genießerisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungge-nie-ße-risch (computergeneriert)
WortzerlegungGenießer-isch
eWDG, 1967

Bedeutung

wie ein Genießer, mit Genuss, Befriedigung
Beispiele:
er ließ das Gebäck genießerisch auf der Zunge zergehen
er nahm einen genießerischen Schluck
Der Herr ... hatte ein fleischiges Gesicht und einen vollen, genießerischen (= genusssüchtigen) Mund [Feuchtw.Füchse133]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

genießen · Nießbrauch · Nießnutz · genießbar · Genießer · genießerisch
genießen Vb. ‘Freude, Wohlbehagen bei etw. finden, etw. erhalten, zur Verfügung haben, Speisen und Getränke zu sich nehmen’, ahd. nioʒan (8. Jh.), ginioʒan (9. Jh.), mhd. (ge)nieʒen, asächs. niotan, mnd. genēten, nl. genieten, aengl. nēotan, anord. njōta, schwed. njuta ‘benutzen, genießen’ sowie got. niutan ‘erreichen, erlangen’, ganiutan ‘ergreifen, fangen’ (vgl. got. nuta ‘Fischer’, eigentlich ‘Fänger’) führen auf germ. *neutan, zu ie. *neud- ‘Erstrebtes ergreifen, in Nutzung nehmen’ (wozu auch ↗Genosse, ↗Nutzen, s. d.). Nießbrauch m. ‘Recht auf Nutzung fremden Eigentums’ (17. Jh.), mit mhd. nieʒ, frühnhd. Nieß ‘Benutzung, Nutznießung, Genuß’ (Deverbativum zu mhd. nieʒen, s. oben; daneben Genieß, s. ↗Genuß) gebildete Übersetzung des Rechtsterminus lat. ūsus frūctus; jünger in gleichem Sinne Nießnutz m. (19. Jh.). genießbar Adj. ‘eßbar, bekömmlich’ (17. Jh.; anfangs auch ‘nützlich, vorteilhaft’ wie das ältere genießlich, 16. Jh., s. ↗genüßlich). Genießer m. ‘wer zu genießen versteht’, mhd. genieʒer; dazu genießerisch Adj. ‘nach Art eines Genießers, mit Genuß’ (30er Jahre 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
genießerisch · ↗genussreich · ↗genussvoll · ↗genüsslich · ↗lustvoll · ↗sinnenfreudig · ↗sinnlich  ●  ↗hedonistisch  geh. · ↗lustbetont  geh., ironisierend
Assoziationen
  • (in dieser Beziehung) kein Kind von Traurigkeit · alles mitnehmen · nicht verschmähen · nicht von der Bettkante stoßen · nichts anbrennen lassen  ●  die Blümlein am Wegesrand pflücken  fig. · kein Kostverächter  fig.
  • Genießer · ↗Genussmensch · ↗Hedonist · ↗Lebenskünstler  ●  ↗Epikureer  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lebensstil Lächeln Mund Schluck Vernunft auskosten beinahe fast geradezu lächeln schlürfen schnalzen schwelgen trinken zurücklehnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›genießerisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das graphische Bild rechnete nicht mit genießerischen Augen, und außerdem mangelte es immer an Geld.
Die Zeit, 30.10.1987, Nr. 45
Auch das Rauchen hat sie nicht aufgegeben, führt genießerisch eine dünne Zigarette zum Mund.
Die Welt, 22.06.2000
Das versteht sich; die weidet auch meine Pudelhündin genießerisch ab.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 133
Genießerisch zeichnete er mit den Händen die Linien der Zelle nach.
Jens, Walter: Nein, München: Piper 1968 [1950], S. 139
Oft legt sie sich ihrer ganzen Größe nach über das kleine Becken, breit und "genießerisch", um den wohltuenden Wasserdunst aufzunehmen.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 122
Zitationshilfe
„genießerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/genießerisch>, abgerufen am 21.11.2019.

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