gescheit

GrammatikAdjektiv
Worttrennungge-scheit
Wortbildung mit ›gescheit‹ als Letztglied: ↗blitzgescheit · ↗erzgescheit · ↗grundgescheit · ↗neunmalgescheit · ↗siebengescheit · ↗übergescheit
 ·  mit ›gescheit‹ als Grundform: ↗Gescheitheit
eWDG, 1967

Bedeutung

klug
Beispiele:
ein gescheites Mädchen, Kind, eingescheiter Bursche
umgangssprachlich ein gescheiter Kerl
er ist ein gescheiter Kopf
ich halte ihn für sehr, ungewöhnlich, recht gescheit
er ist gescheiter gewesen als du
ein gescheites Buch
eine gescheite Frage, Antwort
umgangssprachlich das hast du gescheit gemacht, angestellt
umgangssprachlich das ist gescheit von dir
Seine gescheiten Augen unter der breiten Stirn [Feuchtw.Nero82]
Wär' der Gedank' nicht so verwünscht gescheit, / Man wär' versucht, ihn herzlich dumm zu nennen [SchillerPiccolominiII 7]
vernünftig
Beispiele:
es wäre Gescheiteste, wenn ...
dabei wird nichts Gescheites herauskommen
du bist wohl nicht ganz, nicht recht gescheit! (= wohl nicht bei Verstand!)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gescheit · Gescheitheit
gescheit Adj. ‘klug, verständig’, mhd. geschīde ‘gescheit, schlau’ ist Adjektivbildung zum Verb mhd. schīden ‘scheiden, deuten, auslegen, entscheiden’ (neben mhd. nhd. ↗scheiden, s. d.) und bedeutet eigentlich ‘geistig scharf sondernd und durchdringend’. nicht (recht) gescheit sein ‘etwas verrückt sein’ (16. Jh.). Gescheitheit f. ‘Klugheit’ (18. Jh.), älter Gescheidigkeit, spätmhd. geschīdekeit ‘Klugheit, Scharfsinn’.

Thesaurus

Synonymgruppe
rational · ↗sinnig · ↗sinnvoll · ↗vernunftgemäß · ↗vernünftig  ●  gescheit  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
blitzgescheit · gescheit · ↗gewieft · ↗intelligent · ↗klug · mit scharfem Verstand · ↗scharfsinnig · ↗schlau · ↗verständig  ●  ↗aufgeweckt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufgeweckt · ↗clever · ↗einfallsreich · ↗erfinderisch · ↗findig · gescheit · ↗geschickt · ↗gewitzt · ↗raffiniert · ↗schlau  ●  ↗gefitzt  schweiz. · ↗plietsch  landschaftlich, norddeutsch · Köpfchen haben  ugs. · ↗alert  geh., veraltend · auf Draht (sein)  ugs. · auf Zack (sein)  ugs. · ↗ausgebufft  ugs. · ↗ausgeschlafen  ugs., fig. · ↗gewieft  ugs. · ↗helle  ugs. · ↗jenisch  ugs., Gaunersprache · ↗originell  geh. · ↗pfiffig  ugs.
Assoziationen
  • blitzgescheit · gescheit · ↗gewieft · ↗intelligent · ↗klug · mit scharfem Verstand · ↗scharfsinnig · ↗schlau · ↗verständig  ●  ↗aufgeweckt  ugs.
  • geistig anspruchsvoll · ↗hochgeistig · ↗intellektuell · verstandesbetont · von hohem geistigem Niveau · von hohem geistigen Anspruch · von höchstem geistigen Niveau  ●  schwere Kost  fig. · intellektuell brillant  geh. · von intellektueller Brillanz  geh.
  • abgebrüht · ↗abgefeimt · ↗ausgekocht · ↗gerissen (oft abwertend) · ↗gewieft · ↗raffiniert · ↗schlau  ●  (es) faustdick hinter den Ohren haben  fig. · ↗durchtrieben  negativ · mit allen Wassern gewaschen  fig. · ↗verschlagen  negativ · (auch) kein Waisenknabe (sein)  ugs., fig. · (dem) machst du nichts vor  ugs., variabel · abgezockt  ugs. · ↗ausgebufft (auch abwertend)  ugs.
  • (sich) zu helfen wissen · nicht dumm sein  ●  Grips haben  ugs. · Köpfchen haben  ugs. · helle sein  ugs. · nicht auf den Kopf gefallen sein  ugs.
  • (einen) wachen Verstand haben · fix im Kopf (sein) · schnell im Kopf (sein)  ●  (schwer) auf Draht (sein)  ugs. · auf Scheibe (sein)  ugs., selten · auf Zack (sein)  ugs., Hauptform · ↗ausgeschlafen (sein)  ugs., fig. · schnell schalten  ugs., fig.
Synonymgruppe
(etwas) taugen · ↗vernünftig (sein)  ●  gescheit (sein)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Einfall Essay Leutchen Nachwort Paß Schwabe Vorwort amüsant anregend belesen charmant daherreden dumm eigenwillig fleißig gebildet geistreich gelehrt gescheit geschickt geschrieben halbwegs lebhaft minder redlich tapfer tüchtig unterhaltsam witzig überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gescheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Würden Sie heute noch nach jedem halbwegs gescheiten Ball ans Netz rücken?
Die Welt, 11.06.2004
Wer so gescheit tut, den möchte kein Darsteller für dumm verkaufen.
Süddeutsche Zeitung, 17.01.2000
Ich möchte sie trocknen, vielleicht lege ich sie auch in mein dickes gescheites Buch zum Pressen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 14.08.1938, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Die wirklichen Züge, die er unterschlug, gaben seinem gescheiten Kopf bitter zu denken.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 187
Begabte Schauspieler verführen ähnlich mit einem zu dummen oder zu gescheiten Stück.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 156
Zitationshilfe
„gescheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gescheit>, abgerufen am 21.05.2019.

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