generalisieren

GrammatikVerb · generalisierte, hat generalisiert
Worttrennungge-ne-ra-li-sie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortzerlegunggeneral--isieren
Wortbildung mit ›generalisieren‹ als Erstglied: ↗Generalisierung · ↗generalisierbar  ·  mit ›generalisieren‹ als Grundform: ↗Generalisation · ↗generalisiert
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. verallgemeinern
Gegenwort zu spezialisieren
Beispiele:
er generalisierte fehlerhaft, oberflächlich, treffend
ein generalisierendes Urteil
durch Generalisieren gewinnt man allgemeine Begriffe, Sätze, Gesetze
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

General · general- · generalisieren
General m. Offizier der höchsten Rangstufe. Mhd. general ‘Vorsteher eines Mönchsordens’ entspricht mlat. generalis, der verkürzenden Substantivierung aus Fügungen wie kirchenlat. generālis abbās o. ä. Zugrunde liegt lat. generālis ‘allgemein’, eigentlich ‘zur ganzen Gattung gehörig’, eine Ableitung von lat. genus ‘Geschlecht, Gattung’ (s. ↗Genus). Danach ist der „generalis“, der allgemeine und dadurch höhere Vorsteher, von dem „specialis“, dem niederen Vorsteher kleinerer Einheiten oder Verbände, abgehoben. Mit dieser Vorstellung übernimmt das Frz. den Ausdruck auch in den militärischen Bereich; zuerst ebenfalls adjektivisch mfrz. capitaine général (14. Jh.). Diesem folgen die dt. Bildungen Generalfeldherr, Generalleutnant, Generaloberst (16. Jh.), Generalfeldmarschall (um 1600); substantiviertes und verselbständigtes mfrz. frz. général begegnet im 15. Jh., nhd. General zuerst gegen Ende des 16. Jhs. Im oben dargestellten Sinne von ‘allgemein, übergreifend, umfassend’, daher oft auch ‘ranghöher’, wird general- Bestimmungswort vieler Zusammensetzungen: Generalkonzil ‘allgemeine Kirchenversammlung’ (16. Jh., nach mlat. concilium generale, 13. Jh.); Generalmandat ‘eine alle angehende Anordnung’ (16. Jh.); Generalbaß ‘den Gang der Harmonie des Ganzen bestimmende Baßstimme’ (17. Jh., ital. basso generale neben basso continuo); ferner Generalbeichte (17. Jh.), Generalprobe, Generalstreik; in Titeln und Amtsbezeichnungen Generalpostmeister (1595), Generalvikar, Generalsuperintendent (17. Jh.), Generaldirektor, Generalintendant (19. Jh.). generalisieren Vb. ‘verallgemeinern’ (18. Jh.); vgl. frz. généraliser.

Thesaurus

Synonymgruppe
ableiten · ↗abstrahieren · generalisieren · ↗herleiten · ↗induzieren · ↗verallgemeinern

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dazu kommt ihre Fähigkeit zu generalisieren, frühere Erkenntnisse auf ähnliche Situationen zu übertragen.
o. A.: Chip - Schach - matt. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]
Dies ist aber nicht erwünscht, sondern man verlangt, daß sie aus den gegebenen Daten generalisieren und somit Strukturen erkennen.
C't, 1993, Nr. 11
Es fällt mir nicht ein, den Fall Andra generalisieren zu wollen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18398
Signale, die bedrohliche Ereignisse ankündigen, werden - was durchaus sinnvoll ist - über einen weiteren Bereich generalisiert als harmlose Reize.
Foppa, Klaus: Lernen, Gedächtnis, Verhalten, Köln u. a.: Kiepenheuer & Witsch 1965, S. 216
Da Kaspar Pröckl ein finsteres Gesicht machte, wiederholte er, es liege ihm fern, zu generalisieren.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 938
Zitationshilfe
„generalisieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/generalisieren>, abgerufen am 17.02.2019.

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