glattweg

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungglatt-weg
Wortzerlegungglattweg
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich ohne Umstände, Hemmungen
Beispiel:
etw. glattweg behaupten, leugnen, ablehnen
völlig
Beispiel:
etw. ist glattweg erfunden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glatt · Glätte · glätten · Glatteis · glatterdings · glattweg
glatt Adj. ‘ohne Unebenheit, schlüpfrig’, übertragen ‘ohne Hindernis, mühelos, heuchlerisch, einschmeichelnd, offenbar’, als Adverb auch (seit dem 16. Jh.) ‘völlig’, ahd. glat ‘glänzend, hell, klar’ (8. Jh.), mhd. g(e)lat ‘glänzend, eben, schlüpfrig’, asächs. glad- in gladmōd(i) ‘fröhlich’, mnd. mnl. glat, nl. glad ‘glatt, schlüpfrig’, aengl. glæd ‘glänzend, froh, angenehm’, engl. glad ‘froh’, anord. glaðr ‘froh, fröhlich, glänzend’, schwed. glad ‘froh, heiter’ (germ. *glada-) gehört mit lat. glaber (aus ie. *g̑hlədhro-) ‘glatt, unbehaart, kahl’, lit. glod(n)ùs, glõdnas ‘glatt (anliegend), glattgestrichen, sanft’, aslaw. gladъkъ, russ. gládkij (гладкий) ‘glatt, flach, eben’ zu ie. *g̑hlādh-, *g̑hlədh- bzw. *ghlādh-, *ghlədh- ‘glänzend, glatt’, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ bzw. ihrer Varianten (s. ↗gelb). Glätte f. ‘Glattheit, Schlüpfrigkeit’, mhd. glete, auch ‘glasartige, glänzende Bleischlacke’. glätten Vb. ‘glattmachen’, (reflexiv) ‘glatt, eben werden’ (15. Jh.), landschaftlich auch ‘bügeln’. Glatteis n. ‘dünne Eisschicht auf Wegen und Fahrbahnen’ (16. Jh.). Zur Umgangssprache gehören glatterdings Adv. ‘ohne Umstände, ohne weiteres’ (Mitte 18. Jh.; gebildet nach allerdings, schlechterdings, platterdings) und älteres gleichbed. glattweg Adv. (vereinzelt Mitte 16. Jh., häufiger seit 2. Hälfte 18. Jh.).

Weg · zuwege bringen · Wegerich · Wegweiser · weg · frischweg · durchweg · glattweg · wegen
Weg m. ‘festgetretene oder befestigte Bahn zum Gehen, Fahren, Pfad, zurückzulegende Strecke in einer bestimmten Richtung, Art und Weise’, ahd. weg ‘Bahn, Straße, Gang, Reise’ (8. Jh.), mhd. wec, asächs. aengl. weg, mnd. wech, engl. way, anord. vegr ‘Bahn, Reise, Fahrt, Richtung, Art und Weise’, schwed. väg, got. wigs (germ. *wega- m., wohl im Sinne von ‘Spur’) stellt sich mit lit. vėžeė͂ ‘Wagen-, Schlittenspur’ zu der unter ↗bewegen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯eg̑h- ‘bewegen, ziehen, fahren’. Häufig in Wendungen wie zuwege bringen Vb. ‘in rechte Ordnung, zustande bringen’ ahd. zuo wege bringan ‘auf den rechten Weg bringen’ (9. Jh.), mhd. zuo wegen bringen ‘sich verschaffen, zustande bringen’; ferner jmdm. aus dem Wege gehen ‘ihn meiden’ (16. Jh.); jmdm. im Weg sein ‘ihn hindern, stören’ (17. Jh.); jmdm. über den Weg laufen ‘zufällig begegnen’ (19. Jh.). Wegerich m. Name der häufig an Wegen, Straßen, Gräben, Dorfangern wachsenden Pflanze, ahd. wegarī̌h (9. Jh.), mhd. wegerīch, in seinem zweiten Kompositionsglied nachgebildet dem in männlichen Personennamen auftretenden Bildungselement -rī̌h (vgl. Diotrīh, Fridurīh, nhd. Dietrich, Friedrich, zur Etymologie s. ↗Reich). Wegweiser m. ‘Wegzeiger, Tafel mit Angabe der Richtung’, mhd. wegewīser. weg Adv. ‘von einem Ort entfernt oder sich entfernend, fort’, verkürzt (14. Jh.) aus mhd. enwec ‘hinweg, fort’, zuvor mhd. in wec ‘auf den Weg’ (vgl. noch enweg, Luther), oft in Verbindung mit Verben der Bewegung wie mhd. in wec gān ‘fortgehen’, eigentlich ‘auf den Weg, auf die Reise gehen’. Vgl. auch gleichbed. aengl. onweg, aweg, engl. away ‘weg, fort’. In Zusammensetzungen frischweg Adv. ‘geradewegs’ (16. Jh.), durchweg Adv. ‘ausnahmslos, völlig’ (18. Jh.), glattweg Adv. ‘völlig, kurzerhand, drauflos’ (19. Jh.). wegen Präp. mit Genitiv, heute auch mit Dativ ‘infolge, auf Grund (von)’, spätmhd. wegen (2. Hälfte 14. Jh.), verkürzt aus mhd. von … wegen ‘von … Seiten’ (mit eingeschlossenem Genitiv, mhd. von unser beider wegen, 13. Jh.), daher eigentlich Dativ Plur. von mhd. wec ‘Weg’ in der Bedeutung md. mnd. ‘Ort, Stelle, Seite’. Vielleicht aus dem Mnd. in die Kanzleisprache übernommen (vgl. mnd. van … wegen, mnl. van … weghen).

Thesaurus

Synonymgruppe
direkt · ↗durchaus · ↗einfach · ↗gerade · ↗geradewegs · ↗geradezu · glatt · glattweg · glattwegs · ↗platterdings · reinewegs · ↗reinweg · reinwegs · ↗rundweg · ↗schier · schlankwegs · ↗schlechtweg · schlechtwegs · ↗schlicht · schlicht und einfach · ↗schlichtweg · schlichtwegs · ↗unvermittelt  ●  ↗direktemang  ugs. · ↗freilich  ugs., süddt. · geradezus  ugs., regional · gradweg  ugs. · ↗nachgerade  geh. · ↗rein  ugs. · ↗schlankweg  ugs. · ↗schlechterdings  geh., veraltend · ↗schlechthin  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

leugnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glattweg‹.

Zitationshilfe
„glattweg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/glattweg>, abgerufen am 18.02.2019.

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