glücklich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungglück-lich
Wortbildung mit ›glücklich‹ als Erstglied: ↗glücklicherweise  ·  mit ›glücklich‹ als Letztglied: ↗unglücklich · ↗überglücklich
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Glück, Erfolg habend, erfolgreich
Beispiele:
der glückliche Gewinner
eine glückliche Reise, Heimkehr
das war ein glücklicher Schuss
mit Blumen hat sie eine glückliche (= geschickte) Hand
er konnte glücklich landen
glücklich durchkommen
es wird der Neid / Stets den obsiegend Glücklichen verfolgen [SchillerStuartI 8]
2.
von tiefer Freude, Glück erfüllt, beglückt
Beispiele:
eine glückliche junge Frau, Mutter
glückliche Kinder
hier leben glückliche Menschen
ein glückliches Volk, Land
jmdn. glücklich machen
sich glücklich schätzen
jmdn. glücklich preisen
sie war grenzenlos, unsäglich, restlos glücklich
wir waren die glücklichsten Menschen unter der Sonne
eine glückliche Zukunft, Ehe
sie verlebten dort glückliche Stunden, Tage
ein glückliches Gesicht, Lächeln
sprichwörtlich dem Glücklichen schlägt keine Stunde
er war so jung, so stark, so unsinnig glücklich [HardenKöpfe386]
sprichwörtlich Glücklich allein / Ist die Seele, die liebt [GoetheEgmontIII]
sprichwörtlich Glücklich ist, / Wer vergißt, / Was nicht mehr zu ändern ist [J. StraußFledermausI]
3.
vorteilhaft, günstig
Beispiele:
ein glücklicher Gedanke, Einfall, Griff
ein glücklicher Zufall, Umstand
eine glückliche Mischung von Dichtung und Wahrheit
sie hat eine glückliche (= ausgeglichene) Natur, ein glückliches Temperament
etw. nimmt einen glücklichen Verlauf
du hast dafür einen glücklichen Ausdruck gefunden
er war in keiner glücklichen Lage
etw. zu einem glücklichen Ende bringen
die Übersetzung ist nicht immer, ist wenig glücklich
das Thema, die Farbe war nicht glücklich gewählt
etw. ist nicht glücklich ausgefallen
es trifft sich glücklich, dass ich auch dahin reisen will
Er erledigt ziemlich glücklich die Angelegenheiten seiner Freunde [St. ZweigBalzac349]
das hat am glücklichsten Georg Brandes in seiner Schrift ... erkannt und dargestellt [Th. Mann11,208]
4.
umgangssprachlich endlich, schließlich
Beispiele:
hast du es glücklich geschafft?
jetzt kommst du glücklich!
so, der wäre glücklich fort!
sie hat ihn glücklich klein gekriegt
es ist glücklich zehn Uhr geworden
zu guter Letzt
Beispiele:
es wurde glücklich Mittag, bis der erwartete Wagen kam
seinen Namen so laut zu sagen, daß glücklich alle ihn hörten [SchnurreRechnung49]
Während Balzac noch ... arbeitet, meldet sich der Verleger Levasseur bei ihm, der glücklich seine Wohnung ausgekundschaftet hat [St. ZweigBalzac129]
Sie haben mich ja nun glücklich so klein und erbärmlich gemacht [G. Hauptm.Einsame MenschenIII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glück · glücken · beglücken · glücklich · Unglück · unglücklich · verunglücken · glückselig · Glückseligkeit · Glückskind · Glückspilz · Glücksrad · Glücksritter
Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. ↗selig und ↗Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f. spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
froh · glücklich · ↗zufrieden  ●  ↗happy  ugs., engl.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
angenehm · ↗erbaulich · ↗erfreulich · ↗ergötzlich · ↗erhebend · glücklich · ↗gut · ↗günstig · ↗herzerfrischend · ↗vorteilhaft · ↗wohltuend  ●  ↗charmant  fig. · ↗gefreut  schweiz. · ↗pläsierlich  veraltet · ↗sympathisch  fig. · ↗erquicklich  geh. · ↗ersprießlich  geh. · herzerquicklich  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
frei von Sorgen · glücklich · ↗sorgenfrei · ↗sorglos · ↗unbeschwert · ↗unbesorgt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausgang Ehe Ende Familie Fügung Gewinner Hand Kindheit Kuh Lage Mensch Moment Paar Umstand Zufall alle besonders froh gesund ich machen rundum schätzen sehr stolz unglücklich wenig weniger zufrieden überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glücklich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gerechnet hatte er nicht mit dieser glücklichen Wendung der Geschichte.
Die Zeit, 26.11.2013, Nr. 04
Die Ehe war nicht glücklich, und das Paar trennte sich bald wieder.
Cudworth, Charles L.: Fischer. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 13010
Du verlebst einen glücklichen Abend, mit Ausruhen, mit Lernen, mit Arbeit erfüllt.
Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1
Wir seien in der glücklichen Lage, nicht nur Elend beseitigen zu müssen, sondern kommende Not vorbeugend verhindern zu dürfen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1941]
Der günstige Erfolg dieser ersten Probe machte mich sehr glücklich.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„glücklich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/glücklich>, abgerufen am 17.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Gluckhenne
glückhaft
gluckern
gluckenhaft
glücken
glücklicherweise
glücklos
Glücksautomat
Glücksbote
Glücksbotschaft