gleich

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache 
Wortbildung  mit ›gleich‹ als Erstglied: Gleichbehandlung · Gleichberechtigung · Gleichgestimmtheit · Gleichgewicht · Gleichheit · Gleichklang · Gleichlauf · Gleichmacher · Gleichmaß · Gleichmut · Gleichschritt · Gleichstand · Gleichstrom · Gleichstromdampfmaschine · Gleichtakt · Gleichtritt · gleich alt · gleich benannt · gleich bleiben · gleich bleibend · gleich denkend · gleich geartet · gleich gelagert · gleich gesinnt · gleich gestimmt · gleich groß · gleich kommen · gleich lautend · gleich machen · gleich richten · gleich schalten · gleich sehen · gleich setzen · gleich stark · gleich stehen · gleich stellen · gleich tun · gleich ziehen · gleichaltrig · gleicharmig · gleichartig · gleichbedeutend · gleichbenannt · gleichberechtigt · gleichbleibend · gleichdenkend · gleichentags · gleicherbig · gleicherweise · gleichfalls · gleichfarbig · gleichförmig · gleichgeartet · gleichgelagert · gleichgeschlechtig · gleichgeschlechtlich · gleichgesinnt · gleichgestaltig · gleichgestimmt · gleichgültig · gleichkommen · gleichlaufend · gleichlautend · gleichläufig · gleichmachen · gleichrangig · gleichrichten · gleichsam · gleichschalten · gleichsehen · gleichseitig · gleichsetzen · gleichsinnig · gleichstehen · gleichstellen · gleichstimmig · gleichtun · gleichviel · gleichwertig · gleichwie · gleichwinkelig · gleichwinklig · gleichziehen
 ·  mit ›gleich‹ als Letztglied: bedeutungsgleich · deckungsgleich · donnergleich · engelgleich · engelsgleich · euersgleichen · euresgleichen · gattungsgleich · gegengleich · grundstücksgleich · göttergleich · himmelsgleich · inhaltgleich · inhaltsgleich · katzengleich · kometengleich · namensgleich · perlengleich · punktgleich · ranggleich · schlangengleich · sinnesgleich · sinngleich · sirenengleich · sphinxgleich · ungleich · unseresgleichen · unsersgleichen · unsresgleichen · wesensgleich · wirkungsgleich · zeitgleich
 ·  formal verwandt mit: deinesgleichen · dergleichen · desgleichen · meinesgleichen · ohnegleichen · sondergleichen
eWDG

Bedeutungen

1.
bezeichnet die Identität   derselbe, dieselbe, dasselbe
Beispiele:
der gleiche Autor bringt demnächst eine Gedichtsammlung heraus
ich hatte den gleichen Gedanken wie du, bin auf den gleichen Gedanken gekommen
wir verfolgen beide den gleichen Zweck, das gleiche Ziel
mein Nachbar und ich, wir haben beide die gleiche Anzahl Hühner
gleiches Recht für alle verlangen
gleichen Lohn für gleiche Arbeit fordern
er traf im gleichen Augenblick, zur gleichen Zeit ein wie sein Bruder
wir sind im gleichen Jahr geboren, haben am gleichen Tag Geburtstag
wir sind von gleicher Größe, sind gleich an Größe, haben die gleiche Größe
wir wohnen im gleichen Haus
ich schicke das Paket mit der gleichen Post ab wie den Brief
er steht mit dir auf gleicher Stufe
wir ziehen am gleichen Strang (= wir wollen dasselbe)
wir sitzen im gleichen Boot (= wir haben dasselbe Schicksal)
ob man von hier aus nach rechts oder nach links geht, das kommt, läuft aufs Gleiche hinaus (= ob man von hier aus nach rechts oder nach links geht, das ist am Ende dasselbe)
zweimal zwei ist gleich vier
ebenso
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
die beiden Orte sind gleich weit entfernt vom Zentrum
gleich alt, groß, schnell sein
gleich viel gelten, erhalten
2.
