gewohnt

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache  [gəˈvoːnt]
Worttrennung ge-wohnt
Wortbildung  mit ›gewohnt‹ als Erstglied: ↗gewohnterweise  ·  mit ›gewohnt‹ als Letztglied: ↗altgewohnt · ↗arbeitsgewohnt · ↗befehlsgewohnt · ↗kampfgewohnt · ↗lang gewohnt · ↗langgewohnt · ↗sieggewohnt · ↗ungewohnt

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. üblich, wie immer
  2. 2. ⟨etw. gewohnt sein⟩ etw. als selbstverständlich betrachten
    1. [veraltet] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
üblich, wie immer
Grammatik: attributiv
Beispiele:
er kommt zu gewohnter Zeit, Stunde
den gewohnten Weg gehen
eine Aufgabe mit gewohnter Sorgfalt erledigen
in, auf gewohnte Weise handeln
sie fühlte sich nur in ihrer gewohnten (= vertrauten) Umgebung wohl
Aber ich sagte alle diese mir geläufigen Dinge nicht mit dem gewohnten Ton von Erbitterung und Hohn [ HesseSteppenw.4,293]
2.
etw. gewohnt seinetw. als selbstverständlich betrachten
Beispiele:
er war (es) gewohnt, dass ihn alle verwöhnten
seine Bemerkungen bin ich schon gewohnt
das bin ich nicht anders von dir gewohnt
ich bin gewohnt (= habe es mir zur Gewohnheit gemacht), zeitig aufzustehen
wir werden es so machen, wie ihr es gewohnt seid
sprichwörtlichjung gewohnt, alt getan
veraltet
Grammatik: mit Genitiv
Beispiel:
Klaus Heinrich war solcher Erscheinungen gewohnt [ Th. MannKönigl. Hoheit7,119]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewohnt · ungewohnt
gewohnt Part.adj. ‘üblich, vertraut’. Das Part. Prät. mhd. gewon(e)t, zum Infinitiv mhd. gewonen ‘gewohnt sein, werden, wohnen, verweilen’, ahd. giwonēn (8. Jh.), verdrängt seit dem 14. Jh. ein altes Adjektiv ahd. giwon (8. Jh.), mhd. gewon, nhd. (bis ins 18. Jh.) gewohn ‘gewohnt, hergebracht, üblich’ (vgl. asächs. giwono, giwuno, aengl. gewuna, mnl. ghewōne, nl. gewoon). gewohn steht im Ablautverhältnis zu den unter ↗gewöhnen (s. d.) genannten Formen; zu ihm gehören die Ableitungen ↗Gewohnheit und ↗gewöhnlich (s. d.). ungewohnt Part.adj. ‘nicht üblich, fremd’, ahd. ungiwonēt (um 800), mhd. ungewont. Vgl. auch ungewohn (bis ins 17. Jh.), ahd. ungiwon (8. Jh.), mhd. ungewon.

