Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

gesinnt

Grammatik partizipiales Adjektiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache 
Worttrennung ge-sinnt
Grundformsinnen
Wortbildung  mit ›gesinnt‹ als Letztglied: anders gesinnt · edelgesinnt · gleich gesinnt · gleichgesinnt · übel gesinnt · übelgesinnt
eWDG

Bedeutung

eine bestimmte Gesinnung, Einstellung habend
Beispiele:
er ist fortschrittlich, sozial, patriotisch, christlich gesinnt
wie ist er gesinnt?
ich bin anders gesinnt als ihr
jmdm., gegen jmdn. freundschaftlich gesinnt sein
Beispiel:
er ist uns gut, günstig, feindlich gesinnt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gesinnt Adj. ‘eine bestimmte Gesinnung habend, eingestellt’, mhd. gesinnet, gesint ‘mit Verstand, Weisheit begabt’ ist nicht als Part. Prät. zum Verb (s. sinnen), sondern (nach dem Muster eines schwachen Part. Prät.) zum Substantiv (s. Sinn) gebildet. Über ‘seinen Sinn gerichtet habend’ bedeutet es im 16. Jh. auch ‘willens, entschlossen’ (noch bei Goethe), wird aber in dieser Verwendung seit dem 17. Jh. weitgehend durch gesonnen, das Part. Prät. von (ge)sinnen, verdrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
(...) eingestellt · (...) gesinnt · Sympathien haben (für) · aufgeschlossen für · mit Sympathien für · sympathisierend (mit ...)

Typische Verbindungen zu ›gesinnt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gesinnt‹.

Verwendungsbeispiele für ›gesinnt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei ist eine satte Mehrheit der unter 45jährigen, insbesondere die jungen Frauen, rot‑grün gesinnt. [Der Spiegel, 26.09.1994]
Einige der fast durchweg national gesinnten Männer, die "Mein Kampf" wohl nicht gelesen hatten, meinten auch 1933 noch auf Kurs zu liegen. [Der Spiegel, 07.12.1987]
Damit ist sie also doppelt böse für den konstruktivistisch gesinnten Künstler. [Die Zeit, 16.08.2010, Nr. 33]
Heutzutage freilich sind die profan gesinnten Gäste in der Überzahl. [Die Zeit, 12.12.1986, Nr. 51]
V. war somit nicht antireligiös, wohl aber antichristlich, vor allem antitheologisch und antitheokratisch gesinnt. [Stackelberg, J. von: Voltaire. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 17714]
Zitationshilfe
„gesinnt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gesinnt>.

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