untereinander große Übereinstimmung zeigend, von derselben Art, Gestalt
Beispiele:
er hat das gleiche Auto
die Schülerinnen tragen alle gleiche Kleider
etw. in gleiche Teile schneiden
er möchte den Brief bitte in der gleichen Weise beantworten
jmdm. etw. mit gleicher Münze vergelten, heimzahlen
man soll nicht Gleiches mit Gleichem vergelten
ich kann von meinem Urlaub das Gleiche sagen
gehobenein Gleiches tun
uns kann Gleiches begegnen, zustoßen
sprichwörtlich gleich und gleich gesellt sich gern
Ich brauche den Sumpf, wo ich gleich und gleich mit dem Abschaum der Menschheit bin [ G. Hauptm.RattenIII]
etw. ins Gleiche bringen (= etw. in Ordnung bringen)
entsprechend der Bedeutung von Gleiche¹
Beispiel:
womit die träge Schuldnerin denn überlistet und wenigstens diese Sache ins gleiche gebracht war [ Th. MannZauberb.2,385]
3.
gehoben wie
Grammatik: mit Dativ, im Übergang zur Präposition, dem Nomen vor- oder nachgestellt
Beispiele:
sie blickte gleich einem Feldherrn
gleich einem wütenden Stier fuhr er auf sie los
dem Adler gleich erhob sich das Flugzeug vom Boden
das Ergebnis war gleich Null
Da stand er nun, gleich dem Jüngling am Scheidewege [ G. KellerKleider machen Leute6,312]
Ein Haufe Volks hatte sich um uns und hinter uns angesammelt ... Volk von Castelmur, das gleich uns atemberaubt den Vorgang verfolgte [ GaiserNascondo64]
4.
etw. ist jmdm. gleich (= etw. erscheint jmdm. bedeutungslos, ist jmdm. unwichtig, jmd. legt einer Sache keinen Wert bei)
Beispiele:
es ist mir gleich, wie er darüber denkt, ob er den Preis bekommt, was die Leute sagen
ob du mitkommst oder nicht, ist mir (völlig) gleich
alles ist ihm gleich
das sollte, dürfte dir nicht gleich sein!
veraltetetw. gilt jmdm. gleich
Ich habe mit keiner Tötung / gleich welcher Art / irgend etwas zu tun gehabt [ P. WeissErmittlung10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gleich · Gleiche · Gleichheit · gleichen · begleichen · vergleichen · Vergleich · Vergleichung · Gleichnis · gleichsam · Gleichung · Gleichgewicht · gleichgültig · Gleichgültigkeit · gleichmäßig · Gleichmaß · gleichmütig · Gleichmut · Gleichschritt · gleichwohl · gleichzeitig
gleich Adj. ‘in allen oder wesentlichen Merkmalen übereinstimmend, ähnlich, der-, die-, dasselbe’, Adv. ‘sofort, auf einmal’, ahd. gilīh Adj., gilīhho Adv. (beide 8. Jh.), mhd. g(e)līch, -lich Adj., g(e)līche Adv., asächs. gilīk Adj., gilīko Adv., mnd. g(e)līk, mnl. ghelijc, nl. gelijk, aengl. (ge)līc, engl. like, anord. (g)līkr, got. galeiks beruhen auf einer Zusammensetzung germ. *ga-līka- aus dem unter ge- (s. d.) behandelten Präfix und germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’ (s. Leiche, -lich), so daß von einer Bedeutung ‘dieselbe Gestalt habend’ auszugehen ist. Adjektivischen Gebrauch von germ. *līka- im Sinne von ‘ähnlich, gleich, glatt, passend’ setzen ahd. līhhēn, gilīhhēn (8. Jh.), mhd. gelīchen ‘gefallen’ mit asächs. līkon, mnl. ghelīken, aengl. līcian, engl. to like, anord. līka, got. leikan, galeikan voraus. Außergerm. vergleichbar sind lit. lýgus ‘gleich, gleichartig, gut gebaut’, lýgti ‘gleichen, gleichkommen’, lett. līgt ‘übereinkommen’, so daß auf Grund der germ.