gierig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggie-rig (computergeneriert)
Wortzerlegunggieren1-ig
Wortbildung mit ›gierig‹ als Erstglied: ↗Gierigkeit  ·  mit ›gierig‹ als Letztglied: ↗besitzgierig · ↗beutegierig · ↗geldgierig · ↗gewinngierig · ↗goldgierig · ↗lebensgierig · ↗machtgierig · ↗profitgierig · ↗sensationsgierig
eWDG, 1967

Bedeutung

mit Gier
Beispiele:
gierig essen und trinken
etw. gierig verschlingen
gierig schlürfte er den Wein
er schöpfte gierig Luft
heftig begehrend
Beispiele:
sie war gierig nach Wasser
sei nicht so gierig darauf
er hatte gierige Augen
sie richtete gierige Blicke auf das Fleisch, Geld
ihre Bewegungen wurden immer schneller und gieriger [AichingerHoffnung112]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gier · gierig · gieren · Begier · Begierde · begierig · Neugier · Neugierde · neugierig · Habgier · habgierig
Gier f. ‘heftiges, maßloses Verlangen, Begehren’. Das auf den dt. Sprachraum beschränkte Substantiv ahd. girī(n) (8. Jh.), mhd. gir ‘Begierde’, asächs. nur im Kompositum fehugiri ‘Streben nach Besitz’, ist eine Abstraktbildung zu dem durch gierig (s. unten) ersetzten alten Adjektiv ahd. ger (9. Jh.), Nebenform giri (8. Jh.), mhd. gir, ger ‘begierig, verlangend’, mnd. gīr, gēr, das mit ↗gern und ↗begehren (s. d.) verwandt ist und wie diese zur Wurzel ie. *g̑her- ‘begehren, gern haben’ gehört. gierig Adj. ‘voller Gier, heftig begehrend’, ahd. girīg (9. Jh.), mhd. giric ‘begierig, begehrlich’, Weiterbildung zu den oben genannten Adjektivformen ahd. ger, giri, mhd. gir, ger. gieren Vb. ‘heftig begehren, gierig verlangen’ (15. Jh.), nach heutigem Sprachempfinden als Ableitung von Gier angesehen, ist aber wohl Übernahme von mnd. gīren und gehört damit zu der unter ↗gähnen (s. d.) genannten Wurzelform ie. *g̑hēi-, *g̑hī- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’. Doch können im Einzelfall auch auf die gleiche Wurzel zurückgehende nominale Formen mit ī (s. ↗Geier) von Einfluß gewesen sein. Begier f. Begierde f. ‘heftiges, leidenschaftliches (sinnliches) Verlangen’. Während ahd. girida (um 800), mhd. girde Abstraktbildungen zum Adjektiv ahd. ger, giri (s. oben) sind, gehört das Abstraktum mhd. begirde zum Verb mhd. begern, begirn, nhd. ↗begehren (s. d.). Verkürztes mhd. begir steht dagegen unter dem Einfluß von mhd. gir, nhd. Gier (s. oben). begierig Adj. ‘voller Begierde, auf etw. versessen’, mhd. begirec, begirdec. Neugier f. Neugierde f. ‘Gier, Begier, Neuigkeiten oder die Angelegenheit anderer zu erfahren’ (17. Jh.), gebildet zu älterem neugierig Adj. ‘voller Neugier, gespannt’ (Mitte 16. Jh.). Habgier f. ‘Gier nach Besitz’ (18. Jh.) übernimmt die ältere Bedeutung von ↗Geiz (s. d.) und meint den ‘raffenden’ im Unterschied zum späteren ‘sparsamen Geiz’; habgierig Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
besitzgierig · ↗geldgierig · gierig · ↗habgierig · ↗habsüchtig · ↗materialistisch · ↗raffgierig · ↗unbescheiden · ↗unersättlich  ●  (dem) Geld hinterherjagen  ugs., variabel · (dem) schnöden Mammon frönen  geh., variabel · den Hals nicht vollkriegen können  ugs., variabel · ↗geldgeil  ugs. · ↗konsumgeil  ugs. · ↗konsumistisch  geh. · wie die Aasgeier  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
...(be)gierig · ↗...hungrig · ↗...lustig · ↗...lüstern · gieren nach · gierig nach · heiß auf · verlangen nach  ●  ↗...geil  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abzocker Banker Bastard Geier Maul Meute Rachen Raubtier Schlund Spekulant Verschlingen aufsaugen einsaugen fressen geil geizig gierig herfallen hermachen inhalieren lecken nuckeln saugen schlürfen schnappen selbstsüchtig skrupellos unersättlich verschlingen züngeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gierig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch dank einiger gieriger Politiker sind sie jetzt in aller Munde.
Bild, 19.08.2002
Die jungen Mütter sind meist verschwunden, gierig nach einem neuen Kick.
Die Zeit, 20.01.1992, Nr. 03
Und sehr gierig, das muß man schon zugeben, sehr gierig ist er auch nicht.
Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 265
Das Aufblähen zeigt sich leicht nach gierigem Genuß am frühen Morgen.
Die Landfrau, 20.06.1925
Alle seine Sinne krochen ihr nach, gierig, geil, giftig gefüllt mit eklen Lüsten.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 233
Zitationshilfe
„gierig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gierig#1>, abgerufen am 19.04.2019.

