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glätten

GrammatikVerb · glättet, glättete, hat geglättet
Aussprache
Worttrennungglät-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›glätten‹ als Erstglied: ↗Glätter · ↗Glätterei · ↗Glättung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. Unebenes, Unordentliches glattmachen
Beispiele:
den Sand, ein Beet glätten
der Vogel glättet seine Federn
das Zeitungsblatt, einen zerknüllten Geldschein wieder glätten
sich [Dativ] die Schürze, jmdm. das Haar glätten (= glattstreichen)
Der Betriebsdirektor glättet die Dienstfalte seiner Amtsstirn [TucholskyDeutschland235]
übertragen
Beispiele:
manches in dem Manuskript musste noch geglättet werden
man sah die letzte glättende Hand
Er bemühte sich nun, die Erregung und den geknechteten Trotz des anderen zu glätten [JahnnHolzschiff154]
2.
sich glättenglatt, eben werden
Beispiele:
die aufgewühlten Wogen glätten sich wieder nach dem Sturm
seine Gesichtszüge glätteten sich (= wurden freundlich)
übertragen
Beispiel:
die Erregung glättete sich [ApitzNackt176]
3.
schweizerisch etw. bügeln, plätten
Beispiel:
erst wenn das Glätten anging, griff eine größere Heiterkeit Platz [G. KellerKammacher6,213]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glatt · Glätte · glätten · Glatteis · glatterdings · glattweg
glatt Adj. ‘ohne Unebenheit, schlüpfrig’, übertragen ‘ohne Hindernis, mühelos, heuchlerisch, einschmeichelnd, offenbar’, als Adverb auch (seit dem 16. Jh.) ‘völlig’, ahd. glat ‘glänzend, hell, klar’ (8. Jh.), mhd. g(e)lat ‘glänzend, eben, schlüpfrig’, asächs. glad- in gladmōd(i) ‘fröhlich’, mnd. mnl. glat, nl. glad ‘glatt, schlüpfrig’, aengl. glæd ‘glänzend, froh, angenehm’, engl. glad ‘froh’, anord. glaðr ‘froh, fröhlich, glänzend’, schwed. glad ‘froh, heiter’ (germ. *glada-) gehört mit lat. glaber (aus ie. *g̑hlədhro-) ‘glatt, unbehaart, kahl’, lit. glod(n)ùs, glõdnas ‘glatt (anliegend), glattgestrichen, sanft’, aslaw. gladъkъ, russ. gládkij (гладкий) ‘glatt, flach, eben’ zu ie. *g̑hlādh-, *g̑hlədh- bzw. *ghlādh-, *ghlədh- ‘glänzend, glatt’, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ bzw. ihrer Varianten (s. ↗gelb). Glätte f. ‘Glattheit, Schlüpfrigkeit’, mhd. glete, auch ‘glasartige, glänzende Bleischlacke’. glätten Vb. ‘glattmachen’, (reflexiv) ‘glatt, eben werden’ (15. Jh.), landschaftlich auch ‘bügeln’. Glatteis n. ‘dünne Eisschicht auf Wegen und Fahrbahnen’ (16. Jh.). Zur Umgangssprache gehören glatterdings Adv. ‘ohne Umstände, ohne weiteres’ (Mitte 18. Jh.; gebildet nach allerdings, schlechterdings, platterdings) und älteres gleichbed. glattweg Adv. (vereinzelt Mitte 16. Jh., häufiger seit 2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) platt machen · glätten · ↗mangeln · ↗plätten · ↗walzen  ●  ↗bügeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
abfeilen · ↗abreiben · ↗abschaben · ↗abschleifen · ↗abschmirgeln · ↗feilen · glatt feilen · glatt reiben · glätten · ↗schmirgeln
Oberbegriffe
Synonymgruppe
abschleifen · glätten · ↗polieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Estrich Falte Gesichtszug Kante Kanten Knorpel Konjunkturschwankung Konjunkturzyklus Kursausschlag Meinungsunterschied Meniskus Narbe Narben Oberfläche Planierraupe Runzel Schwankung Sorgenfalte Stirn Stirnfalte Unebenheit Verwerfung Welle Woge Wogen harmonisieren polieren schleifen schönen straffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glätten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Form der Diskussion könne schon dazu beitragen, Wogen zu glätten.
Der Tagesspiegel, 30.10.2003
Die Wogen glätten sich bald darauf, der Euro stabilisiert sich wieder leicht.
Die Welt, 31.12.1999
Die Wogen glätteten sich indessen wieder, und es ging weiter in der alten Weise.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
In der örtlichen Presse erschien sie am nächsten Tag nur geglättet und gekürzt.
Der Spiegel, 22.12.1986
Aufgerollt, geglättet, zusammengesetzt, ergänzt, in eine klare menschliche Sprache übersetzt - was hieß es?
Borchardt, Rudolf: Vereinigung durch den Feind hindurch, Frankfurt a. M.: Ullstein 1982 [1937], S. 189
Zitationshilfe
„glätten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/glätten>, abgerufen am 17.11.2019.

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