-balt. Parallelen von ie. *lē̌ig- bzw. *līg- ‘Gestalt, die Gestalt jmds. habend, gleich, ähnlich’ ausgegangen werden kann. Gleiche f. nur noch in der Wendung in die Gleiche (‘ins Gleichgewicht, in Ordnung’) bringen, ahd. gilīhhī ‘Ähnlichkeit, Gleichheit’ (um 1000), mhd. gelīche; dafür heute allgemein Gleichheit (s. unten). Erhalten hat sich das Substantiv in Tagundnachtgleiche (17. Jh.), für lat. aequinoctium. Gleichheit f. ‘Übereinstimmung (in allen oder wesentlichen Merkmalen), Ähnlichkeit, gleiche Stellung, Gleichrangigkeit, Gleichberechtigung’, mhd. gelīcheit, glīcheit ‘Gleichheit, Gleichmäßigkeit, Gleichnis’, in der Mystik ‘Gleichmut aus Gottergebenheit’, im 16. Jh. synonymes Gleiche (s. oben) zurückdrängend. gleichen Vb. ‘gleich, ähnlich sein’, mhd. gelīchen; die heute übliche starke Flexion kommt (wohl in Analogie zu Verben wie bleichen, schleichen, streichen) im 16./17. Jh. auf und setzt sich im 18. Jh. durch. Daneben steht (transitiv) ahd. gilīhhen (8. Jh.), mhd. gelīchen, nhd. gleichen ‘gleich, ähnlich machen’, dessen schwache Flexion bis zur Ablösung des Verbs durch Präfixbildungen (19. Jh.) beibehalten wird; doch weisen die zugehörigen Präfixverben (an-, aus-, be-, vergleichen) heute ebenfalls starke Flexion auf. begleichen Vb. ‘bezahlen, bereinigen, ausgleichen’, Neubildung (nach nur kurzlebigem frühnhd. sich begleichen ‘sich vergleichen’) Ende des 19. Jhs. in der Handelssprache für saldieren, das zuvor mit vergleichen, ab-, ausgleichen verdeutscht wird. vergleichen Vb. ‘prüfend nebeneinanderstellen’, reflexiv ‘sich gütlich einigen’, mhd. verg(e)līchen ‘ausgleichen’, reflexiv ‘sich vertragen’; Vergleich m. ‘prüfende, kritische Nebeneinanderstellung, gütlicher Ausgleich in einem Streitfall, Einigung’ (17. Jh.), älter Vergleichung f. mhd. vergelīchunge. Gleichnis n. ‘Veranschaulichung eines Sachverhaltes durch eine beispielhafte, bildliche Darstellung’, ahd. gilīhnissa, gilīhnessi, -nissi ‘Abbild, Ähnlichkeit, Gleichnis’ (8. Jh.), mhd. gelīchnisse. gleichsam Adv. ‘gewissermaßen, in derselben Art wie’ (15. Jh.). Gleichung f. in der Mathematik ‘Gleichsetzung mathematischer Größen’ (Ende 17. Jh.), Verdeutschung von lat. aequātio anstelle des im 16. und 17. Jh. üblichen Vergleichung; zuvor ‘Vergleichung, Gleichartigkeit, Ähnlichkeit’ (vereinzelt bis ins 19. Jh.), mhd. g(e)līchunge. Gleichgewicht n. ‘Gleichheit des Gewichts’ (16. Jh.) für lat. aequipondium (aus lat. aequus ‘gleich’ und lat. pondus n. ‘Gewicht’; vgl. gleichwichtig, 15. Jh., gleichgewichtig, Gleichwichtigkeit, 16. Jh.), ‘Balance, Zustand eines Körpers, in dem sich die auf ihn entgegengesetzt einwirkenden Kräfte aufheben’ (17. Jh.) für lat. aequilībrium (zu lat. aequilībris ‘im Gleichgewicht’, lat. lībra ‘Waage, Pfund’), übertragen ‘Ausgleich von Kräften, Machtverhältnissen, seelische Ruhe, Ausgeglichenheit’ (18. Jh.). gleichgültig Adj. ‘teilnahmslos, belanglos, unwesentlich’ (18. Jh.), zuvor ‘gleichwertig, gleichbedeutend’, auch ‘ohne Wert, ohne Bedeutung’ (um 1600); Gleichgültigkeit f. (2. Hälfte 17. Jh.). gleichmäßig Adj. ‘unverändert fortlaufend, regelmäßig, ruhig, ausgeglichen’ (15. Jh.); Gleichmaß n. ‘Ebenmaß, Gleichförmigkeit, Ausgeglichenheit’ (vereinzelt 16. Jh., häufiger seit etwa 1700). gleichmütig Adj. ‘ruhig, gefaßt, gelassen’ (15. Jh.); dazu die Rückbildung Gleichmut m. ‘Gelassenheit’ (17. Jh.). Gleichschritt m. ‘gleichmäßige Bewegung zweier und mehrerer Personen bzw. der Truppe mit einheitlicher Schrittlänge und taktmäßigem Niedersetzen des gleichen Fußes’ (2. Hälfte 18. Jh.). gleichwohl Konj. Adv. ‘trotz dem Vorhergesagten, dennoch, trotzdem’ (15. Jh.), Zusammenrückung von gleich und wohl, spätmhd. gelīche wol, eigentlich ‘in gleicher Weise gut, wirksam’, mnd. gelīkewol. gleichzeitig Adj. ‘zur gleichen Zeit’ (Mitte 18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›gleich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gleich‹.

