glorifizieren

Grammatik Verb · glorifiziert, glorifizierte, hat glorifiziert
Aussprache 
Worttrennung glo-ri-fi-zie-ren
Wortbildung  mit ›glorifizieren‹ als Erstglied: Glorifizierung  ·  mit ›glorifizieren‹ als Letztglied: entglorifizieren  ·  mit ›glorifizieren‹ als Grundform: Glorifikation
Herkunft aus glōrificārekirchenlat ‘verherrlichen’ < glōrificuslat ‘glorreich’ < glōrialat ‘Ruhm, Ehre’
eWDG

Bedeutung

jmdn., etw. verherrlichen
Beispiele:
jmdn. als Helden, Märtyrer glorifizieren
seine Tat wurde durch die Presse glorifiziert
die Vergangenheit, ein Land glorifizieren
Am kleinen Fürstenhofe zu Granitz wurde Erasmus glorifiziert und verwöhnt [ G. Hauptm.2,371]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glorie · Gloria · glorreich · Gloriole · glorios · glorifizieren
Glorie f. ‘Ruhm, Glanz’, in der Sprache des Christentums auch ‘(himmlische) Herrlichkeit’, mhd. glōrie, glōrje, entlehnt aus lat. glōria ‘Ruhm, Ehre’. In Anlehnung an ‘himmlische Herrlichkeit’ bezeichnet Glorie in der Malerei einen den ganzen Körper Christi, Mariens oder eines Heiligen umgebenden leuchtenden Schein (17. Jh.). Gloria n. (mit lat. Endung) bezeichnet den Lobgesang in der Messe nach dem ersten Wort der Anfangszeile gloria in excelsis deo ‘Ehre sei Gott in der Höhe’ (Lukas 2, 14). Vgl. auch die Wendung mit Glanz und Gloria ‘mit allem Prunk’, aber auch ironisierend ‘unrühmlich’ (19. Jh.). glorreich Adj. ‘ruhmreich, glanzvoll, herrlich’ (Mitte 17. Jh.). Gloriole f. (den Kopf umgebender) ‘Heiligenschein, Strahlenkranz’, übertragen ‘Nimbus’ (Ende 18. Jh.); wohl in der Malerei entstandene Deminutivbildung zu Glorie ‘leuchtender Schein’ (s. oben); formal entspricht lat. glōriola ‘ein bißchen Ruhm’ (Deminutivum zu glōria). glorios Adj. ‘ruhmreich, glanzvoll’ (14. Jh.), aus lat. glōriōsus ‘ruhmvoll, ruhmsüchtig, prahlerisch’. glorifizieren Vb. ‘verherrlichen, mit einem Nimbus umgeben’ (14. Jh.), aus kirchenlat. glōrificāre ‘verherrlichen’, zu lat. glōrificus ‘glorreich’ (vgl. lat. glōria und facere ‘machen, tun’).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) gottgleich verehren · anbeten · beweihräuchern · eine (ihm / ihr) nicht zukommende Bedeutung beimessen · eine (ihm / ihr) nicht zukommende Bedeutung verleihen · emporstilisieren · hochjubeln · hochstilisieren · mit einem Glorienschein umgeben · mit einem Glorienschein versehen · verbrämen · vergöttern · verherrlichen · verklären · überhöhen  ●  idealisieren  Hauptform · in den Himmel heben  fig. · anhimmeln  ugs. · glorifizieren  geh. · huldigen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›glorifizieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glorifizieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›glorifizieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er glorifiziert ein relativ kurzfristiges Ereignis in sehr subjektiver Weise. [Die Zeit, 02.04.1993, Nr. 14]
Noch immer neigen viele Polen dazu, diese Geschichte zu glorifizieren. [Süddeutsche Zeitung, 04.01.1996]
Aber nur wer begreift, dass Leiden und Sterben miteinander verbunden sind, kann das nicht mehr glorifizieren. [Der Tagesspiegel, 02.05.2002]
Ihre Leistungen sind beeindruckend, doch sie sollten nicht glorifiziert werden. [Die Zeit, 29.08.2012, Nr. 35]
So erscheint der Tod in der Schlacht weder als unvermeidbares Schicksal, noch wird er durch metaphysische Erhöhung glorifiziert. [Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3471]
Zitationshilfe
„glorifizieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/glorifizieren>.

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