gewärtig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungge-wär-tig (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

einer Sache gewärtig sein
a)
gehoben etw. erwarten
Beispiele:
der weiteren Dinge gewärtig sein
jmds. Anrede gewärtig sein
er war des Stichworts für den Auftritt gewärtig
b)
auf etw. gefasst sein
Beispiele:
sie musste gewärtig sein, nicht eingelassen zu werden
des Endes, seines Widerspruchs, eines harten Urteils gewärtig sein
des Schlimmsten von jmdm. gewärtig sein
[er] war der nächtlichen Rippenstöße und des Streites um die Decke gewärtig [G. KellerKammacher6,207]
man konnte eines nahrhaften Bissens gewärtig sein (= mit einem nahrhaften Bissen rechnen) bei Buddenbrooks [Th. MannBuddenbrooks1,16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewärtig · gewärtigen
gewärtig Adj. ‘gefaßt, erwartend’, mhd. gewertec ‘achthabend, dienstbereit’ ist Adjektivableitung von einem im Nhd. untergegangenen Verb ahd. giwartēn (9. Jh.), mhd. gewarten ‘schauend beobachten, sich bereithalten’; zur Etymologie s. ↗warten. Dazu gewärtigen Vb. ‘auf etw. gefaßt sein’ (16. Jh., geläufig erst seit dem 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

immer jederzeit stets

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir meinten, uns das leisten zu können, weil wir nicht gewärtig sein mußten, beim starken Wort genommen zu werden.
Die Zeit, 25.01.1982, Nr. 04
In der Alten Welt sind die Monumente gewärtig, die Kahn in Amerika erst schaffen musste.
Der Tagesspiegel, 19.02.2001
Der Zuschauer ist ebenso erwartend wie miterfahrend der Dinge gewärtig, die da kommen sollen.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 440
Dann mußte Frau Lautenschlag gewärtig sein, daß in der nächsten Minute das Haus leerstehen würde.
Kolb, Annette: Die Schaukel, Frankfurt a. M.: Fischer 1960 [1934], S. 118
Beide hatten sich schon des Todes versehen, was ihnen nicht schwer fiel, da es ihre Gewohnheit war, des Äußersten gewärtig zu sein.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 63
Zitationshilfe
„gewärtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gewärtig>, abgerufen am 26.06.2019.

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