Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

glücken

Grammatik Verb · glückt, glückte, ist geglückt
Aussprache 
Worttrennung glü-cken
Wortbildung  mit ›glücken‹ als Letztglied: danebenglücken · missglücken · wohl geglückt · wohlgeglückt
eWDG

Bedeutung

etw. glückt jmdm.etw. gelingt jmdm. durch die Gunst der Umstände
in gegensätzlicher Bedeutung zu missglücken
Beispiele:
es glückte mir, die Verbindung herzustellen
es glückte gut, schlecht, gar nicht
ihm glückt immer alles
das wäre uns also geglückt!
es wollte mir nicht glücken, dich zu treffen
ob die Flucht glücken wird?
der Plan, das Wagnis, Unternehmen war geglückt
ein solcher Wurf glückt nicht immer
der Kuchen ist mir diesmal nicht geglückt
ein geglückter Start in den Weltraum
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glucken · glucksen · gluckern · Glucke
glucken Vb. ‘den Laut gluck ausstoßen, brüten’ (von Hennen), übertragen ‘untätig, stumpfsinnig dasitzen’ mhd. klucken, glucken, mnd. klucken, mnl. clocken, nl. klokken, aengl. cloccian, engl. to cluck, schwed. klucka sind lautnachahmenden Ursprungs; vgl. entsprechende Bildungen wie lat. glōcīre und auf spätlat. clociāre zurückgehendes frz. glousser, ital. chiocciare sowie die unter lachen (s. d.) aufgeführten außergerm. lautnachahmenden Verben. Neben dem Laut der Henne beim Brüten und Locken der Küken und ähnlichen Tönen anderer Vögel ahmt glucken und seine abgeleiteten Iterativbildungen glucksen Vb. (15. Jh.), gluckern Vb. (16. Jh.) auch Laute nach, die beim Schlucken, Aufstoßen oder beim Fließen einer Flüssigkeit aus einer Enge entstehen. – Glucke f. nordd. und nordwestmd. auch Klucke, ‘brütende oder die Küken ausführende Henne’, spätmhd. mnd. klucke; Rückbildung zum Verb.

Glück · glücken · beglücken · glücklich · Unglück · unglücklich · verunglücken · glückselig · Glückseligkeit · Glückskind · Glückspilz · Glücksrad · Glücksritter
Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. selig und Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f. spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
funktionieren · gelingen · glücken  ●  aufgehen (Plan, Rechnung)  fig. · (sich) ausgehen  ugs., österr. · gutgehen  ugs. · hinhauen  ugs. · klappen  ugs. · laufen wie geplant  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›glücken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glücken‹.

Verwendungsbeispiele für ›glücken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber es glückte ihm auch heut nicht, in seine hohe Welt zurückzufinden. [Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 449]
An vielen Orten ist es in guter Praxis heute geglückt, dem Kinde sein Recht zu geben, ohne den künftigen Mann zu vergessen. [Blättner, Fritz: Geschichte der Pädagogik, Heidelberg: Quelle & Meyer 1961 [1951], S. 236]
Ich bin schon so oft davongekommen – warum soll es nicht auch diesmal glücken? [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1942. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1942], S. 175]
Er verspricht nur, alle ausländischen Bewerber fern zu halten, und das glückt ihm auch. [Fath, Rolf: Werke – L. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 15606]
Ein genaues Positionieren der Maus glückt damit erst nach längerem Training. [C’t, 1994, Nr. 7]
Zitationshilfe
„glücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gl%C3%BCcken>.

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