Verwendungsbeispiele für ›gleich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und weil Du Deiner eigenen Erkenntnis nicht traust, streichst Du sie im gleichen Satz wieder durch.
konkret, 1990
In gleicher Weise konsultieren sich die beiden Regierungen über gemeinsam interessierende Fragen, ohne daß dadurch das weitere Feld der europäischen politischen Zusammenarbeit beeinträchtigt würde.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1985]
Am nächsten Tag zur gleichen Zeit war es dann wirklich soweit.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 187
Um die gleiche Zeit setzt die breitere handschriftliche Überlieferung klassischer Autoren ein.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3630
Es sind noch andere ähnliche Dinge in dem gleichen Buch.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Dichter und diese Zeit. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1907], S. 27832
Zitationshilfe
„gleich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gleich#1>, abgerufen am 26.11.2021.

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gleich

Grammatik Adverb
Aussprache 
Wortbildung  mit ›gleich‹ als Erstglied: gleichwohl  ·  mit ›gleich‹ als Letztglied: alsogleich · obgleich · sogleich · wenngleich · zugleich
Mehrwortausdrücke  von jetzt auf gleich
eWDG

Bedeutungen

1.
sofort, auf der Stelle, ohne Verzögerung, sogleich
Beispiele:
ich komme gleich
erledige das bitte gleich!
es muss nicht gleich sein
du kannst gleich (da)bleiben
ich werde dir das gleich beweisen
willst du gleich still sein!
»kommst du jetzt?« »Gleich
umgangssprachlichdas werden wir gleich haben
umgangssprachlichSie kommen gleich dran
umgangssprachlichbis gleich! (= Abschiedsgruß)
2.
gleich‹ + Zahlwortauf einmal
Beispiele:
sie kaufte sich gleich mehrere Blusen
er kam mit gleich drei Flaschen herein
Jedenfalls stöberte sein gespielter Unwille ... die Kathi, die Priesterin dieses dionysischen Tempels, mit gleich zwei Lichtern herbei [ TralowKepler26]
3.
›wenn‹ + Subjekt + ›gleichhat konzessiven Sinn   wenngleich, wenn auch, wenn schon
Beispiele:
wenn er gleich Direktor würde, er würde doch bescheiden bleiben
wenn ich gleich selbst nicht sportlich bin, sehe ich doch gern Fußballspiele
Wenn sie gleich zu fressen haben bis zum Ende ihrer Tage ... so können sie doch nicht mit Gleichmut einen Mann sehen, der vor Hunger umfällt [ BrechtDreigroschenoperIII 1]
Im allgemeinen ist es gewiß schon viel, daß Leser sich eines Problems bewußt werden, wenn sie gleich nicht die Lösung finden [ K. KrausSprache2,106]
auch
Grammatik: ohne »wenn« mit Inversion
Beispiele:
er hat seine Muttersprache nicht verlernt, ist er gleich Jahrzehnte im Ausland gewesen
sahst du gleich nicht krank aus, du warst es doch
hatte er gleich nicht studiert, so verstand er doch viel von der Heilkunst
4.
