glimmen

GrammatikVerb · glomm, hat geglommen
GrammatikVerb · glimmte, hat geglimmt
Aussprache
Worttrennungglim-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›glimmen‹ als Erstglied: ↗Glimmlampe · ↗Glimmstängel · ↗Glimmwurm · ↗glimmfähig
 ·  mit ›glimmen‹ als Letztglied: ↗aufglimmen · ↗ausglimmen · ↗fortglimmen · ↗nachglimmen · ↗weiterglimmen
eWDG, 1969

Bedeutung

schwach glühen, ohne Flamme schwach brennen
Beispiele:
das Feuer glomm noch unter der Asche
Lichter glimmen in der Ferne
die Zigarre in seiner Hand glomm rötlich, schwach, hell
glimmende Zigarettenasche
Das Feuer glimmte wieder stärker [ViebigBerliner Novellen10]
Verhalten glimmten die roten Lämpchen am Zaun [ApitzNackt153]
bildlich
Beispiele:
ein Funkeln glomm in den Augen des Tieres
eine lockere Hecke, an der unzählige Hagebutten glimmten [SeghersSiebtes Kreuz4,352]
übertragen
Beispiele:
ein Verdacht, die letzte Hoffnung glomm noch in ihr
Ein gewisses Ehrgefühl glimmt noch in Ihnen [DürrenmattBesuchIII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glimmen · glimmern · Glimmer · glimm(e)rig · Glimmstengel
glimmen Vb. ‘schwach glühen, ohne Flamme brennen’, mhd. mnd. mnl. nl. glimmen, schwed. glimma gehören wohl zu mhd. glīmen ‘leuchten, glänzen’, ahd. glīmo (9. Jh.), gleimo (10. Jh.) ‘Glühwürmchen’, asächs. glīmo, aengl. glǣm, engl. gleam ‘Schimmer, Glanz’. Verwandt sind ↗gleißen (s. d.) und außergerm. griech. chlī̌arós (χλιαρός) ‘warm, lau’, chlī̇á͞inein (χλιαίνειν) ‘warm machen, erweichen’, air. glē ‘glänzend, klar’. Zu erschließen ist ie. *g̑hlei-, eine Erweiterung der unter ↗gelb (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’. glimmern Vb. ‘schimmern, funkeln’, mhd. glimmer(e)n ‘glühen, leuchten’, Iterativbildung zu glimmen; vgl. engl. to glimmer, schwed. glimra. Glimmer m. ‘gesteinbildendes Mineral in Gesteinsarten als glänzendes Einsprengsel’ (16. Jh.). glimm(e)rig Adj. ‘schimmernd, funkelnd, schwach leuchtend’ (16. Jh.). Glimmstengel m. puristisches Ersatzwort für Zigarre (um 1820), später auch für Zigarette, seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. nur noch scherzhaft.

Thesaurus

Synonymgruppe
fluoreszieren · glimmen · ↗glühen · ↗phosphoreszieren · unwirklich leuchten
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
glimmen · ↗schmoren · ↗schwelen
Synonymgruppe
ausglühen · ↗brennen · glimmen · ↗glühen · ↗rösten · ↗schmoren  ●  ↗kokeln  ugs.
Synonymgruppe
glimmen · ↗glosen · schwach glühen · schwach leuchten
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asche Aschenbecher Brandherd Dunkel Feuer Firmament Funke Funken Glut Hoffnungsfunke Hoffnungsschimmer Kamin Kippe Lampe Laterne Lunte Pulverfaß Räucherkerze Räucherstäbchen Schwelbrand Sparflamme Zigarette Zigarre Zündschnur aufglimmen fort glühen matt rötlich verlöschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glimmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Glut glomm zwischen den Fingern, beim Reden, beim Bier, beim Schreiben.
Die Zeit, 07.01.2013, Nr. 01
Das Licht am Ende des langen Tunnels wird sichtbar, aber es glimmt schwach.
Süddeutsche Zeitung, 11.09.1997
Dann sehen die am Boden ausgestreckten Männer das Licht an einem Span entlang glimmen.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 8
In der dunklen Linie des Ufers gegenüber glimmen schon die ersten Lichter.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 29
Die Glutbecken glommen nur noch schwach und wurden nicht mehr gespeist.
Ransmayr, Christoph: Die letzte Welt, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1990], S. 27
Zitationshilfe
„glimmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/glimmen>, abgerufen am 19.09.2019.

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