gelehrig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungge-leh-rig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›gelehrig‹ als Erstglied: ↗Gelehrigkeit  ·  mit ›gelehrig‹ als Letztglied: ↗ungelehrig
eWDG, 1967

Bedeutung

leicht zu belehren und gut, schnell begreifend
Beispiele:
ein aufmerksamer, gelehriger Schüler
ein gelehriges Tier
der Hund, Elefant ist äußerst gelehrig
Aus der ungewöhnlichen Situation heraus ... spürte das Kind gelehrig die Gefahr [ApitzNackt366]
Wir waren gelehrige Schüler seiner Methoden geworden [RemarqueIm Westen54]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lehren · gelehrt · Gelehrter · gelehrig · gelehrsam · Gelehrsamkeit · Lehrer · Lehrerin · Lehrling · Lehrgang · Lehrgeld · lehrreich · Lehrsatz · Lehrstuhl
lehren Vb. ‘unterrichten, unterweisen, Kenntnisse vermitteln’, ahd. (8. Jh.), mhd. lēren, asächs. lērian, mnd. mnl. lēren (auch ‘lernen’), nl. leren, aengl. lǣran (daraus oder aus dem Mnd. anord. læra ‘lehren, lernen’), got. laisjan ‘lehren’ ist Kausativbildung im Sinne von ‘wissend machen’ zu einem in got. lais ‘ich weiß’, eigentlich ‘ich bin wissend geworden, habe erfahren, habe nachgespürt’ belegten Präteritopräsens. Verbindet man lehren, verwandtes ↗lernen und ↗List (s. d.) mit den unter ↗leisten und ↗Gleis (s. d.) genannten Formen, so ist Anschluß an die dort angegebene Wurzel ie. *leis- ‘am Boden gezogene Spur, Furche’ möglich. Als verbale Ausgangsbedeutung ließe sich ‘auf der Spur des Wildes sein, sie beobachten und erkennen lehren’ ansetzen. gelehrt Part.adj. ‘wissenschaftlich gebildet, umfassende Kenntnisse besitzend’, ahd. gilērit (8. Jh.), mhd. gelēr(e)t; dazu die Substantivierung Gelehrter m. ‘wer gelehrt ist, sich der Wissenschaft und Forschung widmet’, frühnhd. ‘philologisch, grammatisch Geschulter’ (16. Jh.); vgl. ahd. (Plur.) thie gilērtun (9. Jh.) für lat. scrībae. gelehrig Adj. ‘leicht zu belehren und schnell begreifend, lernwillig’ (15. Jh.; doch vgl. schon mhd. ungelēric), eine Verstärkung zu gleichbed., bis ins 16. und 17. Jh. üblichem lehrig, ahd. lērīg ‘belehrbar’ (11. Jh.); vgl. mnd. lērich. gelehrsam Adj. ‘gelehrig’, älter ‘gelehrt’ (16. Jh.); Gelehrsamkeit f. ‘umfassende wissenschaftliche Kenntnis, Gelehrtheit’ (17. Jh.). Lehrer m. ‘wer lehrt, Unterricht erteilt’, ahd. lērāri, meist ‘Unterweiser im göttlichen Wort’ (8. Jh.), mhd. lērære, lērer für lat. doctor ‘Lehrer, Lehrmeister’ (s. ↗Doktor); vgl. got. laisareis ‘Lehrer’; Lehrerin f. (15. Jh.), ahd. lērārin (Hs. 12. Jh.) für lat. doctrīx. Lehrling m. ‘in einem Lehrverhältnis stehender Jugendlicher’, zuerst (Anfang 14. Jh.) in Kölner Zunfturkunden l(e)irlinc (im Kunsthandwerk); es setzt sich gegen Lehrkind (mhd. lērekint, auch lēreknabe, lēretohter) und Lehrknecht (mhd. lērekneht) durch. Lehrgang m. ‘zeitlich begrenzte schulmäßige Ausbildung, in der ein bestimmter Lehrstoff vermittelt wird’, von Campe (1792) für lat. cursus (s. ↗Kursus) vorgeschlagen. Lehrgeld n. ehemals ‘für eine handwerkliche Ausbildung vom Lehrling an den Lehrherrn zu zahlendes Geld’, mhd. lērgelt; heute nur noch übertragen in der Wendung Lehrgeld (be)zahlen ‘Erfahrungen durch Schaden erkaufen’. lehrreich Adj. ‘Erfahrung und Wissen bereichernd, aufschlußreich, instruktiv’ (17. Jh.). Lehrsatz m. ‘grundlegende, beweisbare wissenschaftliche Behauptung’ (17. Jh.). Lehrstuhl m. ‘planmäßige Stelle eines Hochschullehrers, Professur’, mhd. lērstuol für lat. cathedra (s. ↗Katheder).

Thesaurus

Synonymgruppe
anstellig · ↗aufgeweckt · ↗aufnahmefähig · ↗begabt · gelehrig · ↗gelehrsam · ↗hell · ↗lernfähig · ↗verständig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adept Affe Hund Körper Musterschüler Schüler Schülerin Tier Zögling als besonders erweisen klug sehr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gelehrig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was die Herren Wissenschaftler beizutragen hatten, war überwiegend gelehrig, und so soll es auch bei 3sat sein.
Süddeutsche Zeitung, 16.02.2004
Aber dagegen steht offenbar das schlechte Image der gelehrigen Hunde.
Der Tagesspiegel, 06.01.2003
Jung gefangene Tiere sind liebenswürdig und gelehrig, aber wenig lebhaft, sehr still, geradezu melancholisch.
Hagenbeck, John u. Ottmann, Victor: Südasiatische Fahrten und Abenteuer, Dresden: Deutsche Buchwerkstätten 1924 [1924], S. 183
Das Volk war zwar gelehrig, doch unter verstärktem Druck mochte es leicht wider den Stachel locken.
Roots, Ivan: Die englische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1797
Palma sei sehr gelehrig gewesen und habe alles richtig gemacht.
Goldt, Max: Träume (1). In: ders., Ungeduscht, geduzt und ausgebuht, Berlin: a-verbal-Verl. 1988, S. 15
Zitationshilfe
„gelehrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gelehrig>, abgerufen am 16.07.2019.

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