denkens, des Scharfsinns, des Einfallsreichtums und bezeichnet schließlich das denkende, erkennende Bewußtsein des Menschen. Nach dem Vorbild von lat. spīritus und frz. esprit wird Geist auch im Sinne von ‘flüchtige Essenz, Alkohol’ gebraucht (18. Jh.). geistern Vb. ‘als Geist, wie ein Geist herumgehen, spuken’ (19. Jh.), älter ‘begeistern’ (17. Jh.). geistig Adj. ‘auf das Denkvermögen, die Verstandeskräfte bezogen, Verstand besitzend, klug’. Vereinzeltes spätmhd. geistec ‘von Geist beseelt’ wird bald von geistlich (s. unten) verdrängt. Erst im 17. Jh. ist geistig wieder bezeugt im Sinne von ‘witzig, erfinderisch, geistreich’, steht dann im Gegensatz zu körperlich, stofflich und nimmt im 18. Jh. die oben genannte Bedeutung an; daneben auch ‘alkoholisch’ (ebenfalls 18. Jh.). durchgeistigt Part.adj. ‘geistvoll, von Geist durchdrungen’ (19. Jh.). geistlich Adj. ‘religiöse Dinge betreffend’, ahd. geistlīh, Übersetzung von lat. spīrituālis (8. Jh.), mhd. geistlich, auch ‘fromm’, asächs. gēstlīk, nl. geestelijk, aengl. gāstlic, engl. ghostly (auch ‘geisterhaft’). Ursprünglich vereint dieses Adjektiv sowohl die Bedeutung des erst im 18. Jh. geläufigen geistig (s. oben) ‘den Geist betreffend, immateriell’ (im Gegensatz zu natürlich, körperlich, stofflich) als auch die des heutigen geistlich ‘die Religion betreffend’ (Gegensatz zu weltlich); vgl. geistliche und weltliche Lieder, geistlicher Stand ‘Priesterschaft’ (15. Jh.) sowie Geistlicher m. ‘Kleriker, Priester’ (15. Jh.), mhd. meist noch geistlīche liute. Eine deutliche Scheidung zwischen beiden Wörtern vollzieht sich erst nach dem 18. Jh. Geistlichkeit f. ‘Klerus, Priesterschaft’ (15. Jh.), spätmhd. geistlīcheit ‘die Immaterialität mystischen Versenkens’, auch Gegensatz zu Weltlichkeit; in den Vokabularen des 15. Jhs. Übersetzungswort für lat. religio. geisterhaft Adj. ‘gespenstisch’ (18. Jh.). geistesabwesend Part.adj. ‘zerstreut, mit den Gedanken nicht bei der Sache’ (19. Jh.), Rückbildung aus dem Substantiv Geistesabwesenheit f. ‘Zerstreutheit’ (19. Jh.), Übersetzung von frz. absence d’esprit; Gegensatz Geistesgegenwart f. ‘schnelle Reaktionsfähigkeit, Schlagfertigkeit’ (18. Jh.), nach frz. présence d’esprit; geistesgegenwärtig Adj. (19. Jh.). geisteskrank Adj. ‘geistigseelisch krank, verwirrt’ (19. Jh.). Geisteswissenschaften Plur. sich mit Kultur und dem geistigen Leben befassende Wissenschaften (19. Jh.). geistlos Adj. ‘geistig anspruchslos, dumm’ (18. Jh.); vgl. mhd. geist(e)lōs ‘leblos’. geistreich Adj. ‘gescheit, spritzig, niveauvoll’ (16. Jh.), spätmhd. geist(e)rīch (14. Jh., Mystiker) ‘vom heiligen Geist erfüllt’ (noch bei Luther). Der heutige Gebrauch verbreitet sich seit dem 17. Jh. unter Einfluß von frz. spirituel. entgeistern Vb. ‘des Lebens berauben’ (17. Jh.), meist entgeistert Part.adj. ‘fassungslos, überrascht’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bewusst · geistig · ↗kognitiv
Synonymgruppe
Gemüts... · geistig · ↗seelisch · ↗zerebral
Synonymgruppe
gedanklich · geistig · ↗innerlich · ↗mental · ↗psychisch · ↗seelisch
Synonymgruppe
(rein) geistig · ↗gedacht · ↗gedanklich · ↗ideell · ↗imaginär · ↗immateriell · ↗körperlos · nicht stofflich · nur vorgestellt · ↗sphärisch · ↗spirituell · ↗unkörperlich · ↗unstofflich · vergeistigt · ↗wesenlos  ●  ↗ätherisch  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›geistig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geistig‹.

Zitationshilfe
„geistig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/geistig#2>, abgerufen am 03.03.2021.

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