gewärtigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungge-wär-ti-gen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
etw. erwarten
Beispiele:
soviel muss ich von meinem Freund gewärtigen dürfen
Als wär von Christen nur, als Christen, / Die Liebe zu gewärtigen [LessingNathanII 1]
Und was habe ich von deiner Gerechtigkeit zu gewärtigen [Th. MannBuddenbrooks1,72]
2.
auf etw. gefasst sein
Beispiele:
eine unbequeme Frage, eine schwere Strafe zu gewärtigen haben
man muss leider gewärtigen, dass er nicht mehr lange leben wird
daß Sie ... Ihre Ausweisung aus den betreffenden Ortschaften zu gewärtigen haben [DöblinAlexanderpl.39]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewärtig · gewärtigen
gewärtig Adj. ‘gefaßt, erwartend’, mhd. gewertec ‘achthabend, dienstbereit’ ist Adjektivableitung von einem im Nhd. untergegangenen Verb ahd. giwartēn (9. Jh.), mhd. gewarten ‘schauend beobachten, sich bereithalten’; zur Etymologie s. ↗warten. Dazu gewärtigen Vb. ‘auf etw. gefaßt sein’ (16. Jh., geläufig erst seit dem 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angriff Bestrafung Falle Folter Konsequenz Nachteil Sanktion Strafe Störung Todesstrafe Vorwurf stets Überraschung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gewärtigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und so fügt es sich ganz gut, wenn schon ihr Titel gewärtigt, wie schwer es ist, eine gemeinsame Sprache zu finden.
Süddeutsche Zeitung, 19.03.1998
Das ist sein gutes Recht, weil er mit Sicherheit noch strafrechtliche Untersuchungen zu gewärtigen hat und sich vorher nicht selbst zu belasten braucht.
Die Zeit, 05.12.1986, Nr. 50
Wer nach Paragraph 70 (antisowjetische Agitation) bestraft wurde, hatte neben der Gefängnisstrafe auch Verbannung zu gewärtigen.
o. A. [jr]: Verbannung. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1993]
Von einer Wiederherstellung des alten Böhmen hatte gerade er Unannehmlichkeiten die Fülle zu gewärtigen.
Mann, Golo: Das Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1688
Wenn auch das nicht half, hatte er Absetzung, in der Vergangenheit wohl Opferung, zu gewärtigen.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 303
Zitationshilfe
„gewärtigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gewärtigen>, abgerufen am 24.06.2019.

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