gewohnt

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungge-wohnt
Wortbildung mit ›gewohnt‹ als Erstglied: ↗gewohnterweise  ·  mit ›gewohnt‹ als Letztglied: ↗altgewohnt · ↗arbeitsgewohnt · ↗befehlsgewohnt · ↗kampfgewohnt · ↗langgewohnt · ↗sieggewohnt · ↗ungewohnt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
üblich, wie immer
Grammatik: attributiv
Beispiele:
er kommt zu gewohnter Zeit, Stunde
den gewohnten Weg gehen
eine Aufgabe mit gewohnter Sorgfalt erledigen
in, auf gewohnte Weise handeln
sie fühlte sich nur in ihrer gewohnten (= vertrauten) Umgebung wohl
Aber ich sagte alle diese mir geläufigen Dinge nicht mit dem gewohnten Ton von Erbitterung und Hohn [HesseSteppenw.4,293]
2.
etw. gewohnt seinetw. als selbstverständlich betrachten
Beispiele:
er war (es) gewohnt, dass ihn alle verwöhnten
seine Bemerkungen bin ich schon gewohnt
das bin ich nicht anders von dir gewohnt
ich bin gewohnt (= habe es mir zur Gewohnheit gemacht), zeitig aufzustehen
wir werden es so machen, wie ihr es gewohnt seid
sprichwörtlichjung gewohnt, alt getan
veraltet
Grammatik: mit Genitiv
Beispiel:
Klaus Heinrich war solcher Erscheinungen gewohnt [Th. MannKönigl. Hoheit7,119]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewohnt · ungewohnt
gewohnt Part.adj. ‘üblich, vertraut’. Das Part. Prät. mhd. gewon(e)t, zum Infinitiv mhd. gewonen ‘gewohnt sein, werden, wohnen, verweilen’, ahd. giwonēn (8. Jh.), verdrängt seit dem 14. Jh. ein altes Adjektiv ahd. giwon (8. Jh.), mhd. gewon, nhd. (bis ins 18. Jh.) gewohn ‘gewohnt, hergebracht, üblich’ (vgl. asächs. giwono, giwuno, aengl. gewuna, mnl. ghewōne, nl. gewoon). gewohn steht im Ablautverhältnis zu den unter ↗gewöhnen (s. d.) genannten Formen; zu ihm gehören die Ableitungen ↗Gewohnheit und ↗gewöhnlich (s. d.). ungewohnt Part.adj. ‘nicht üblich, fremd’, ahd. ungiwonēt (um 800), mhd. ungewont. Vgl. auch ungewohn (bis ins 17. Jh.), ahd. ungiwon (8. Jh.), mhd. ungewon.

Thesaurus

Synonymgruppe
allgemein bekannt · ↗alltäglich · an der Tagesordnung · gang und gäbe · ↗geläufig · gewohnt · ↗gängig · ↗vertraut  ●  plain vanilla  engl. · sattsam bekannt  floskelhaft
Assoziationen
  • (wird) gern gekauft · (wird) viel gekauft · begehrt · ↗beliebt · ↗gefragt · ↗gesucht · gut eingeführt · in jemandes Gunst (stehen) · nachgefragt · ↗populär
  • gewohnt · nicht ohne · nie ohne  ●  ↗Markenzeichen  ugs., fig. · ↗notorisch  ugs., ironisch · ↗obligatorisch  ugs., ironisch · ↗unvermeidlich  ugs., ironisch
  • alte, langweilige Geschichte  ●  Schnee von gestern  ugs., fig. · alter Hut  ugs., fig. · kalter Kaffee  ugs., fig. · nichts Neues  ugs. · olle Kamellen  ugs., fig., rheinisch
Synonymgruppe
gewohnt · nicht ohne · nie ohne  ●  ↗Markenzeichen  ugs., fig. · ↗notorisch  ugs., ironisch · ↗obligatorisch  ugs., ironisch · ↗unvermeidlich  ugs., ironisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anblick Brillanz Bähnchen Denkmuster Erscheinungsbild Gang Gelassenheit Gründlichkeit Komfort Lebensstandard Lebensstil Manier Muster Pfad Präzision Rhythmus Ritual Routine Schema Schärfe Standard Terrain Trott Umfang Umfeld Umgebung Weise bisher her sonst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gewohnt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber auch die, die seit Jahren bekannte Wege fahren, sollten sich nicht darauf verlassen, dass sie problemlos so fahren können, wie gewohnt.
Der Tagesspiegel, 08.05.2004
Sie sind es nicht gewohnt, Teil des öffentlichen Lebens zu sein.
Süddeutsche Zeitung, 18.02.2004
Es fängt doch so langsam wieder an, diese gewohnten Gänge.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 29.12.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
So durfte ich allmählich wieder in den gewohnten Gang zurückkehren.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 1633
Denn es ist sehr oft nur ein dumpfes in der Richtung der einmal eingelebten Einstellung ablaufendes Reagieren auf gewohnte Reize.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 9
Zitationshilfe
„gewohnt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gewohnt>, abgerufen am 10.12.2019.

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