genusssüchtig

Alternative SchreibungGenuss-süchtig
GrammatikAdjektiv
Worttrennungge-nuss-süch-tig · Ge-nuss-süch-tig
WortzerlegungGenuss-süchtig
Ungültige Schreibunggenußsüchtig
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1), § 45 (4)
eWDG, 1967

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von Genusssucht
Beispiele:
ein genusssüchtiger Mensch
sie war sehr genusssüchtig
Seine Lippen, genußsüchtig geschwungen, zuckten zartrot im Rosigen [A. ZweigEinsetzung184]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genuß · genüßlich · Genußmittel · Genußsucht · genußsüchtig
Genuß m. ‘was Freude, Wohlbehagen, tiefe Befriedigung bereitet’, enger (nur im Sing., den Vorgang bezeichnend) ‘Nahrungsaufnahme’ Das vom Verb ↗genießen (s. d.) abgeleitete Abstraktum mhd. genuʒ (13. Jh.?, Hs. aber 15. Jh., vgl. außerdem mnd. genüt, genütte ‘Nutzung, Vorteil’, spätmnl. ghenot ‘Ertrag, Vorteil, Gewinn’), tritt seit Anfang des 17. Jhs. an die Stelle des älteren Deverbativums mhd. genieʒ, nhd. Genieß (dieses ist im 18. Jh. noch lebendig, daneben um 1700 Genüß, wohl durch Vermischung beider Lautungen), zunächst in dessen Bedeutung ‘Nutznießung, Nutzen, Gewinn’, die die Wendung in den Genuß einer Sache kommen ‘Gelegenheit bekommen, über eine Sache zum eigenen Vorteil, Nutzen zu verfügen’ bis heute bewahrt. Der moderne Gebrauch setzt im 18. Jh. ein. genüßlich Adj. ‘einen Genuß bewußt auskostend, genießerisch’, seltener (nur attributiv) ‘Genuß gewährend, behaglich’, neben semantisch abweichendem genießlich ‘vorteilhaft, genießbar, gewinnsüchtig’ (16. bis 20. Jh.) seit dem 17. Jh. vereinzelt bezeugt, auch noch Anfang des 20. Jhs. kaum geläufig. Genußmittel n. ‘wegen seiner anregenden Wirkung oder bestimmter geschmacklicher Eigenschaften geschätztes Produkt’ (Anfang 19. Jh.); vorher in gleichem Sinne Genießmittel (18. Jh.), auch Genosmittel (Schottel 1663). Genußsucht f. ‘übersteigertes Streben nach Genüssen’, dazu genußsüchtig Adj. beide als Neubildungen bei Campe (1808) verzeichnet; älter ist genießsüchtig ‘eigennützig, gewinnsüchtig’ (16. Jh., von Genieß, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
epikureisch · epikurisch · genusssüchtig

Typische Verbindungen
computergeneriert

faul

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›genußsüchtig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erfolg ist für mich purer Genuß - und ich bin genußsüchtig.
Die Welt, 20.12.2004
Sie hatte währenddem ihr Ei sehr geschickt an einem Stein aufgeklopft und soff es nun mit einem genußsüchtigen kleinen Schlürfen leer.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 608
Ich bin ein dummer Prolet, genusssüchtig, eitel, streberisch und heuchlerisch.
Die Zeit, 02.03.2006, Nr. 10
Sie sahen im realistischen Mystizismus dieser Verehrung das beste Mittel, gegen die rationalistischen und genußsüchtigen Tendenzen der Zeit zu protestieren.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 16274
Nicht mehr arbeitsam, genußsüchtig und leichtfertig, fühlten sie zu wenig von sittlicher Verantwortung, getragen von den Wellen des grobmaterialistischen Geistes ihrer Zeit, des zweiten Kaiserreichs.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 2923
Zitationshilfe
„genusssüchtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/genusssüchtig>, abgerufen am 23.10.2019.

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