ohne eigentliche Bedeutung; verstärkt eine Frage; drückt Ungeduld aus
Grammatik: partikelhaft, unbetont/in Fragesätzen
Beispiele:
wie ist doch gleich sein Name?
wie soll ich gleich sagen?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gleich · Gleiche · Gleichheit · gleichen · begleichen · vergleichen · Vergleich · Vergleichung · Gleichnis · gleichsam · Gleichung · Gleichgewicht · gleichgültig · Gleichgültigkeit · gleichmäßig · Gleichmaß · gleichmütig · Gleichmut · Gleichschritt · gleichwohl · gleichzeitig
gleich Adj. ‘in allen oder wesentlichen Merkmalen übereinstimmend, ähnlich, der-, die-, dasselbe’, Adv. ‘sofort, auf einmal’, ahd. gilīh Adj., gilīhho Adv. (beide 8. Jh.), mhd. g(e)līch, -lich Adj., g(e)līche Adv., asächs. gilīk Adj., gilīko Adv., mnd. g(e)līk, mnl. ghelijc, nl. gelijk, aengl. (ge)līc, engl. like, anord. (g)līkr, got. galeiks beruhen auf einer Zusammensetzung germ. *ga-līka- aus dem unter ge- (s. d.) behandelten Präfix und germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’ (s. Leiche, -lich), so daß von einer Bedeutung ‘dieselbe Gestalt habend’ auszugehen ist. Adjektivischen Gebrauch von germ. *līka- im Sinne von ‘ähnlich, gleich, glatt, passend’ setzen ahd. līhhēn, gilīhhēn (8. Jh.), mhd. gelīchen ‘gefallen’ mit asächs. līkon, mnl. ghelīken, aengl. līcian, engl. to like, anord. līka, got. leikan, galeikan voraus. Außergerm. vergleichbar sind lit. lýgus ‘gleich, gleichartig, gut gebaut’, lýgti ‘gleichen, gleichkommen’, lett. līgt ‘übereinkommen’, so daß auf Grund der germ.-balt. Parallelen von ie. *lē̌ig- bzw. *līg- ‘Gestalt, die Gestalt jmds. habend, gleich, ähnlich’ ausgegangen werden kann. Gleiche f. nur noch in der Wendung in die Gleiche (‘ins Gleichgewicht, in Ordnung’) bringen, ahd. gilīhhī ‘Ähnlichkeit, Gleichheit’ (um 1000), mhd. gelīche; dafür heute allgemein Gleichheit (s. unten). Erhalten hat sich das Substantiv in Tagundnachtgleiche (17. Jh.), für lat. aequinoctium. Gleichheit f. ‘Übereinstimmung (in allen oder wesentlichen Merkmalen), Ähnlichkeit, gleiche Stellung, Gleichrangigkeit, Gleichberechtigung’, mhd. gelīcheit, glīcheit ‘Gleichheit, Gleichmäßigkeit, Gleichnis’, in der Mystik ‘Gleichmut aus Gottergebenheit’, im 16. Jh. synonymes Gleiche (s. oben) zurückdrängend. gleichen Vb. ‘gleich, ähnlich sein’, mhd. gelīchen; die heute übliche starke Flexion kommt (wohl in Analogie zu Verben wie bleichen, schleichen, streichen) im 16./17. Jh. auf und setzt sich im 18. Jh. durch. Daneben steht (transitiv) ahd. gilīhhen (8. Jh.), mhd. gelīchen, nhd. gleichen ‘gleich, ähnlich machen’, dessen schwache Flexion bis zur Ablösung des Verbs durch Präfixbildungen (19. Jh.) beibehalten wird; doch weisen die zugehörigen Präfixverben (an-, aus-, be-, vergleichen) heute ebenfalls starke Flexion auf. begleichen Vb. ‘bezahlen, bereinigen, ausgleichen’, Neubildung (nach nur kurzlebigem frühnhd. sich begleichen ‘sich vergleichen’) Ende des 19. Jhs. in der Handelssprache für saldieren, das zuvor mit vergleichen, ab-, ausgleichen verdeutscht wird. vergleichen Vb. ‘prüfend nebeneinanderstellen’, reflexiv ‘sich gütlich einigen’, mhd. verg(e)līchen ‘ausgleichen’, reflexiv ‘sich vertragen’; Vergleich m. ‘prüfende, kritische Nebeneinanderstellung, gütlicher Ausgleich in einem