Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

gewärtig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ge-wär-tig
eWDG

Bedeutung

einer Sache gewärtig sein
a)
gehoben etw. erwarten
Beispiele:
der weiteren Dinge gewärtig sein
jmds. Anrede gewärtig sein
er war des Stichworts für den Auftritt gewärtig
b)
auf etw. gefasst sein
Beispiele:
sie musste gewärtig sein, nicht eingelassen zu werden
des Endes, seines Widerspruchs, eines harten Urteils gewärtig sein
des Schlimmsten von jmdm. gewärtig sein
[er] war der nächtlichen Rippenstöße und des Streites um die Decke gewärtig [ G. KellerKammacher6,207]
man konnte eines nahrhaften Bissens gewärtig sein (= mit einem nahrhaften Bissen rechnen) bei Buddenbrooks [ Th. MannBuddenbrooks1,16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewärtig · gewärtigen
gewärtig Adj. ‘gefaßt, erwartend’, mhd. gewertec ‘achthabend, dienstbereit’ ist Adjektivableitung von einem im Nhd. untergegangenen Verb ahd. giwartēn (9. Jh.), mhd. gewarten ‘schauend beobachten, sich bereithalten’; zur Etymologie s. warten. Dazu gewärtigen Vb. ‘auf etw. gefaßt sein’ (16. Jh., geläufig erst seit dem 18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›gewärtig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gewärtig‹.

Verwendungsbeispiele für ›gewärtig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir meinten, uns das leisten zu können, weil wir nicht gewärtig sein mußten, beim starken Wort genommen zu werden. [Die Zeit, 25.01.1982, Nr. 04]
Dann mußte Frau Lautenschlag gewärtig sein, daß in der nächsten Minute das Haus leerstehen würde. [Kolb, Annette: Die Schaukel, Frankfurt a. M.: Fischer 1960 [1934], S. 118]
Beide hatten sich schon des Todes versehen, was ihnen nicht schwer fiel, da es ihre Gewohnheit war, des Äußersten gewärtig zu sein. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 63]
Der Zuschauer ist ebenso erwartend wie miterfahrend der Dinge gewärtig, die da kommen sollen. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 440]
Letztlich sei damals nichts geschehen, aber die Bedrohungssituation sei ihm noch gewärtig. [Die Zeit, 12.02.2007, Nr. 07]
Zitationshilfe
„gewärtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gew%C3%A4rtig>.

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