gewogen

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ge-wo-gen
eWDG

Bedeutung

gehoben freundlich zugeneigt
Beispiele:
er ist mir (sehr, nicht) gewogen
sich jmdm. gewogen zeigen
umgangssprachlicher kann mir gewogen (= gestohlen) bleiben
Ich bat die mir gewogene Dame an meinen Tisch [ GrassBlechtrommel376]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewogen · Gewogenheit
gewogen Part.adj. ‘zugetan, geneigt’, md. Form des Part. Prät. von mhd. wegen ‘Gewicht, Zahl, Wert haben’ (s. wägen) gegenüber der älteren Partizipialform gewegen (im Nhd. noch bis ins 17. Jh. erhalten, vgl. auch md. bewogen, gepflogen). Seit dem 16. Jh. in der genannten Bedeutung als Adjektiv üblich. Die Bedeutung entsteht wohl aus dem Bezug des Wortes auf Münzen, gewogen sein ‘gutes Gewicht, guten Wert haben’, dann ‘angemessen, angenehm’, schließlich ‘zugetan, wohlgeneigt sein’. Gewogenheit f. ‘Wohlwollen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) gewogen · angetan (von) · auf jemandes Seite sein · eingenommen (von) · geneigt (Publikum/Leser) · nicht abgeneigt · zugeneigt · zugetan  ●  (jemandem / einer Sache) hold  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
gutgesinnt · gütig · verständnisvoll · wohlgesinnt · wohlwollend  ●  wohlsinnig  schweiz. · affektioniert  geh., franz., lat. · geneigt  geh. · gewogen  geh. · hold  geh., veraltend · wohlgesonnen  ugs. · wohlmeinend  geh. · zugetan  geh.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›gewogen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwar weiß der Mann wohl mit gewogenen Worten die Uno als "unverzichtbare Institution" zu loben.
Die Zeit, 15.12.1999, Nr. 50
Dort meint er, ihm gewogene und aussagebereite Menschen aufspüren zu können.
Der Tagesspiegel, 29.03.2000
Bis 1525 hat Luther den seiner Sache doch sehr gewogenen Landesherren wenig herangezogen.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7122
Er war mir immer gewogen und schenkte mir volles Vertrauen.
Voß, Ernst: Lebenserinnerungen und Lebensarbeit des Mitbegründers der Schiffswerft von Blohm & Voß. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1924], S. 8702
In meiner Ratlosigkeit besann ich mich auf die blonde Ida, die mir in Treuen gewogen war.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 991
Zitationshilfe
„gewogen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gewogen>, abgerufen am 19.09.2021.

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