gerben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungger-ben (computergeneriert)
Wortbildung mit ›gerben‹ als Erstglied: ↗Gerberei · ↗Gerbmittel · ↗Gerbrinde · ↗Gerbstoff · ↗Gerbsäure · ↗Gerbung
 ·  mit ›gerben‹ als Letztglied: ↗durchgerben · ↗vergerben · ↗wettergegerbt
eWDG, 1967

Bedeutung

aus Tierhäuten, Tierfellen Leder herstellen
Beispiel:
Häute, Felle gerben
bildlich
Beispiel:
Nur war es [das Gesicht] ... von Wetter und Not gegerbt [CramerKonzessionen284]
übertragen
Beispiel:
salopp jmdm. das Fell (ordentlich, tüchtig) gerben (= jmdn. windelweich schlagen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gerben · Gerber · Gerberei
gerben Vb. ‘Tierhäute zu Leder verarbeiten’, ahd. gar(a)wen (8. Jh.), mhd. ger(e)wen, garwen, asächs. gar(u)wian, ger(i)wian, gir(i)wian, mnd. ger(e)wen, gēren (sämtlich mit unfestem Sekundärvokal zwischen r und w), aengl. gearwian ‘bereiten, fertigmachen, zurüsten’, ahd. mhd. mnd. aengl. außerdem ‘bekleiden, schmücken’, anord. ger(v)a, gør(v)a, gjǫr(v)a, schwed. göra ‘machen, tun’. Das (nach de Vries Anord. 164 vielleicht im Westgerm. gebildete und von hier nach Skandinavien gelangte) Verb (germ. *garwijan) ist Faktitivum zu dem unter ↗gar (s. d.) behandelten Adjektiv germ. *garwa- ‘fertig, bereit’. Aus der ursprünglichen Bedeutung ‘bereiten, zurüsten’, die sich in den nord. Sprachen zu ‘machen, tun’ erweitert, geht im Mhd. und Mnd. (um 1300) der fachspezifische Gebrauch ‘Leder zubereiten’ hervor. Dieser ermöglicht schon spätmhd. die Übertragung ‘prügeln, schlagen’, die bis heute besonders in der Fügung jmdm. das Fell gerben (16. Jh.) geläufig ist. Infolge des lautgesetzlichen Wandels von -rw- zu -rb- (s. ↗Erbse, ↗Farbe, ↗mürbe) tritt mhd. frühnhd. gerben neben das bis ins 15. Jh. noch übliche gerwen. Gerber m. als Berufsbezeichnung dienendes Nomen agentis zu gerben (s. oben), mhd. ger(e)wer, gerber, vorher (wegen der anfangs umfassenderen Verbbedeutung) in der verdeutlichenden Zusammensetzung ahd. ledargar(a)wāri (11. Jh.), mhd. ledergerwer; vgl. auch anders abgeleitetes gleichbed. ahd. ledergar(a)wo (11. Jh.), spätmhd. ledergerwe; dazu Gerberei f. ‘Vorgang des Gerbens’ (17. Jh.), ‘Werkstätte des Gerbers’ (Anfang 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fell Gesicht Haut Leder Sonne Wind

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gerben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wälder stehen noch, gegerbt wird heute anderswo und billiger.
Die Zeit, 16.01.1984, Nr. 03
Der häutete den toten Vater, gerbte und konservierte die Haut.
Bild, 16.01.2003
Aber die Dritte Welt hat sein Leder gegerbt, und dort ist er zusammengenäht worden.
konkret, 1995
Diese Häute wurden in Block 2 und vielleicht auch in den Baulichkeiten des Krematoriums gegerbt, die nicht weit von Block 2 entfernt waren.
o. A.: Fünfundvierzigster Tag. Dienstag, 29. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21349
Günter stand achtsam aufgerichtet da und liess sich gerben von der Sonne.
Johnson, Uwe: Ingrid Babendererde, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1985, S. 13
Zitationshilfe
„gerben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gerben>, abgerufen am 14.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
gerautet
Geräusper
geräuschvoll
Geräuschteppich
Geräuschpegel
Gerber
Gerbera
Gerberbeize
Gerberei
Gerberhandwerk