Streitfall, Einigung’ (17. Jh.), älter Vergleichung f. mhd. vergelīchunge. Gleichnis n. ‘Veranschaulichung eines Sachverhaltes durch eine beispielhafte, bildliche Darstellung’, ahd. gilīhnissa, gilīhnessi, -nissi ‘Abbild, Ähnlichkeit, Gleichnis’ (8. Jh.), mhd. gelīchnisse. gleichsam Adv. ‘gewissermaßen, in derselben Art wie’ (15. Jh.). Gleichung f. in der Mathematik ‘Gleichsetzung mathematischer Größen’ (Ende 17. Jh.), Verdeutschung von lat. aequātio anstelle des im 16. und 17. Jh. üblichen Vergleichung; zuvor ‘Vergleichung, Gleichartigkeit, Ähnlichkeit’ (vereinzelt bis ins 19. Jh.), mhd. g(e)līchunge. Gleichgewicht n. ‘Gleichheit des Gewichts’ (16. Jh.) für lat. aequipondium (aus lat. aequus ‘gleich’ und lat. pondus n. ‘Gewicht’; vgl. gleichwichtig, 15. Jh., gleichgewichtig, Gleichwichtigkeit, 16. Jh.), ‘Balance, Zustand eines Körpers, in dem sich die auf ihn entgegengesetzt einwirkenden Kräfte aufheben’ (17. Jh.) für lat. aequilībrium (zu lat. aequilībris ‘im Gleichgewicht’, lat. lībra ‘Waage, Pfund’), übertragen ‘Ausgleich von Kräften, Machtverhältnissen, seelische Ruhe, Ausgeglichenheit’ (18. Jh.). gleichgültig Adj. ‘teilnahmslos, belanglos, unwesentlich’ (18. Jh.), zuvor ‘gleichwertig, gleichbedeutend’, auch ‘ohne Wert, ohne Bedeutung’ (um 1600); Gleichgültigkeit f. (2. Hälfte 17. Jh.). gleichmäßig Adj. ‘unverändert fortlaufend, regelmäßig, ruhig, ausgeglichen’ (15. Jh.); Gleichmaß n. ‘Ebenmaß, Gleichförmigkeit, Ausgeglichenheit’ (vereinzelt 16. Jh., häufiger seit etwa 1700). gleichmütig Adj. ‘ruhig, gefaßt, gelassen’ (15. Jh.); dazu die Rückbildung Gleichmut m. ‘Gelassenheit’ (17. Jh.). Gleichschritt m. ‘gleichmäßige Bewegung zweier und mehrerer Personen bzw. der Truppe mit einheitlicher Schrittlänge und taktmäßigem Niedersetzen des gleichen Fußes’ (2. Hälfte 18. Jh.). gleichwohl Konj. Adv. ‘trotz dem Vorhergesagten, dennoch, trotzdem’ (15. Jh.), Zusammenrückung von gleich und wohl, spätmhd. gelīche wol, eigentlich ‘in gleicher Weise gut, wirksam’, mnd. gelīkewol. gleichzeitig Adj. ‘zur gleichen Zeit’ (Mitte 18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›gleich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gleich‹.

Verwendungsbeispiele für ›gleich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und weil Du Deiner eigenen Erkenntnis nicht traust, streichst Du sie im gleichen Satz wieder durch.
konkret, 1990
In gleicher Weise konsultieren sich die beiden Regierungen über gemeinsam interessierende Fragen, ohne daß dadurch das weitere Feld der europäischen politischen Zusammenarbeit beeinträchtigt würde.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1985]
Am nächsten Tag zur gleichen Zeit war es dann wirklich soweit.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 187
Um die gleiche Zeit setzt die breitere handschriftliche Überlieferung klassischer Autoren ein.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3630
Es sind noch andere ähnliche Dinge in dem gleichen Buch.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Dichter und diese Zeit. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1907], S. 27832
Zitationshilfe
„gleich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gleich#2>, abgerufen am 26.11.2021.

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