glückselig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung glück-se-lig
Wortzerlegung Glück -selig
Wortbildung  mit ›glückselig‹ als Erstglied: Glückseligkeit · Glücksseligkeit
eWDG

Bedeutung

sehr glücklich, überglücklich
Beispiele:
die glückselige Braut
ein glückseliges Kind
jmdn. glückselig ansehen
glückselig lächeln
Der arme oder in dieser Hinsicht glückselige Quint [ G. Hauptm.Quint1,45]
Dies machte ihn nur noch verliebter und glückseliger [ G. Keller6,285]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glück · glücken · beglücken · glücklich · Unglück · unglücklich · verunglücken · glückselig · Glückseligkeit · Glückskind · Glückspilz · Glücksrad · Glücksritter
Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. selig und Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f. spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
glückselig · sehr glücklich · überaus glücklich · überglücklich  ●  hocherfreut  formell · herzensfroh  geh., veraltet · von Herzen froh  geh., veraltet
Assoziationen
  • (sich) glücklich schätzen (können) · von Glück reden können  ●  (jemand) soll froh sein  ugs.
  • (sein) Glück kaum fassen können · (sich) freuen können (über) · (sich) glücklich schätzen (können) · angenehm überrascht sein  ●  (eine) freudige Überraschung (sein) (für)  variabel
  • froh · glücklich · zufrieden  ●  happy  ugs., engl.
  • frei von Sorgen · glücklich · sorgenfrei · sorglos · unbeschwert · unbesorgt
Synonymgruppe
freudestrahlend · glückselig · glückstrahlend · selig
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›glückselig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glückselig‹.

Verwendungsbeispiele für ›glückselig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alsdann wird das heilige Herz meiner süßen Mutter bluten um ihres glückseligen Sohnes willen. [Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 71]
Als ich ihn wiedersah, lächelte er nicht mehr überlegen und nicht mehr glückselig – er lächelte überhaupt nicht mehr. [Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 282]
Ein glückselig abgeschiedener Ort ist keiner mehr, wenn alle ihn sehen wollen. [Süddeutsche Zeitung, 25.04.2000]
Und die Nachfrage danach war in dieser glückseligen Nacht groß. [Die Welt, 29.05.2000]
Erst kurz vor der Nacht verließ er sie, glückselig, dankbar. [Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9538]
Zitationshilfe
„glückselig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gl%C3%BCckselig>.

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