gesinnt

Grammatikpartizipiales Adjektiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache
Worttrennungge-sinnt
Grundformsinnen
Wortbildung mit ›gesinnt‹ als Letztglied: ↗edelgesinnt · ↗gleichgesinnt · ↗übelgesinnt
eWDG, 1967

Bedeutung

eine bestimmte Gesinnung, Einstellung habend
Beispiele:
er ist fortschrittlich, sozial, patriotisch, christlich gesinnt
wie ist er gesinnt?
ich bin anders gesinnt als ihr
jmdm., gegen jmdn. freundschaftlich gesinnt sein
Beispiel:
er ist uns gut, günstig, feindlich gesinnt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gesinnt Adj. ‘eine bestimmte Gesinnung habend, eingestellt’, mhd. gesinnet, gesint ‘mit Verstand, Weisheit begabt’ ist nicht als Part. Prät. zum Verb (s. ↗sinnen), sondern (nach dem Muster eines schwachen Part. Prät.) zum Substantiv (s. ↗Sinn) gebildet. Über ‘seinen Sinn gerichtet habend’ bedeutet es im 16. Jh. auch ‘willens, entschlossen’ (noch bei Goethe), wird aber in dieser Verwendung seit dem 17. Jh. weitgehend durch gesonnen, das Part. Prät. von (ge)sinnen, verdrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
(...) eingestellt · (...) gesinnt · aufgeschlossen für · mit Sympathien für · sympathisierend (mit ...)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

antieuropäisch aufklärerisch demokratisch deutsch-national deutschnational feindlich feindselig fortschrittlich freiheitlich freihändlerisch freundlich humanistisch idealistisch internationalistisch laizistisch liberal monarchistisch national nationalistisch patriotisch pazifistisch philanthropisch reformatorisch reformerisch republikanisch royalistisch säkular vaterländisch völkisch zentralistisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gesinnt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei ist eine satte Mehrheit der unter 45jährigen, insbesondere die jungen Frauen, rot-grün gesinnt.
Der Spiegel, 26.09.1994
Konservative wie auch fortschrittlich gesinnte Protestanten werfen ihrer Kirche allerdings vor, sie sei in vielem zu beliebig.
Süddeutsche Zeitung, 03.09.1994
V. war somit nicht antireligiös, wohl aber antichristlich, vor allem antitheologisch und antitheokratisch gesinnt.
Stackelberg, J. von: Voltaire. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 17714
Mein erster Lehrer Fromm war seinem Namen gemäß gesinnt und bestärkte mich darin.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Wie er denkt und gesinnt ist, so ist sein Gott.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 11894
Zitationshilfe
„gesinnt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gesinnt>, abgerufen am 14.11.2019.

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