gelenk

Worttrennungge-lenk (computergeneriert)
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

veraltet gelenkig, geschmeidig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gelenk · gelenkig · gelenk · ungelenk · ungelenkig · Gelenkigkeit
Gelenk n. ‘bewegliche Verbindung von Knochen, von (Maschinen)bauteilen’, ahd. gi(h)lenki (11./12. Jh.), mhd. gelenke ‘der biegsame schmale Leib zwischen Hüfte und Brust, Taille’ ist eine Kollektivbildung zu ahd. (h)lanka (um 800), mhd. lanke ‘Hüfte, Lende’, eigentlich ‘Einbiegung, Stelle, an der man sich biegt’, dann auf alle anderen biegsamen Teile des Körpers übertragen, meist mit Angabe des betreffenden Körperteils wie Fuß-, Hand-, Hüft-, Kniegelenk. Ahd. (h)lanca und mhd. lanke (mit ↗lenken und ↗Flanke, s. d.) sind verwandt mit aengl. hlanc ‘schlank, dünn’, eigentlich ‘biegsam’, aengl. hlence, anord. hlekkr ‘Kette, Kettenglied’, hlykkr ‘Krümmung, Biegung’ und mit lat. clingere ‘umgürten, schließen’. gelenkig Adj. ‘behende, flink in den Bewegungen’ (17. Jh.), Weiterbildung von gleichbed., heute selten gebrauchtem gelenk Adj. mhd. gelenke ‘biegsam, gewandt’, das in ungelenk Adj. ‘steif, schwerfällig in den Bewegungen’ (mhd. ungelenke) heute verbreiteter ist als erweitertes ungelenkig Adj. (18. Jh.). Gelenkigkeit f. (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn er war klein und wenig gelenk, seine Kenntnisse liefen nur mit.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 280
Da diese rheumatischen Erkrankungen häufig mit der Gicht verwechselt werden, wird schließlich auch dieses oft auf die Gelenke konzentrierte Leiden besprochen.
Süddeutsche Zeitung, 03.05.2003
Ihre gelenken Hände fingen an, sanfter über die Tasten zu gleiten, ihre Stimme senkte sich und hörte auf, ein einziger grotesker Schrei zu sein.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 231
Soviel Herz wie sie hat keine Sängerin je zuvor in einer zeitgenössischen Oper auf der gelenken Zunge getragen.
Die Welt, 15.11.1999
Ein lieblicher Damenflor schmückte die ersten Reihen und hing begeistert an den Lippen und dem wenig gelenken Taktstock des Dirigenten.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Zitationshilfe
„gelenk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gelenk>, abgerufen am 19.07.2019.

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