gerissen

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungge-ris-sen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›gerissen‹ als Grundform: ↗Gerissenheit
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend nicht zu überlisten, durchtrieben, gerieben
Beispiele:
ein gerissener Bursche, Anwalt, Geschäftsmann
ein gerissener Betrüger, Dieb
sie ist ziemlich gerissen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gerissen · Gerissenheit
gerissen Part.adj. ‘schlau, durchtrieben, den eigenen Vorteil geschickt wahrnehmend’ wird in der 1. Hälfte des 19. Jhs. als Verstärkung von ↗gerieben (s. d.) gebräuchlich. Es entspricht seiner Form nach dem Part. Prät. von ↗reißen (s. d.), läßt sich aber an keine der Bedeutungen dieses Verbs sicher anschließen. Die Annahme einer (durch Semantik und Lautgestalt des Verbalstamms begünstigten) affektischen Analogiebildung zu synonymen Ausdrücken wie abgebrüht, abgefeimt, ausgekocht, gerieben, gewichst, gewieft, verschmitzt oder (öst.) gehaut liegt daher nahe. Gerissenheit f. ‘Schlauheit, Geschäftstüchtigkeit’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
clever · ↗durchtrieben · gerissen · ↗heimtückisch · ↗hinterlistig · ↗listig · ↗schlau · ↗tückisch · ↗verschlagen
Assoziationen
Synonymgruppe
abgebrüht · ↗abgefeimt · ↗ausgekocht · gerissen (oft abwertend) · ↗gewieft · ↗raffiniert · ↗schlau  ●  (es) faustdick hinter den Ohren haben  fig. · ↗durchtrieben  negativ · mit allen Wassern gewaschen  fig. · ↗verschlagen  negativ · (auch) kein Waisenknabe (sein)  ugs., fig. · (dem) machst du nichts vor  ugs., variabel · abgezockt  ugs. · ↗ausgebufft (auch abwertend)  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • (sehr) einfach gestrickt  verhüllend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achillessehne Außenband Betrüger Bursche Doppelagent Gaszug Gauner Geschäftemacher Geschäftsmann Gesprächsfaden Gesprächsfetzen Gitarrensaite Implantat Keilriemen Kreuzband Machtpolitiker Meniskus Muskelfaser Oberleitung PIP-Implantat Saite Schnürsenkel Sehne Taktiker Telefonkabel Zahnriemen Zitat auseinander her skrupellos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gerissen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die gerissene Fock habe eigentlich nichts mit dem Sturm zu tun.
Die Zeit, 02.09.2012, Nr. 35
Die sind zu gerissen, die finden immer was «, sagte ein Ober zu uns.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 148
Was dieses Volk heute besitzt, hat es sich auf Kosten des nicht so gerissenen deutschen Volkes durch die übelsten Manipulationen erworben.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1939]
Sein Schwanz peitschte durch den Stollen wie ein gerissenes Tau.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 977
Von den unteren Ästen hingen schmale Streifen - aus Lumpen gerissene Leinenfetzen.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 102
Zitationshilfe
„gerissen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gerissen>, abgerufen am 23.03.2019.

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