glotzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungglot-zen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›glotzen‹ als Erstglied: ↗Glotzauge · ↗Glotzkiste · ↗glotzäugig
 ·  mit ›glotzen‹ als Letztglied: ↗anglotzen · ↗beglotzen · ↗herglotzen · ↗herüberglotzen · ↗hinabglotzen · ↗hinüberglotzen
 ·  mit ›glotzen‹ als Grundform: ↗Glotze
eWDG, 1969

Bedeutung

salopp, abwertend ausdruckslos, starr vor sich hinsehen
Beispiele:
glotze nicht!
er glotzte dumm, stumm, trübe, verständnislos, wie ein Fisch
in die Karten, auf ein Bild, durch das Fenster glotzen
sie glotzten mit aufgerissenen Augen dorthin
glotzende Augen
ein glotzendes Tier
ein einfältiges Glotzen
was stehen Sie da und glotzen? [FrischBiedermann6]
Er glotzte wie ein abgestochenes Kalb [O. M. GrafBolwieser73]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

glotzen · Glotzauge · Glotze
glotzen Vb. ‘ausdruckslos, starr blicken, stieren’. Das seit mhd. Zeit bezeugte Verb wird erst im 19. Jh. sprachüblich. Mhd. glotzen gehört wie mengl. glouten, engl. to glout (selten) ‘starren, betrübt, mürrisch aussehen’, to gloat ‘hämisch blicken, anstarren’, anord. glotta ‘hohnlächeln, grinsen’, schwed. glutta, gluttra ‘gucken’ zu einer in unterschiedlichen Ablautstufen auftretenden Erweiterung mit u-Diphthong der Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ (s. ↗gelb, ↗glühen). Glotzauge n. ‘stark hervortretendes, starr blickendes Auge’ (14. Jh.), wie glotzen lange Zeit nur spärlich bezeugt, häufiger seit dem 19. Jh. Glotze f. scherzhaft und geringschätzig ‘Fernsehgerät’ (um 1960).

Thesaurus

Synonymgruppe
angucken · ↗anschauen · ↗ansehen · ↗beobachten · ↗besehen · ↗betrachten · ↗blicken · ↗gucken · ↗mustern · ↗schauen · ↗untersuchen · ↗zugucken  ●  glotzen  abwertend · ↗kieken  berlinerisch · ↗(sich etwas) reinziehen  ugs. · ↗beaugapfeln  ugs. · ↗beäugen  ugs. · ↗lugen  ugs. · spannern  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
gaffen · ↗starren · ↗stieren  ●  Augen machen  ugs. · glotzen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bildschirm Fensterhöhle Fernseher Kamera Kuh Leere TV anglotzen bloß blöd doof dumm entgegen glotzen grinsen herab heraus herein herunter hervor herüberglotzen hinein hinterher hinunter nach neugierig romantisch stumm ungläubig zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›glotzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei Jahre habe ich fast jede Nacht von elf Uhr bis morgens um vier geglotzt.
Die Zeit, 08.06.2006, Nr. 24
Seit Tagen glotzen sie hier rein und tun dann immer ganz enttäuscht.
Der Tagesspiegel, 20.01.2000
Dann saß er am Fenster und glotzte wie der Nachbar hinunter auf die Straße.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 370
Dann saß er am Fenster und glotzte wie der Nachbar hinunter auf die Straße.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 105
So stand er mitten im Saal, brummte und glotzte böse mit leuchtend grünen Augen umher.
Bassewitz, Gerdt von: Peterchens Mondfahrt, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1991 [1900], S. 62
Zitationshilfe
„glotzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/glotzen>, abgerufen am 17.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Glotze
glotzäugig
Glotzauge
Glottolalie
Glottolale
Glotzer
Glotzkasten
Glotzkiste
Glotzkopf
Glotzofon