gleißen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungglei-ßen (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben glitzern, funkeln
Beispiele:
die Sonne gleißt auf den Wellen
gleißendes Gold
eine gleißende Pracht, Helligkeit
gleißende Steine
im gleißenden Scheinwerferlicht
Westlich hinter dem Ortler ... gleißte wirklich die Diamantkuppel der Bernina [MundstockMann140]
nur die Blutlache gleißte noch schwarz im Licht der Fenster [DürrenmattRichter55]
das Gleißen der Kerzen [MusilMann717]
wenn sie von Euren Taten einst / Den Ehrenmantel zieht, womit Ihr gleißend / Die wilde Glut verstohlner Lüste deckt [SchillerStuartIII 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gleißen Vb. ‘glitzern, funkeln’, ahd. glīʒan (9. Jh.), mhd. glīʒen, asächs. glītan, mnd. glīssen und ablautend anord. glita ‘glänzen, schimmern’ gehören mit den Weiterbildungen ahd. glizzinōn (9. Jh.), mhd. glitzen, glitzenen, nhd. glitzern (15. Jh.), aengl. glitenian, anord. glitra zu ie. *g̑hleid-, einer Dentalerweiterung von ie. *g̑hlei- (s. ↗glimmen), und damit zu der unter ↗gelb (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Himmel Licht Schnee Sonne Sonnenlicht auf funkeln glitzern glänzen hell schimmern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gleißen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Kino rinnt immer noch der Sand durch seine Finger, und das Meer liegt gleißend im Abendlicht.
Die Zeit, 29.05.1992, Nr. 23
Es gleißt und funkelt so frisch wie am ersten Tag.
Süddeutsche Zeitung, 30.12.1995
Die Beine dagegen waren verschieden dick und gleißten auch in den krassesten Mustern und Farben.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 63
Aber wie war es denn möglich, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten zu gleißen, Arbeit vorzutäuschen, solide, meßbare Arbeit?
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 251
Im grünlichen Licht der runden Lampe über dem Tisch gleißen scharfe stechende Reflexe.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 74
Zitationshilfe
„gleißen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gleißen>, abgerufen am 18.02.2019.

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