gewinngierig
GrammatikAdjektiv
Worttrennungge-winn-gie-rig (computergeneriert)
WortzerlegungGewinngierig1
eWDG, 1967

Bedeutung

Beispiel:
ein gewinngieriger Mensch
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Während die chinesischen Klassiker das geistige Europa bereicherten, legten gewinngierige Europäer und Amerikaner häßliche Visitenkarten vor chinesische Türen.
Die Zeit, 09.04.1953, Nr. 15
Kaum in Pariser Vorstädten angekommen, fällt sie gewinngierigen Lederherstellern in die Hände.
Die Zeit, 01.10.1993, Nr. 40
Du bist die Katastrophe "hat Christoph Schlingensief sicher gestellt, dass sich in das Ratespiel keine gewinngierigen Allerweltskandidaten verirren.
Die Welt, 18.03.2002
Begründung II Karriere _ und Die sozialpolitischen Veränderungen in Deutschland bedingen insbsondere seit 1989, dass Beruf öffentliche Räume und vollendet belebte Räumlichkeiten, zu denen auch die oben genannte Gaststätte Zum Goldenen Hahn zählt, durch gewinngierige Wühlarbeiten und Designsucht postmodern gleichgeschalteter Architekten ihrer Überlebensmöglichkeiten beraubt werden.
Der Tagesspiegel, 07.09.2000
Da gab er sich eine Blöße, deckte sich nicht ab, er fragte nach Adolf, und Dietrich fuhr es 'raus, Adolf sei Pfaffe geworden, und es war wie ein Hieb auf die Halsschlagader, Judejahn taumelte, sein Gesicht verzerrte sich, er wurde blaß, und dann rötete sich die Haut, Stirn und Wangen flammten, die Adern schwollen an, er wirkte apoplektisch, faßte sich an den Hals, wie einer der erstickt, und dann brach es aus ihm heraus, eine Flut von Schimpfworten, ein Strom Unflat, er überschwemmte sie mit Auswurf, brüllte sie an, sie die nachlaufenden, sich anpassenden, gewinngierigen Pfaffraths, die nun zitternd sich nicht zu rühren wagten, wie zahme Schweine vor einem wilden Eber, er gab ihnen die Schuld, ihnen die Schuld am Verrat, am Untergang, an gebrochener Treue, an Fahnenflucht und Kapitulation, an Anbiederung an den Feind, sie waren Hosenscheißer, Speichelsammler, Kollaborateure, Zu-Kreuz-Kriecher und Arsch-Lecker, lahme Hunde, die wohl vor der Hölle greinten und vor dem Priester winselten, sie waren wohl in Rom, um dem Papst die Füße zu küssen, um Absolution zu erhalten, aber die Geschichte würde sie verurteilen, Deutschland sie verdammen, Germanien sie ausstoßen, sie seien wert, als Volk zugrunde zu gehen, der Führer hatte auch dies schon erkannt, der Führer war einem feigen Volk erschienen, einem morschen Stamm, das war seine Tragik, und sie hörten sich 's an, der Oberbürgermeister hörte sich 's an, Frau Anna, Dietrich, sie hingen an seinen Lippen, stumm, sie bebten, aber sie hingen an seinen Lippen, es war wie in alten Tagen, der große Judejahn sprach, der große Bonze grollte, und sie unterwarfen sich, ja sie fühlten ein Wohlempfinden, eine Lust im Mark, ein wollüstiges Schneiden im Bauch und in den Genitalien, sie beteten an.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 473
Zitationshilfe
„gewinngierig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gewinngierig>, abgerufen am 20.09.2017.

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