gendern

GrammatikVerb · gendert, genderte, hat gegendert
Aussprache[ˈdʒɛndɐn]
Worttrennunggen-dern
GrundformGender
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
geschlechtsneutrale oder geschlechtsinklusive Ausdrücke verwenden und dadurch Texte so gestalten, dass die Ausgrenzung aufgrund des (sozialen) Geschlechts vermieden wird
Beispiele:
Wir gendern alle Texte: von der Website bis zum Pressetext. […] Wenn wir uns direkt an Personen wenden, verwenden wir immer weibliche oder männliche Formen. [Wortwelt Österreich:Gender-Charta von wortwelt., 08.10.2013, aufgerufen am 16.09.2018]
Als vor fast vierzig Jahren das Fräulein abgeschafft war und das Gendern begann, wollte man damit zur Sichtbarmachung von Frauen in der Sprache beitragen. [Süddeutsche Zeitung, 03.03.2017]
Es gibt viele Formen des Genderns, wie etwa das Binnen-I (LeserInnen), die Gender-Gap (Leser_innen) oder das Gendern mit Asterisk (Leser*innen). [Gender Archive, 04.09.2016, aufgerufen am 14.09.2018]
Laut einer Studie über die 500 Top-Betriebe [Österreichs] gendern 60 Prozent ihre Texte, 31 Prozent tun dies zumindest gelegentlich. [Der Standard, 08.09.2014]
[…] Obwohl sich eine geschlechtergerechte Sprache im wissenschaftlichen und politischen Diskurs anfängt langsam durchzusetzen, sieht es so aus als hätten die Lehrenden des Juridicums [der rechtswissenschaftlichen Fakultät] […] Probleme damit, vor einem Auditorium, ihre Sprache gerechter zu gestalten – also zu gendern. […] [juridicum wien, 01.02.1999, aufgerufen am 06.02.2016]
2.
einen Gegenstand oder ein Produkt einem bestimmten (sozialen) Geschlecht zuschreiben
Beispiele:
Warum muss es überhaupt eine Buben- und eine Mädchenabteilung geben? […] Das absurde »gendern« von Produkten will derzeit gar nicht abreißen, von Stiften bis Klebesticks bis Bier […] muss es plötzlich alles auch extra »für Frauen« geben. [sugarbox, 24.03.2014, aufgerufen am 06.02.2016]
Man kann heutzutage noch nicht mal mehr ein paar Kinderschuhe kaufen, die nicht gegendert wären, also von ziemlich einseitigen Geschlechtervorstellungen ausgehen. [Zeit Magazin, 07.12.2017 (online)]
3.
jmdm. (durch Anrede o. Ä.) ein (soziales) Geschlecht zuschreiben
Beispiele:
Du gehst nicht mehr in Seminare, weil du es nicht mehr aushältst, immer falsch gegendert zu werden, immer mit »Frau« oder »Herr« angesprochen zu werden. [que(e)r_einsteigen, 21.09.2014, aufgerufen am 29.04.2016]
Ich wurde den größeren Teil meines Lebens falsch gegendert. [AnnaHeger: Das ComicZine zu den Pronomen ohne Geschlecht, 16.09.2013, aufgerufen am 14.09.2018]
4.
fachsprachlich Gender-Mainstreaming umsetzen
Beispiel:
[Das] […] Unternehmen ist komplett globalisiert, gegendert und gemainstreamt […]. [Welt am Sonntag, 22.03.2015, Nr. 12]
Zitationshilfe
„gendern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gendern>, abgerufen am 20.02.2019.

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