gleiten

GrammatikVerb · gleitet, glitt, ist geglitten
Worttrennungglei-ten
Wortbildung mit ›gleiten‹ als Erstglied: ↗Gleitbahn · ↗Gleitboot · ↗Gleitcreme · ↗Gleitcrème · ↗Gleiter · ↗Gleitfahrzeug · ↗Gleitflieger · ↗Gleitflug · ↗Gleitgel · ↗Gleitgeschwindigkeit · ↗Gleitklausel · ↗Gleitkomma · ↗Gleitmittel · ↗Gleitpunktdarstellung · ↗Gleitreibung · ↗Gleitschuh · ↗Gleitschutz · ↗Gleitschutzkette · ↗Gleitwinkel · ↗gleitfähig · ↗gleitsicher
 ·  mit ›gleiten‹ als Letztglied: ↗abgleiten · ↗aufgleiten · ↗ausgleiten · ↗dahingleiten · ↗durchgleiten · ↗entlanggleiten · ↗herabgleiten · ↗herangleiten · ↗herausgleiten · ↗hereingleiten · ↗heruntergleiten · ↗hinabgleiten · ↗hineingleiten · ↗hingleiten · ↗hinuntergleiten · ↗hinübergleiten · ↗niedergleiten · ↗vorbeigleiten · ↗vorübergleiten · ↗weggleiten · ↗zugleiten · ↗zurückgleiten
 ·  mit ›gleiten‹ als Grundform: ↗entgleiten
eWDG, 1969

Bedeutung

leicht und mühelos, nahezu schwebend
a)
sich über eine Fläche dahinbewegen
Beispiele:
über das Eis gleiten
die Schlitten glitten geräuschlos über den Schnee
die Tänzer gleiten übers Parkett
das Boot glitt über die Wasserfläche
seine Hände glitten über ihre Stirn
durch das Öl gleiten die Maschinenteile besser
er war auf dem schlüpfrigen Weg geglitten (= gerutscht) und hingefallen
der Wagen kam, geriet in der Kurve ins Gleiten
Ihre Zunge glitt einige Male über ihre Lippen [Hausm.Überfall45]
der Mesnerssohn glitt ihr mit den Lippen rasch über den hängenden Ärmel [Bergengr.Feuerprobe62]
Auf nackten Füßen glitt sie auf ihn zu [FusseneggerAntlitz61]
übertragen
Beispiele:
der Blick gleitet über die Berge, Wiesen
seine Augen glitten mechanisch über die Buchstaben, von einem zum anderen
ein Lächeln glitt über ihr Gesicht
b)
sich nach unten bewegen
Beispiele:
sie gleitet ins Wasser, war ins Wasser geglitten, hatte sich ins Wasser gleiten lassen
etw. in seine Tasche gleiten lassen
die Tür gleitet ins Schloß (= schließt sich)
etw. gleitet jmdm. aus der Hand
das Tuch glitt auf den Boden, von ihren Schultern, zur Erde
ein Gemisch von Staub, Tränen und Verzweiflung gleitet in meinen Magen [BöllWort56]
Wirtschaft, übertragen
Beispiele:
gleitende Arbeitszeit (= Kernarbeitszeit mit variablem Arbeitsbeginn und -ende)
eine gleitende Lohnskala (= eine Lohnskala, die sich selbständig an die Höhe der Preise anpasst)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gleiten · Gleitflug
gleiten Vb. ‘sich leicht und mühelos auf einer Fläche fortbewegen, rutschen’, mhd. glīten, asächs. glīdan, mnd. mnl. glīden, nl. glijden, afries. glīda, aengl. glīdan, engl. to glide (westgerm. *glīdan) lassen sich verbinden mit asächs. biglēdian ‘gleiten machen’, aengl. glid ‘schlüpfrig’ und anord. gleiðr ‘mit gespreizten Beinen’. Außergerm. bieten sich keine sicheren Anknüpfungsmöglichkeiten. Vielleicht lautmalende Bildung? Oder, ausgehend von einer Erweiterung ie. *g̑hleidh-, an die unter ↗glatt (s. d.) angeführte Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ (s. ↗gelb) anzuschließen? Gleitflug m. (um 1900).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) erheben · ↗aufschwingen · ↗aufsteigen · ↗fliegen · gleiten · ↗schweben · ↗segeln
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
gleiten · ↗krabbeln · ↗kriechen · ↗robben  ●  (die) tiefste Gangart  ugs., Jargon, militärisch, sarkastisch · (sich) auf allen Vieren (bewegen)  ugs. · ↗krauchen  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
gleiten · ↗glitschen · ↗rutschen  ●  ↗flutschen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Finger abgleiten abwärts ausgleiten dahingleiten entlanggleiten herabgleiten herangleiten herausgleiten heruntergleiten hinabgleiten hinaufgleiten hinausgleiten hindurchgleiten hineingleiten hingleiten hinuntergleiten hinweggleiten hinübergleiten lautlos sanft schwerelos vorbei vorbeigleiten vorübergleiten weggleiten weitergleiten zugleiten zurückgleiten übergleiten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gleiten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Langsam, in vorsichtigen Rucken gleitet er im freien Raum nach unten.
Der Tagesspiegel, 05.04.1997
Doch scheint andererseits dem Autor sein Material etwas aus der Hand zu gleiten.
Süddeutsche Zeitung, 05.10.1994
Und dabei lasse ich meine Hand ungeschickt durch seine Haare gleiten.
Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 279
Die Finger glitten über die Tasten, ob es passen wolle.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 130
Vorsichtig gleite ich über den Rand und schlängele mich vorwärts.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 203
Zitationshilfe
„gleiten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gleiten>, abgerufen am 10.12.2019.

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