genossenschaftlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ge-nos-sen-schaft-lich
Wortzerlegung Genossenschaft-lich
Wortbildung  mit ›genossenschaftlich‹ als Letztglied: ↗innergenossenschaftlich · ↗vollgenossenschaftlich
eWDG

Bedeutungen

1.
einer Genossenschaft gehörend
Beispiele:
der genossenschaftliche Acker, Betrieb, Maschinenpark, Stall
das genossenschaftliche Eigentum
2.
der Struktur, den Prinzipien einer Genossenschaft entsprechend
Beispiele:
der genossenschaftliche Einzelhandel
das genossenschaftliche Prinzip
die genossenschaftliche (= in einer Genossenschaft wirksame) Demokratie
in einer Genossenschaft, gemeinsam
Beispiele:
der genossenschaftliche Einkauf, Vertrieb
die genossenschaftliche Arbeit, Bewirtschaftung des Ackers, Nutzung der Maschinen, Viehhaltung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genosse · Genossenschaft · genossenschaftlich
Genosse m. ‘Gefährte, Begleiter, Mitglied, Kampfgefährte in einer (sozialdemokratischen) Arbeiterpartei’, entsprechend auch Anrede der Mitglieder untereinander. Ahd. ginōʒ (8. Jh.), ginōʒo (9. Jh.), mhd. genōʒ(e) ‘wer mit anderen etw. gemeinschaftlich hat, gleich an Wesen, Stand, ebenbürtig ist, Gefährte’, asächs. ginōt, mnd. genōt(e), mnl. ghenoot, nl. genoot, aengl. genēat und (ohne Präfix) anord. nautr, afries. nāt sind Possessivkomposita zu ahd. (8. Jh.), mhd. nōʒ, mnl. noot, aengl. nēat, engl. neat, anord. naut ‘Nutzvieh, Rind, Schlacht-, Zug-, Lasttier’ und bezeichnen denjenigen, ‘der das Vieh mit (einem) anderen gemeinsam hat’ (zur Bildung s. ↗Bauer3, ↗Geselle, ↗Gefährte). Das zugrundeliegende germ. *nauta- ‘Nutztier, -vieh, Habe’ ist verwandt mit ↗genießen und ↗nutzen (s. d.) und läßt sich mit diesen sowie mit lit. naudà ‘Nutzen, Vorteil, Gewinn, Besitz, Vermögen’, lett. nauda ‘Nutzen, Habe, Geld’ unter einem Ansatz ie. *neud- ‘Erstrebtes ergreifen, in Nutzung nehmen’ vereinigen. Bis ins 19. Jh. bezeichnet Genosse den Gefährten, den Gleichgesinnten, den Gleichgestellten an Stand und Besitz. In der Mitte der 70er Jahre des 19. Jhs. wird Genosse übliche Anrede in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei als Ausdruck gleicher Gesinnung im Streben nach Verwirklichung gemeinsamer Ziele (s. das Kompositum ↗Parteigenosse). Genossenschaft f. ‘Zusammenschluß mehrerer Personen zur Förderung gleicher wirtschaftlicher Interessen mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes’. Ahd. ginōʒscaf (8. Jh.), -scaft (um 1000), mhd. genōʒschaft bezeichnet zunächst (bis ins 17. Jh.) die ‘Verbindung, Gemeinschaft, Gesellschaft, Gesamtheit von Standesgenossen’ (vgl. bäuerliche Genoßschaft, Eidgenoßschaft), danach (unter Einfluß von gleichbed. engl. corporation) im oben genannten Sinne. genossenschaftlich Adj. (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›genossenschaftlich‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›genossenschaftlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›genossenschaftlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In veränderter Form aber lebte das genossenschaftliche Bauen auch nach 1945 fort.
Die Zeit, 05.06.2013, Nr. 22
Den genossenschaftlichen Banken als möglichen Käufern schwebe aber ein Kauf zu pari vor.
Süddeutsche Zeitung, 06.03.1996
Sie verloren aber ihren genossenschaftlichen Charakter; neben sie traten staatliche und halbstaatliche Betriebe.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - V. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 21398
Die Zucht liegt fast ausschließlich in privaten oder genossenschaftlichen Händen.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 228
Danach ist der Rat eine genossenschaftliche Gemeinschaft von gegenwärtig etwa 250 orthodoxen, protestantischen, altkatholischen und anglikanischen Kirchen mit Sitz in Genf.
o. A. [cu]: Weltkirchenrat. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1974]
Zitationshilfe
„genossenschaftlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/genossenschaftlich>, abgerufen am 17.01.2021.

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