Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

glimmen

Grammatik Verb · glimmt, glomm, hat geglommen
Grammatik Verb · glimmte, hat geglimmt
Aussprache 
Worttrennung glim-men
Wortbildung  mit ›glimmen‹ als Erstglied: Glimmlampe · Glimmstängel · Glimmwurm · glimmfähig
 ·  mit ›glimmen‹ als Letztglied: aufglimmen · ausglimmen · erglimmen · fortglimmen · nachglimmen · verglimmen · weiterglimmen

Bedeutungsübersicht+

  1. schwach glühen, ohne Flamme schwach brennen
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] ...
eWDG

Bedeutung

schwach glühen, ohne Flamme schwach brennen
Beispiele:
das Feuer glomm noch unter der Asche
Lichter glimmen in der Ferne
die Zigarre in seiner Hand glomm rötlich, schwach, hell
glimmende Zigarettenasche
Das Feuer glimmte wieder stärker [ ViebigBerliner Novellen10]
Verhalten glimmten die roten Lämpchen am Zaun [ ApitzNackt153]
bildlich
Beispiele:
ein Funkeln glomm in den Augen des Tieres
eine lockere Hecke, an der unzählige Hagebutten glimmten [ SeghersSiebtes Kreuz4,352]
übertragen
Beispiele:
ein Verdacht, die letzte Hoffnung glomm noch in ihr
Ein gewisses Ehrgefühl glimmt noch in Ihnen [ DürrenmattBesuchIII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glimmen · glimmern · Glimmer · glimm(e)rig · Glimmstengel
glimmen Vb. ‘schwach glühen, ohne Flamme brennen’, mhd. mnd. mnl. nl. glimmen, schwed. glimma gehören wohl zu mhd. glīmen ‘leuchten, glänzen’, ahd. glīmo (9. Jh.), gleimo (10. Jh.) ‘Glühwürmchen’, asächs. glīmo, aengl. glǣm, engl. gleam ‘Schimmer, Glanz’. Verwandt sind gleißen (s. d.) und außergerm. griech. chlī̌arós (χλιαρός) ‘warm, lau’, chlī̇á͞inein (χλιαίνειν) ‘warm machen, erweichen’, air. glē ‘glänzend, klar’. Zu erschließen ist ie. *g̑hlei-, eine Erweiterung der unter gelb (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’. glimmern Vb. ‘schimmern, funkeln’, mhd. glimmer(e)n ‘glühen, leuchten’, Iterativbildung zu glimmen; vgl. engl. to glimmer, schwed. glimra. Glimmer m. ‘gesteinbildendes Mineral in Gesteinsarten als glänzendes Einsprengsel’ (16. Jh.). glimm(e)rig Adj. ‘schimmernd, funkelnd, schwach leuchtend’ (16. Jh.). Glimmstengel m. puristisches Ersatzwort für Zigarre (um 1820), später auch für Zigarette, seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. nur noch scherzhaft.

Thesaurus

Synonymgruppe
fluoreszieren · glimmen · glühen · phosphoreszieren · unwirklich leuchten
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
glimmen · schmoren · schwelen
Synonymgruppe
ausglühen · brennen · glimmen · glühen · rösten · schmoren  ●  kokeln  ugs.
Synonymgruppe
glimmen · glosen · schwach glühen · schwach leuchten
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›glimmen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glimmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›glimmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Glut glomm zwischen den Fingern, beim Reden, beim Bier, beim Schreiben. [Die Zeit, 07.01.2013, Nr. 01]
Vierzig Jahre lang hat es gedauert, aber die Glut glimmt immer noch in ihnen, selbst wenn sie nach außen manchmal seltsam erloschen wirken. [Die Zeit, 29.10.2007, Nr. 45]
Das Licht am Ende des langen Tunnels wird sichtbar, aber es glimmt schwach. [Süddeutsche Zeitung, 11.09.1997]
Während die fürstliche Kultur ungestüm loderte, glomm die der Bürger eher gemächlich vor sich hin. [Die Welt, 15.04.2002]
Eine zweigeschossige Villa, überall ist es finster, nur hier glimmt noch farbiges Licht hinter den Fenstern. [Der Tagesspiegel, 12.12.1996]
Zitationshilfe
„glimmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/glimmen>.

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