gelb

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›gelb‹ als Erstglied: ↗Gelbbeere · ↗Gelbei · ↗Gelbfieber · ↗Gelbfilter · ↗Gelbgrünfilter · ↗Gelbkreuz · ↗Gelbphase · ↗Gelbschnabel · ↗Gelbspötter · ↗Gelbstich · ↗Gelbsucht · ↗gelb-braun · ↗gelb-grün · ↗gelb-rot · ↗gelbbraun · ↗gelbgefleckt · ↗gelbgrün · ↗gelbledern · ↗gelbrot · ↗gelbseiden
 ·  mit ›gelb‹ als Letztglied: ↗bernsteingelb · ↗dottergelb · ↗dunkelgelb · ↗eidottergelb · ↗fahlgelb · ↗flachsgelb · ↗gold-gelb · ↗goldgelb · ↗grellgelb · ↗grün-gelb · ↗grüngelb · ↗hellgelb · ↗honiggelb · ↗kanariengelb · ↗knallgelb · ↗korngelb · ↗lehmgelb · ↗maisgelb · ↗messinggelb · ↗ockergelb · ↗orangengelb · ↗quittegelb · ↗quittengelb · ↗schwarz-gelb · ↗senfgelb · ↗strohgelb · ↗weizengelb · ↗zartgelb · ↗zitronengelb
 ·  formal verwandt mit: ↗Eigelb
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Farbe des Sonnenspektrums zwischen Orange und Grün
Beispiele:
gelb wie Eidotter
die gelbe Farbe der Zitrone, Dotterblume
sie trug ein gelbes Band im Haar, eine gelbe Bluse
ein Strauß gelbe Tulpen
gelbes Laub
gelbe Erbsen
süddeutsch gelbe Rüben (= Mohrrüben)
der Vogel hat einen gelben Schnabel
das Kind hat eine fahle, gelbe Gesichtsfarbe
Menschen von gelber Hautfarbe
Medizin das gelbe Fieber (= Gelbfieber)
Medizin der gelbe Fleck (= Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut des Auges)
Geografie der Gelbe Fluss (= der Strom Hwangho in China)
Radsport das gelbe Trikot (= gelber Jersey, der bei Etappenradrennen, Straßenrennen dem jeweils an der Spitze der Gesamteinzelwertung liegenden Fahrer als Auszeichnung und zur Kennzeichnung verliehen wird)
ein zartes, lichtes, kräftiges, leuchtendes, strahlendes, schmutziges Gelb
das Gelb hat einen Stich ins Grün (= geht schon sehr ins Grün über)
die Verkehrsampel steht auf Gelb
der Kragen (des Kleides) ist mit Gelb abgesetzt
die Tapete ist gelb (und weiß) gestreift
Löwenzahn blüht gelb, hat gelbe Blüten
die Wäsche ist mit der Zeit gelb geworden
das Getreide wird schon gelb
die Rapsfelder leuchten weithin gelb
die Gartenmöbel gelb anstreichen
gelb ist die Farbe des Neides, der Missgunst
Neubert sah allerdings, daß ein böses, giftiges Gelb Magdas Gesicht ... färbte [HermlinGemeinsamkeit43]
bildlich
Beispiele:
salopp sich gelb und grün ärgern
salopp vor Neid, Ärger gelb (und grün) werden
2.
