Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

genüsslich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ge-nüss-lich
Ungültige Schreibung genüßlich
Rechtschreibregel § 2
eWDG

Bedeutung

genießerisch, mit Genuss
Beispiele:
er ließ das Gebäck genüsslich auf der Zunge zergehen
Seine kleinen, genüßlichen Äuglein spazierten stillvergnügt über die rosig angehauchten fetten Rücken seiner Schweine [ G. Hauptm.4,10]
Reineboth nahm genüßlich einen Schluck [ ApitzNackt201]
Mein Tier mahlte genüßlich sein Morgenfutter [ HagelstangeSpielball107]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genuß · genüßlich · Genußmittel · Genußsucht · genußsüchtig
Genuß m. ‘was Freude, Wohlbehagen, tiefe Befriedigung bereitet’, enger (nur im Sing., den Vorgang bezeichnend) ‘Nahrungsaufnahme’ Das vom Verb genießen (s. d.) abgeleitete Abstraktum mhd. genuʒ (13. Jh.?, Hs. aber 15. Jh., vgl. außerdem mnd. genüt, genütte ‘Nutzung, Vorteil’, spätmnl. ghenot ‘Ertrag, Vorteil, Gewinn’), tritt seit Anfang des 17. Jhs. an die Stelle des älteren Deverbativums mhd. genieʒ, nhd. Genieß (dieses ist im 18. Jh. noch lebendig, daneben um 1700 Genüß, wohl durch Vermischung beider Lautungen), zunächst in dessen Bedeutung ‘Nutznießung, Nutzen, Gewinn’, die die Wendung in den Genuß einer Sache kommen ‘Gelegenheit bekommen, über eine Sache zum eigenen Vorteil, Nutzen zu verfügen’ bis heute bewahrt. Der moderne Gebrauch setzt im 18. Jh. ein. – genüßlich Adj. ‘einen Genuß bewußt auskostend, genießerisch’, seltener (nur attributiv) ‘Genuß gewährend, behaglich’, neben semantisch abweichendem genießlich ‘vorteilhaft, genießbar, gewinnsüchtig’ (16. bis 20. Jh.) seit dem 17. Jh. vereinzelt bezeugt, auch noch Anfang des 20. Jhs. kaum geläufig. Genußmittel n. ‘wegen seiner anregenden Wirkung oder bestimmter geschmacklicher Eigenschaften geschätztes Produkt’ (Anfang 19. Jh.); vorher in gleichem Sinne Genießmittel (18. Jh.), auch Genosmittel (Schottel 1663). Genußsucht f. ‘übersteigertes Streben nach Genüssen’, dazu genußsüchtig Adj. beide als Neubildungen bei Campe (1808) verzeichnet; älter ist genießsüchtig ‘eigennützig, gewinnsüchtig’ (16. Jh., von Genieß, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
genüsslich · süffisant
Assoziationen
Synonymgruppe
genießerisch · genussvoll · genüsslich · lustvoll · sinnenfreudig  ●  hedonistisch  geh. · lustbetont  geh., ironisierend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›genüsslich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›genüsslich‹ und ›genüßlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›genüsslich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort hinein lässt sich Lulu genüsslich fallen, aber dort hinein flüchten sich die Frauen auch vor den Männern. [Die Zeit, 12.12.2010 (online)]
Selbst im späteren Erzählen töten sie ihr Opfer noch einmal genüsslich. [Die Zeit, 02.11.2009, Nr. 44]
Wir hielten uns an das genüssliche Bad im mitteleuropäischen Becken. [Die Zeit, 15.06.2009, Nr. 24]
So perfektionistisch, wie er beim Kochen ist, so genüsslich isst er selbst sein Werk auf. [Die Zeit, 29.12.2008, Nr. 52]
Immer wieder hat das Kino diesen Tag der ewigen Treue genüsslich zerdeppert. [Die Zeit, 18.08.2005, Nr. 34]
Zitationshilfe
„genüsslich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gen%C3%BCsslich>.

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