Thesaurus

Synonymgruppe
allgemein bekannt · ↗alltäglich · ↗an der Tagesordnung · gang und gäbe · ↗geläufig · gewohnt · ↗gängig · ↗vertraut  ●  plain vanilla  engl. · sattsam bekannt  floskelhaft
Assoziationen
Synonymgruppe
gewohnt · nicht ohne · nie ohne  ●  ↗Markenzeichen  ugs., fig. · ↗notorisch  ugs., ironisch · ↗obligatorisch  ugs., ironisch · ↗unvermeidlich  ugs., ironisch
Assoziationen
Synonymgruppe
den Erwartungen entsprechend · der Erwartung entsprechend · ↗erwartbar · ↗erwartungsgemäß · erwartungskonform · gewohnt (Adverb) · ↗naturgemäß · ↗natürlich · ↗natürlicherweise · ↗selbstverständlich · ↗trivialerweise · ↗verständlicherweise · wenig überraschend · wie erwartet · wie zu erwarten (war) · wie üblich  ●  ↗logischerweise  ugs. · wen wundert's (Einschub)  geh.
Assoziationen
  • (so) sicher wie das Amen in der Kirche · ↗absolut · außer Zweifel · ↗bestimmt · ↗definitiv · ↗fraglos · ganz bestimmt · ↗gewiss · in jedem Fall · in jeder Hinsicht · komme was (da) wolle · mit Bestimmtheit · mit Sicherheit · ohne Frage · ohne Zweifel · ↗sicher · so gut wie sicher · ↗unausweichlich · ↗unbedingt · unter allen Umständen · ↗unweigerlich · ↗unzweifelhaft · ↗wahrlich · ↗zweifellos · ↗zweifelsohne  ●  (ey Alter,) ich schwör (Jugendsprache, Substandard)  ugs. · ↗allemal  ugs. · auf alle Fälle  ugs. · auf jeden Fall  ugs. · es sei Ihnen versichert (dass)  geh. · ↗hundertpro  ugs. · ↗jedenfalls  ugs. · ↗partout  ugs. · sei versichert (dass)  geh. · seien Sie versichert (dass)  geh. · ↗sicherlich  ugs., Hauptform · ↗todsicher  ugs. · worauf du dich verlassen kannst!  ugs., Redensart · worauf du einen lassen kannst  ugs., scherzhaft
  • (egal) wie man es (auch) dreht und wendet · ↗allemal · auch ohne das · auch so (schon) · davon abgesehen · ↗ohnedem · ↗ohnedies · ↗ohnehin · so oder so · ↗sowieso · unabhängig davon  ●  ↗eh  ugs. · ↗per se  geh.
  • also · ↗da · da ja · da obendrein · ↗denn · ↗ergo · ↗indem · ↗insofern · ↗mithin · ↗nachdem · ↗nämlich · wo  ●  ↗weil  Hauptform · ↗alldieweil  ugs. · wegen dem, dass  ugs.
  • folgerichtig · in der Natur der Sache liegen · ↗konsequenterweise · ↗logischerweise · ↗notwendigerweise · ↗unvermeidlich · ↗unweigerlich · ↗zwangsläufig  ●  muss so kommen  ugs.
  • (den) Erwartungen entsprechen · den bisherigen Erfahrungen entsprechen · in der Natur der Sache liegen · ins Bild passen · keine Seltenheit (sein) · nicht anders zu erwarten (sein) · nicht ungewöhnlich · nicht wundern dass · nicht wundernehmen dass · nicht überraschen · typisch sein · wenig überraschen · wenig überraschend kommen  ●  nur natürlich sein  floskelhaft · (Das) ist einfach so.  ugs., Spruch · (ganz) normal (sein)  ugs., Hauptform · (so) an sich haben  ugs. · das ist (nun mal) so bei  ugs. · kommen, wie es kommen muss  ugs.
  • absehbar · abzusehen · ↗berechenbar · nicht spontan auftreten(d) · ↗voraussagbar · ↗voraussehbar · vorauszusehen · ↗vorhersagbar · ↗vorhersehbar · vorherzusehen  ●  (sich) anbahnend  ugs. · ↗prognostizierbar  fachspr. · ↗prädiktiv  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›gewohnt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gewohnt‹.

Verwendungsbeispiele für ›gewohnt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber auch die, die seit Jahren bekannte Wege fahren, sollten sich nicht darauf verlassen, dass sie problemlos so fahren können, wie gewohnt.
Der Tagesspiegel, 08.05.2004
Sie sind es nicht gewohnt, Teil des öffentlichen Lebens zu sein.
Süddeutsche Zeitung, 18.02.2004
Es fängt doch so langsam wieder an, diese gewohnten Gänge.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 29.12.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
So durfte ich allmählich wieder in den gewohnten Gang zurückkehren.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 1633
Denn es ist sehr oft nur ein dumpfes in der Richtung der einmal eingelebten Einstellung ablaufendes Reagieren auf gewohnte Reize.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 9
Zitationshilfe
„gewohnt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gewohnt>, abgerufen am 07.03.2021.

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