Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

genießerisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ge-nie-ße-risch
Wortzerlegung Genießer -isch
eWDG

Bedeutung

wie ein Genießer, mit Genuss, Befriedigung
Beispiele:
er ließ das Gebäck genießerisch auf der Zunge zergehen
er nahm einen genießerischen Schluck
Der Herr … hatte ein fleischiges Gesicht und einen vollen, genießerischen (= genusssüchtigen) Mund [ Feuchtw.Füchse133]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

genießen · Nießbrauch · Nießnutz · genießbar · Genießer · genießerisch
genießen Vb. ‘Freude, Wohlbehagen bei etw. finden, etw. erhalten, zur Verfügung haben, Speisen und Getränke zu sich nehmen’, ahd. nioʒan (8. Jh.), ginioʒan (9. Jh.), mhd. (ge)nieʒen, asächs. niotan, mnd. genēten, nl. genieten, aengl. nēotan, anord. njōta, schwed. njuta ‘benutzen, genießen’ sowie got. niutan ‘erreichen, erlangen’, ganiutan ‘ergreifen, fangen’ (vgl. got. nuta ‘Fischer’, eigentlich ‘Fänger’) führen auf germ. *neutan, zu ie. *neud- ‘Erstrebtes ergreifen, in Nutzung nehmen’ (wozu auch Genosse, Nutzen, s. d.). Nießbrauch m. ‘Recht auf Nutzung fremden Eigentums’ (17. Jh.), mit mhd. nieʒ, frühnhd. Nieß ‘Benutzung, Nutznießung, Genuß’ (Deverbativum zu mhd. nieʒen, s. oben; daneben Genieß, s. Genuß) gebildete Übersetzung des Rechtsterminus lat. ūsus frūctus; jünger in gleichem Sinne Nießnutz m. (19. Jh.). genießbar Adj. ‘eßbar, bekömmlich’ (17. Jh.; anfangs auch ‘nützlich, vorteilhaft’ wie das ältere genießlich, 16. Jh., s. genüßlich). Genießer m. ‘wer zu genießen versteht’, mhd. genieʒer; dazu genießerisch Adj. ‘nach Art eines Genießers, mit Genuß’ (30er Jahre 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
genießerisch · genussreich · genussvoll · genüsslich · lustvoll · sinnenfreudig · sinnlich  ●  hedonistisch  geh. · lustbetont  geh., ironisierend

Typische Verbindungen zu ›genießerisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›genießerisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›genießerisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das graphische Bild rechnete nicht mit genießerischen Augen, und außerdem mangelte es immer an Geld. [Die Zeit, 30.10.1987, Nr. 45]
Es ist eine gelassen zupackende, genaue, auch in Details vordringende, genießerisch illustrierte Darstellung. [Die Zeit, 10.11.1989, Nr. 46]
Wem das alles zu wenig genießerisch klingt, kann den Weg in die Welt der Restaurants und Hotels einschlagen. [Die Zeit, 30.09.1999, Nr. 40]
Genießerisch zeichnete er mit den Händen die Linien der Zelle nach. [Jens, Walter: Nein, München: Piper 1968 [1950], S. 139]
Das versteht sich; die weidet auch meine Pudelhündin genießerisch ab. [Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 133]
Zitationshilfe
„genießerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/genie%C3%9Ferisch>.

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