glaubwürdig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungglaub-wür-dig (computergeneriert)
Wortzerlegungglaubenwürdig
Wortbildung mit ›glaubwürdig‹ als Erstglied: ↗Glaubwürdigkeit  ·  mit ›glaubwürdig‹ als Letztglied: ↗unglaubwürdig
eWDG, 1967

Bedeutung

so, dass jmdm. geglaubt wird
Beispiele:
ein glaubwürdiger Zeuge
der Zeuge ist, spricht glaubwürdig
Ich ... muß mich, um glaubwürdig zu bleiben, hier dennoch bequemen, all die Versionen wunderbarer Rettungen wiederzugeben [GrassBlechtrommel27]
so, dass es geglaubt wird, glaubhaft
Beispiele:
eine glaubwürdige Erklärung
Nach glaubwürdigen Überlieferungen [MusilMann309]
in der durchaus glaubwürdigen Absicht, seinen Weg bis nach Wilna zu nehmen [A. ZweigGrischa109]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glauben · Glaube · gläubig · Gläubiger1 · Gläubiger2 · glaubhaft · glaublich · unglaublich · glaubwürdig
glauben Vb. ‘annehmen, vermuten, für wahr halten, eine religiöse Überzeugung haben’, ahd. gilouben (8. Jh.), mhd. g(e)louben, asächs. gilōƀian, mnd. gelȫven, mnl. ghelōven, nl. geloven, aengl. gelēfan, gelīefan, (mit anderem Präfix) belȳfan, belēfan, engl. to believe, got. galaubjan ist ein Präfixverb mit Ablaut zu dem unter ↗lieb (s. d.) behandelten Adjektiv im Sinne von ‘lieb halten, lieb nennen’. Wohl bereits in vorchristlicher Zeit bezieht sich das Verb auf das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Mensch und heidnischem Gott (vgl. Wissmann Älteste Postverbalia (1938) 40), so daß es in der got., angelsächs. und ahd. Missionssprache für griech. pisté͞uein (πιστεύειν) bzw. lat. crēdere ‘(ver)trauen, glauben, für wahr halten’ eintreten und das Verhältnis des Menschen zum Christengott ausdrücken kann. Vor oder neben der religiösen Verwendung darf wohl ein Gebrauch im Sinne von ‘sich auf einen Menschen verlassen, ihm vertrauen’ (vgl. aengl. gelīefan ‘jmdm. vertrauen, sich auf jmdn. verlassen’, Beowulf) angenommen werden. Aus ‘jmdm. vertrauen in bezug auf die Wahrheit seiner Aussage’ entwickelt sich ‘etw. für wahr halten’, dann auch ‘für möglich halten, vermuten, meinen’ (bereits ahd.). Glaube m. auch Glauben (seit dem 15. Jh. mit -n aus den flektierten Kasus), ‘Vertrauen, Zuversicht, innere Gewißheit von Gott, religiöse Überzeugung, Bekenntnis’, ahd. gilouba f. und giloubo m. (beide 8. Jh.), mhd. g(e)loube f. m., asächs. gilōƀo m., mnd. g(e)lōve m., mnl. ghelōve m. f. n., nl. geloof n., aengl. gelēafa m., engl. belief, Abstraktbildungen zum Verb. Im Dt. gilt maskulines Genus seit spätmhd. Zeit. gläubig Adj. ‘vertrauensvoll, an Gott, die Lehre der Kirche glaubend, fromm’, ahd. giloubīg (9. Jh.), mhd. g(e)loubec. Substantiviert Gläubiger1 m. ‘Bekenner des Christentums, frommer Mensch’, ahd. giloubīgo, mhd. g(e)loubige; allgemein (seit 18. Jh.) ‘Anhänger einer Religion, einer Glaubenslehre’. Gläubiger2 m. ‘wer aus einem Vertragsverhältnis von einem anderen eine Leistung, besonders Geld, zu fordern hat, Geld-, Kreditgeber’, spätmhd. geloubiger (14. Jh.), Übersetzung von lat. crēditor (und wohl auch von ital. creditore), ebenfalls Substantivierung des Adjektivs gläubig, jedoch mit festgewordener ehemaliger Flexionsendung -er (nach dem Muster der Nomina agentis), semantisch anknüpfend an glauben im Sinne von ‘jmdm. etw. anvertrauen, borgen’. glaubhaft Adj. ‘vertrauenswürdig, glaubwürdig, zuverlässig, überzeugend’, ahd. giloubhaft ‘rechtgläubig’ (9. Jh.), mhd. geloubehaft ‘glaubend, gläubig, glaubwürdig’. glaublich Adj. bis ins 18. Jh. auch gläublich, ‘überzeugend, verläßlich, wahrhaftig’, ahd. giloublīh (um 800), mhd. geloublich. unglaublich Adj. ‘unwahrscheinlich, unglaubhaft, ungeheuerlich, unfaßbar, unerhört’, als Adverb (steigernd) ‘überaus, sehr’, ahd. ungiloublīh (um 1000), mhd. ungelouplich, ungeloubelich ‘ungläubig, nicht zu glauben’. glaubwürdig Adj. ‘glaubhaft’ (15. Jh.), anfänglich im Bereich des Rechtswesens.

Thesaurus

Synonymgruppe
annehmbar · ↗denkbar · ernst zu nehmen · ↗erwartbar · ↗glaubhaft · glaubwürdig · vermutbar
Assoziationen
Antonyme
  • glaubwürdig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschreckung Alternative Androhung Drohkulisse Drohung Neuanfang Stabilitätspolitik Zeuge Zeugenaussage Zeugin authentisch berechenbar durchaus ehrlich einigermaßen halbwegs klingen kompetent nachvollziehbar seriös sympathisch transparent unparteiisch verkörpern verläßlich versichern vertreten wenig wirken überzeugend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glaubwürdig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch wenn es erfunden sein sollte, konnte er es glaubwürdig erzählen.
Der Tagesspiegel, 20.08.2004
Warum bewegt sie sich so glaubwürdig katzenhaft wie ein angekokeltes Huhn auf dem Eis?
Die Welt, 17.08.2004
Diese Dinge mögen glaubwürdig erscheinen, doch sind sie nicht wahr.
o. A.: Zwölfter Tag. Dienstag, 4. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 15523
Während er spricht, weiß er, daß er schlecht spricht, viel zu erregt, nicht glaubwürdig.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 321
Aber Sicherheit und glaubwürdiger Schaden ließen sich von dort herab nicht verbinden.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 62
Zitationshilfe
„glaubwürdig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/glaubwürdig>, abgerufen am 18.07.2019.

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