historisch, abwertend
Beispiel:
die gelbe Gewerkschaft (= Bezeichnung für eine Organisation, die Ende des 19. Jahrhunderts von Unternehmern gebildet und finanziert wurde, um die Arbeitnehmer vom Beitritt zu den revolutionären Gewerkschaften abzuhalten, Scheingewerkschaft)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gelb · gehl · gel · gilben · vergilben · gelblich · Gelbschnabel · Gelbsucht · gelbsüchtig
gelb Adj. Das germ. Farbadjektiv ahd. (8. Jh.), asächs. gelo, mhd. gel, mnd. gēl, mnl. ghēle, nl. geel, aengl. geolu, geolo, engl. yellow (germ. *gelwa-), ablautend anord. gulr, norw. schwed. dän. gul (germ. *gulwa-) führt mit aind. háriḥ ‘fahl, gelblich, grünlich’, awest. zaray- ‘gelb(lich), goldfarben’, griech. chlōrós (χλωρός) ‘blaßgrün, grüngelb’, lat. helvus ‘honiggelb’, air. gel ‘leuchtend weiß’, lit. žel̃vas ‘grünlich, gelblich’, aslaw. zelenъ, russ. zelënyj (зелёный) ‘grün’ zu der vielfach erweiterten Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’, in Farbbezeichnungen besonders ‘gelb, grün’, neben der Varianten wie *ghel(ə)- oder *g‐ͧhel(ə)- angesetzt werden. Gleichen Ursprungs sind ↗Galle, ↗Gold, ↗Glanz, ↗Glas, ↗gleißen, ↗glimmen, ↗glotzen, ↗glühen, ↗glatt (s. d.). Das auslautende -b im Nhd. (zuerst 15. Jh. in obd. Mundarten) stammt aus den flektierten Formen (Genitiv ahd. gel(a)wes, mhd. gelwes) des wa-Stammes (germ. *gelwa-). Die alte, im Mhd. entstandene endungslose Form gel hat sich in gehl, gel Adj. in verschiedenen Mundarten erhalten (s. auch ↗fahl, ↗falb). gilben Vb. ‘gelb werden’ (Anfang 16. Jh.), mhd. gilwen (transitiv) ‘gelb machen’, sich gilwen ‘gelb werden’, daneben mhd. gelwen ‘gelb werden’; vergilben Vb. ‘sich gelb färben, vor Alter fahl, farblos werden’ (besonders von Papier, Laub, Geweben), ‘gelb, fahl, farblos machen’, mhd. vergelwen ‘gelb werden’ und vergilwen ‘gelb machen oder werden’. gelblich Adj. ‘leicht gelb, ins Gelbe spielend’ (17. Jh.), älter gelblicht (16. Jh.), mhd. gelblo(h)t, gelwelot, dazu die Nebenformen gilblich (18. Jh.) und gilblicht (15. Jh.). Gelbschnabel m. ‘unreifer, unerfahrener Mensch’ (16. Jh.), heute üblicher ↗Grünschnabel (s. d.), eigentlich ‘junger Vogel, der noch gelb um den Schnabel ist’, wie gleichbed. frz. béjaune, bec-jaune und nl. geelbek. Gelbsucht f. (Infektions)krankheit mit gelblicher Färbung der Haut durch Übertreten von Gallenfarbstoff ins Blut, ahd. gelosuht, gelewasuht (10. Jh.), mhd. gelsuht (s. ↗Sucht). gelbsüchtig Adj. ‘an Gelbsucht erkrankt’, ahd. gelosuhtīg (11. Jh.), mhd. gelsühtec.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blüte Engel Farbe Flagge Fluß Hemd Karte Leibchen Meer Metall Pullover Riese Rose Rübe Sack Schild Stern T-Shirt Tonne Trikot Zettel blau braun grün leuchten leuchtend orange rot schwarz weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gelb‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber er sitzt hier, auf einem gelben Sofa zwischen engen Wänden.
Süddeutsche Zeitung, 15.02.2003
Neulich hat es geregnet, aber es war gelber Regen, der Wind hatte Sand mit herangetragen.
Der Tagesspiegel, 06.04.2002
Noch sind die Halme gelb, leblos dürr, vom Winter gezeichnet.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 30.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Die Blätter werden wohl schon etwas gelb, aber sonst ist alles noch schön in Ordnung.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 03.04.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Wenn man sie rüttelt, fliegt ein gelber Staub ins Zimmer.
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6289
Zitationshilfe
„gelb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gelb>, abgerufen am 21.11.2018.

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