gestatten

GrammatikVerb · gestattet, gestattete, hat gestattet
Aussprache
Worttrennungge-stat-ten
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
jmd. gestattet jmdm. etw.jmd. gibt jmdm. die Erlaubnis, etw. zu tun, jmd. erlaubt jmdm. etw.
Beispiele:
ich gestatte (es) ihm, zu mir zu kommen, nach Hause zu gehen, ein Buch mitzunehmen
wenn Sie (es mir) gestatten, würde ich gerne auf ihn warten
höflich gestatten Sie (bitte) (= Bitte um Erlaubnis)
gestatten Sie mir eine Frage
gestatten Sie, dass ich rauche?
jmdm. etw. bereitwillig gestatten
etw. ist gestattet
etw. ist erlaubt, statthaft
Beispiel:
der Vertrieb (des Buches) im Ausland ist nicht gestattet
2.
etw. gestattet jmdm. etw.etw. ermöglicht, erlaubt jmdm. etw.
Beispiele:
seine Mittel gestatten es ihm, jedes Jahr eine größere Reise zu unternehmen
etw. gestattet Rückschlüsse auf etw.
so weit die hellen nordischen Sommernächte es gestatteten, lag um uns her der Garten schon in Duft und Dämmer [Storm5,225]
die tiefen Ringe unter seinen nassen Augen gestatteten in der Tat keine andere Deutung [BrodTycho Brahe410]
3.
sich [Dativ] etw. gestattensich die Freiheit zu etw. nehmen, sich etw. erlauben
Beispiele:
ich habe mir gestattet, eine halbe Stunde früher zu kommen
er kann sich diesen Luxus, diese Schrulle gestatten (= leisten)
Gestatte mir, Herrn Kreisrichter nachfolgenden Tatbestand zu unterbreiten [BobrowskiLevin140]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Status · Statussymbol · Status quo · gestatten · statthaft
Status m. ‘(Familien)stand, Stellung, Zustand, Vermögensstand, Rechtslage’, mhd. frühnhd. stat m., ‘Stand, Zustand, Gelegenheit, Lebensweise, Würde’; entlehnt aus lat. status ‘das Stehen, Stand, Wuchs, Zustand, Umstände, Lage, Gelegenheit, (durch die Geburt bedingte) Stellung, fester Bestand, Wohlstand’, zu lat. stāre (statum) ‘stehen’. Eine Neuentlehnung in lat. Form (1. Hälfte 16. Jh.) zeigt Status anfangs in einem dem (daraus entlehnten) Wort ↗Staat (s. d.) entsprechenden Sinne (vgl. auch die Fügung nlat. status in statu ‘Staat im Staate’, 18. Jh.), begegnet dann (seit Mitte des 16. Jhs.) vornehmlich in der oben angegebenen Bedeutung und schließlich (18. Jh.) als medizinischer Terminus für ‘Gesundheits- oder Krankheitszustand, Untersuchungsergebnis, klinischer Befund’, vgl. Blutstatus. Statussymbol n. ‘Besitz oder Verhalten, die das soziale Prestige eines Menschen in den Augen seiner Umwelt ausmachen’ (Mitte 20. Jh.), nach amerik.-engl. status symbol; vgl. auch sozialer Status (Ende 19. Jh.). Status quo m. ‘der gegenwärtige (rechtliche) Zustand’ (Anfang 19. Jh.), Schlagwort im Völkerrecht, wörtlich ‘Zustand, in dem’ (ergänze: ‘sich etw. befindet’); nach nlat. in statu quo (ante) ‘im früheren, bisherigen Zustand’ (18. Jh.). In Anschluß an mhd. stat m. (s. oben) gestatten Vb. ‘erlauben’, ahd. gistatōn (9. Jh.), mhd. gestaten ‘Gelegenheit geben, gewähren, erlauben’. statthaft Adj. ‘erlaubt, zulässig’, mhd. statehaft ‘die Gelegenheit zu etw. habend, gerüstet, angesehen, wohlhabend’; vgl. ahd. unstatahaft (8. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Möglichkeit schaffen · ↗autorisieren · ↗bewilligen · ↗erlauben · ↗ermöglichen · gestatten · ↗gewähren · ↗lassen · ↗lizenzieren · möglich machen · ↗zulassen  ●  den Weg frei machen  fig. · den Weg freimachen  fig. · ↗legalisieren  juristisch · ↗sanktionieren  fachspr.
Assoziationen
  • einem Wunsch entsprechen · einer Bitte nachkommen · in jemandes Sinne entscheiden (über)  ●  (einem) Ersuchen stattgeben  Amtsdeutsch · tun, was jemand wünscht  ugs.
Synonymgruppe
anerkennen · ↗einräumen · ↗erlauben · ↗konzedieren · ↗zubilligen · ↗zuerkennen · ↗zugestehen  ●  gestatten  geh.
Assoziationen
Antonyme
  • gestatten  geh.

Typische Verbindungen zu ›gestatten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abweichung Aufenthalt Ausnahme Ausnahmefall Ausreise Ausübung Bemerkung Benutzung Besuch Betreten Blick Durchfahrt Einblick Einfuhr Einreise Eintritt Import Inspektion Luxus Nutzung Rauchen Rückkehr Rückschluß Teilnahme Tragen Verwendung Zugang Zugriff Zutritt es

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gestatten‹.

Verwendungsbeispiele für ›gestatten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum soll es gestattet sein, Details aus seinem Leben hervorzuzerren?
Der Tagesspiegel, 16.12.2000
Als er es endlich sah, gestattete er sich zu sterben.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 91
Erst jetzt ist es ihm gestattet, das Haus der Mutter seiner Kinder zu betreten.
Die Zeit, 04.06.1993, Nr. 23
Ich gestattete es mir nicht länger als einige Minuten, vor der regennassen Scheibe zu stehen.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 165
Im Übrigen gestatte ich mir, Ihren Brief gemäß der Reihenfolge zu beantworten.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 899
Zitationshilfe
„gestatten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gestatten>, abgerufen am 19.02.2020.

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