gestikulieren

GrammatikVerb · gestikulierte, hat gestikuliert
Aussprache
Worttrennungges-ti-ku-lie-ren
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›gestikulieren‹ als Grundform: ↗Gestikulation
eWDG, 1967

Bedeutung

mit Händen und Armen lebhafte Gesten machen
Beispiel:
wild, heftig, lebhaft, erregt gestikulieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geste · gestikulieren · Gestikulation · Gestik
Geste f. ‘Gebärde, Körperbewegung beim Sprechen’ wird im 15. Jh. in der Wendung gesten machen ‘ausdrucksvolle Körperbewegungen machen’ (von Gauklern und Spaßmachern) aus lat. gestus ‘Bewegung der Hände, Gebärde der Schauspieler oder Redner’, zu lat. gerere (gestum) ‘tragen, (aus)führen’, (reflexiv) ‘sich verhalten’, ins Dt. entlehnt. Daneben begegnet vielfach die lat. Form Gestus (auch mit lat. Flexion); erst im 18. Jh. wird der Plur. Gesten, dann auch der Sing. Geste üblich. gestikulieren Vb. ‘durch Gesten, Gebärden ausdrücken, mit den Händen herumfuchteln’, im 17. Jh. aus gleichbed. lat. gesticulārī entlehnt, einer Ableitung von allerdings erst später bezeugtem gesticulus ‘pantomimische Bewegung’, dem Deminutivum von lat. gestus (s. ↗Geste). Gestikulation f. ‘Gebärdenspiel’ (18. Jh.), lat. gesticulātio (Genitiv gesticulātiōnis). Gestik f. ‘Zusammenspiel der Gebärden’ (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(herum)fahren · (wild) gestikulieren · ↗fuchteln · ↗herumfuchteln · hin- und herbewegen · ↗schwenken  ●  ↗rumfuchteln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) durch Gesten verständlich machen · gestikulieren · mit Händen und Füßen sprechen · mit den Händen reden  ●  (sich) mit Zeichensprache verständigen  Hauptform
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arme Hand Seitenlinie Spielfeldrand aufgeregt aufspringen ausladend ballen brüllen durcheinanderreden einreden fluchen fuchteln grimassieren grinsen heftig herum herumgestikulieren hilflos lachen lebhaft nicken plaudern reden schimpfen schreien wild winken wippen zappeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gestikulieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er gestikulierte wild rum, bis er sein Ziel endlich erreicht hatte.
Bild, 12.05.2005
Er gestikuliert nicht mehr so hektisch wie noch vor einem Jahr.
Der Tagesspiegel, 17.12.2000
Für Damen ist es am sichersten, so wenig wie möglich zu gestikulieren.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 10354
Sie lächelte und schüttelte lächelnd den Kopf, gestikulierend, sie verstünde kein Wort.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 282
Er begnügte sich damit, zu heulen, zu schimpfen, zu drohen und zu gestikulieren.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Zitationshilfe
„gestikulieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gestikulieren>, abgerufen am 14.10.2019.

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