Weitere Informationen …

gierig

GrammatikAdjektiv
Worttrennunggie-rig (computergeneriert)
Wortzerlegunggieren2-ig
Wortbildung mit ›gierig‹ als Letztglied: ↗leegierig · ↗luvgierig
DWDS-Verweisartikel, 2016

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von gieren2
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gier · gierig · gieren · Begier · Begierde · begierig · Neugier · Neugierde · neugierig · Habgier · habgierig
Gier f. ‘heftiges, maßloses Verlangen, Begehren’. Das auf den dt. Sprachraum beschränkte Substantiv ahd. girī(n) (8. Jh.), mhd. gir ‘Begierde’, asächs. nur im Kompositum fehugiri ‘Streben nach Besitz’, ist eine Abstraktbildung zu dem durch gierig (s. unten) ersetzten alten Adjektiv ahd. ger (9. Jh.), Nebenform giri (8. Jh.), mhd. gir, ger ‘begierig, verlangend’, mnd. gīr, gēr, das mit ↗gern und ↗begehren (s. d.) verwandt ist und wie diese zur Wurzel ie. *g̑her- ‘begehren, gern haben’ gehört. gierig Adj. ‘voller Gier, heftig begehrend’, ahd. girīg (9. Jh.), mhd. giric ‘begierig, begehrlich’, Weiterbildung zu den oben genannten Adjektivformen ahd. ger, giri, mhd. gir, ger. gieren Vb. ‘heftig begehren, gierig verlangen’ (15. Jh.), nach heutigem Sprachempfinden als Ableitung von Gier angesehen, ist aber wohl Übernahme von mnd. gīren und gehört damit zu der unter ↗gähnen (s. d.) genannten Wurzelform ie. *g̑hēi-, *g̑hī- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’. Doch können im Einzelfall auch auf die gleiche Wurzel zurückgehende nominale Formen mit ī (s. ↗Geier) von Einfluß gewesen sein. Begier f. Begierde f. ‘heftiges, leidenschaftliches (sinnliches) Verlangen’. Während ahd. girida (um 800), mhd. girde Abstraktbildungen zum Adjektiv ahd. ger, giri (s. oben) sind, gehört das Abstraktum mhd. begirde zum Verb mhd. begern, begirn, nhd. ↗begehren (s. d.). Verkürztes mhd. begir steht dagegen unter dem Einfluß von mhd. gir, nhd. Gier (s. oben). begierig Adj. ‘voller Begierde, auf etw. versessen’, mhd. begirec, begirdec. Neugier f. Neugierde f. ‘Gier, Begier, Neuigkeiten oder die Angelegenheit anderer zu erfahren’ (17. Jh.), gebildet zu älterem neugierig Adj. ‘voller Neugier, gespannt’ (Mitte 16. Jh.). Habgier f. ‘Gier nach Besitz’ (18. Jh.) übernimmt die ältere Bedeutung von ↗Geiz (s. d.) und meint den ‘raffenden’ im Unterschied zum späteren ‘sparsamen Geiz’; habgierig Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
besitzgierig · ↗geldgierig · gierig · ↗habgierig · ↗habsüchtig · ↗materialistisch · ↗raffgierig · ↗unbescheiden · ↗unersättlich  ●  (dem) Geld hinterherjagen  ugs., variabel · (dem) schnöden Mammon frönen  geh., variabel · den Hals nicht vollkriegen können  ugs., variabel · ↗geldgeil  ugs. · ↗konsumgeil  ugs. · ↗konsumistisch  geh. · wie die Aasgeier  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
...(be)gierig · ↗...hungrig · ↗...lustig · ↗...lüstern · gieren nach · gierig nach · heiß auf · verlangen nach  ●  ↗...geil  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abzocker Banker Bastard Geier Maul Meute Rachen Raubtier Schlund Spekulant Verschlingen aufsaugen einsaugen fressen geil geizig gierig herfallen hermachen inhalieren lecken nuckeln saugen schlürfen schnappen selbstsüchtig skrupellos unersättlich verschlingen züngeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gierig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch dank einiger gieriger Politiker sind sie jetzt in aller Munde.
Bild, 19.08.2002
Die jungen Mütter sind meist verschwunden, gierig nach einem neuen Kick.
Die Zeit, 20.01.1992, Nr. 03
Und sehr gierig, das muß man schon zugeben, sehr gierig ist er auch nicht.
Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 265
Das Aufblähen zeigt sich leicht nach gierigem Genuß am frühen Morgen.
Die Landfrau, 20.06.1925
Alle seine Sinne krochen ihr nach, gierig, geil, giftig gefüllt mit eklen Lüsten.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 233
Zitationshilfe
„gierig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gierig#2>, abgerufen am 19.04.2019.

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