geschehen

Grammatik Verb · geschieht, geschah, ist geschehen
Aussprache 
Worttrennung ge-sche-hen
Wortbildung  mit ›geschehen‹ als Erstglied: ↗Geschehnis  ·  mit ›geschehen‹ als Grundform: ↗Geschehen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. sich zutragen, ereignen
    1. ⟨etw. geschehen lassen⟩ etw. dulden, zulassen
  2. 2. ⟨jmdm. geschieht etw.⟩ jmdm. widerfährt etw.
  3. 3. ...
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich zutragen, ereignen
Beispiele:
ein Unglück ist geschehen
es ist ein Unglück geschehen
der Unfall geschah vor ihren Augen
was ist geschehen?
was mag (in der Zwischenzeit) geschehen sein!
eines Tages geschah es, dass ...
es geschieht zuweilen, dass ...
nun geschah es aber, dass ...
umgangssprachlich, scherzhaftes geschehen noch Zeichen und Wunder! (= Ausruf, wenn etw. Überraschendes eintritt)
umgangssprachlich, scherzhaftich denke, es ist Wunder was geschehen
so geschehen im Jahre 1900 (= so trug es sich zu im Jahre 1900)
Geschehenes, das Geschehene beklagen, bedauern
es soll, wird sogleich geschehen (= es soll, wird sogleich ausgeführt, erledigt werden)
das ist bereits geschehen
in dieser Angelegenheit ist bisher nichts geschehen (= in dieser Angelegenheit ist bisher nichts unternommen worden)
es muss etw. geschehen
in denen auch die sorgfältige Erziehung der Kinder ... in mustergültiger Weise geschieht [ DöblinAlexanderpl.96]
etw. geschehen lassenetw. dulden, zulassen
Beispiele:
er ließ es geschehen, dass sie auf Abwege gerieten
wie konntest du das geschehen lassen?
umgangssprachlichdu lässt aber auch alles mit dir geschehen (= wehrst dich nicht, bist zu allem still)
2.
jmdm. geschieht etw.jmdm. widerfährt etw.
Beispiele:
jmdm. ist ein Leid, (ein) Unrecht geschehen
es geschieht dir nichts (Böses)
es kann dir dabei nichts geschehen
umgangssprachlichdas geschieht ihm recht! (= das hat er nicht besser verdient!)
umgangssprachlicher wusste nicht, wie ihm geschah (= es geschah sehr schnell)
3.
Beispiele:
es ist um jmdn. geschehen (= jmd. ist verloren)
um seine Ruhe, Gesundheit ist es geschehen (= er hat die Ruhe, Gesundheit verloren)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

geschehen · Geschehen · Geschehnis
geschehen Vb. ‘sich ereignen, vor sich gehen’, ahd. giskehan (um 1000), mhd. geschehen, mnd. geschēn, mnl. ghescien, nl. (mit Dentaleinschub) geschieden, aengl. gescēon ist zu den Formen eines (im Nhd. untergegangenen) Simplexes ahd. skehan ‘umherstreifen, eilen’ (9. Jh.), mhd. schehen ‘jagen, rennen, eilen’, aengl. scēon gebildet; dazu das Abstraktum ahd. giskiht, s. ↗Geschichte. Verwandt sind russ. skok (скок) ‘Sprung’, aslaw. skočiti, russ. skočít’ (скочить) ‘springen’, air. scochid ‘weicht, geht fort, hört auf’ und wohl auch (mit Anlautvariante) lit. šókti ‘springen, hüpfen’. Auszugehen ist von einer Wurzel ie. *(s)kek- ‘springen, lebhafte Bewegung’, so daß sich als Ausgangsbedeutung des präfigierten germ. Verbs ‘schnell vor sich gehen, eine schnelle Wendung machen’ ergibt. S. dazu das Kausativum ↗schicken, eigentlich ‘jmdn. schnell fortgehen machen’. Geschehen n. ‘Entwicklungsablauf’, mhd. geschehen. Geschehnis n. ‘Ereignis’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) ereignen · geschehen · kommen zu (es) · nicht ausbleiben · ↗vonstatten gehen · ↗vorfallen  ●  ↗erfolgen  förmlich · ↗passieren  Hauptform · ↗(sich) abspielen  ugs. · (sich) begeben (es)  geh. · ↗(sich) tun  ugs. · ↗(sich) zutragen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) geschehen · ↗(jemanden) befallen · ↗(jemanden) ereilen · ↗durchleben · ↗durchleiden · ↗durchstehen · ↗erleben · ↗erleiden · ↗hereinbrechen (über)  ●  ↗durchmachen  ugs. · ↗mitmachen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›geschehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geschehen‹.

Verwendungsbeispiele für ›geschehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dies solle nur bei neuen Entwicklungen geschehen, hieß es in der französischen Stadt.
Die Zeit, 01.01.2014 (online)
Es geschah so schnell, daß ich nicht einmal schreien konnte.
Der Spiegel, 08.12.1980
Während die Baptisten in manchen Gebieten erheblich zugenommen haben, geschieht dieses Wachstum oft auf Kosten anderer Gemeinschaften.
Stupperich, R.: Russische Sekten. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 27845
Es geschah alsbald, daß auch der Lärm auf dem See um sie von neuem klang - bald rechts, bald links.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 40
Es ließ mit einem apathischen Lächeln alles mit sich geschehen.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Zitationshilfe
„geschehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/geschehen>, abgerufen am 25.11.2020.

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