geizig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggei-zig
Wortbildung mit ›geizig‹ als Grundform: ↗Geizige
eWDG, 1967

Bedeutung

ängstlich darauf bedacht, in jeder Hinsicht sein Geld zusammenzuhalten und zu sparen
Beispiele:
er ist überaus geizig
sie gönnt sich [Dativ] nicht einmal Obst, dazu ist sie zu geizig
Denn der Alte war geizig wie ein Filz [J. WincklerBomberg357]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geiz · geizen · Geiztrieb · geizig · Geizhals · Geizkragen · ehrgeizig · Ehrgeiz
Geiz m. ‘übertriebene Sparsamkeit, Habsucht, Knauserei’, mhd. gīz (Hs. geitz, 14. Jh.) ist wohl (wie auch zu erschließendes gīze, Ende 13. Jh.) rückgebildet aus mhd. gītsen ‘gierig, habgierig sein’, das selbst eine Weiterbildung von gleichbed. mhd. gīten darstellt (vgl. auch aengl. gītsian ‘verlangen, begehren’). Zugrunde liegt das Substantiv ahd. (9. Jh.), mhd. gīt ‘Habsucht, Gier’. Mhd. gītsen führt zu nhd. geizen Vb. ‘übertrieben sparsam sein, knausern’, älter auch ‘heftig verlangen, streben nach’. Außergerm. sind lit. geĩsti ‘wünschen, begehren, verlangen’, gaĩdas ‘heftiges Verlangen, leidenschaftliche Begierde, Gier’, aslaw. žьdati, russ. ždat’ (ждать) ‘warten, erwarten’ vergleichbar, so daß ie. *gheidh- ‘begehren, gierig sein’ erschlossen werden kann. Die heutige Bedeutung, aus ‘Gier nach Reichtum’ entstanden, setzt sich im 18. Jh. durch. Das in älterer Zeit fachsprachlich im Gartenbau übliche Geiz ‘Nebenschößling’ (Anfang 18. Jh.), dafür heute Geiztrieb m. (19. Jh.), geht von der Vorstellung aus, daß dieser den Pflanzen gierig den Saft aussauge. geizig Adj. ‘übertrieben sparsam, knauserig’, älter ‘begierig verlangend’, spätmhd. gīzig; voraus gehen bzw. daneben stehen (abgeleitet von ahd. mhd. gīt, s. oben) ahd. gītag (9. Jh.), mhd. gītec, gītic, frühnhd. geitig ‘gierig, habgierig’. Geizhals m. ‘übertrieben sparsamer Mensch, Knauserer’, eigentlich ‘gieriger Rachen’ (Ende 15. Jh.); entsprechend Geizkragen m. (Mitte 19. Jh.), zu ↗Kragen (s. d.) in seiner frühen Bedeutung ‘Hals’. ehrgeizig Adj. (um 1500); vgl. mhd. ēr(en)gītec. Daraus rückgebildet Ehrgeiz m. ‘Streben nach Ehren, übersteigerter Eifer, sich auszuzeichnen’ (1. Hälfte 16. Jh.); vgl. mhd. ērgītecheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) sparsam · geizig · ↗knauserig  ●  ↗preisbewusst  positiv · ↗filzig  ugs. · ↗knickerig  ugs. · ↗knickrig  ugs. · ↗kniepig  ugs., norddeutsch · schrappig  ugs., ruhrdt. · sitzt auf seinem Geld  ugs. · ↗zugeknöpft  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • geizig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alter Bauer Harpagon Jude Millionär Onkel Ritter Schotte Schwabe Umgang Verbraucher arrogant bequem egoistisch eher faul geldgierig geln gierig großzügig habgierig kleinlich mißtrauisch reich sparsam umgehen verlogen verschlossen viel äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geizig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sollte auch nicht geizig sein, Geld ist ihr wichtig.
Bild, 30.03.2005
Damit das mal von vornherein klar ist, ich bin nicht geizig, ich bin sparsam.
Der Tagesspiegel, 29.12.2002
Du warst so lieb zu mir und Du warst auch so geizig.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 23.01.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Du mußt geizig sein mit deinen Knochen für unsern Kampf.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 888
Sie nannte uns verschwenderisch, und wir glaubten, ein Recht zu haben, sie geizig zu nennen.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8080
Zitationshilfe
„geizig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/geizig>, abgerufen am 23.05.2019.

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