golden

GrammatikAdjektiv · ohne Steigerung
Aussprache
Worttrennunggol-den
Wortbildung mit ›golden‹ als Letztglied: ↗blassgolden · ↗grüngolden · ↗mattgolden · ↗reingolden · ↗schwergolden
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
aus Gold
Beispiele:
ein goldener Ring, goldenes Armband, Etui
eine goldene Uhr, Kette, Nadel
goldener Schmuck, goldenes Tafelgeschirr
goldene Münzen, Medaillen
etw. ist massiv golden
historischeine goldene Bulle (= doppelseitig geprägtes goldenes Siegel, das im Mittelalter wichtigen Urkunden des Kaisers angehängt wurde)
historischdie Goldene Bulle (= Verfassungsurkunde von 1365, welche die Kaiserwahl und den Landfrieden regelte)
die Goldene Rose (= mit Edelsteinen besetzte Rose aus Gold, die vom Papst verliehen wird)
das Goldene Vlies (= das heilbringende Fell eines goldenen Widders, der dem Zeus der griechischen Sage geopfert wurde)
Als ich geboren wurde ... gab es noch die klingenden Taler und das goldene Zwanzigmarkstück [H. W. RichterSpuren7]
bildlich, biblisch das Goldene Kalb
Beispiele:
das Goldene Kalb anbeten (= von Geldgier erfüllt sein)
der Tanz ums Goldene Kalb (= die Geldgier)
2.
gehoben von der Farbe des Goldes, goldfarben
Beispiele:
goldener Wein, Honig, goldene Ähren
goldene Lettern
goldene Locken
goldener Sonnenschein
die Sonne schien golden zum Fenster herein
golden funkelnde Sterne
die golden überhauchte Landschaft
Sie kämmt ihr goldenes Haar [HeineIch weiß nicht]
3.
übertragen herrlich, schön
Beispiele:
wir hatten eine goldene Jugendzeit
das Goldene Zeitalter (= sagenhafte paradiesische Urzeit)
die goldene Hochzeit (= der 50. Hochzeitstag)
der Goldene Sonntag (= der letzte Adventssonntag vor dem Weihnachtsfest)
der Traum vom goldenen Westen
die goldene Freiheit
Der ersten Liebe goldne Zeit [SchillerGlocke]
Goldene Zeiten damals, sagt mein Großvater [BobrowskiLevin246]
Man ist ja geneigt, die Jahrzehnte vor dem ersten Krieg als eine Art goldenen Zeitalters zu betrachten [KaschnitzHaus80]
wertvoll
Beispiele:
goldene Worte, Lehren
ein goldener Spruch
eine goldene Lebensregel, Weisheit, Wahrheit
jmd. hat ein goldenes Gemüt, Herz (= jmd. hat ein redliches Gemüt, Herz)
jmd. hat einen goldenen Humor (= jmd. hat einen unerschütterlichen Humor)
die goldene Mitte, der goldene Mittelweg, das goldene Mittelmaß (= das rechte Maß, das in der Mitte liegt)
jmdm. goldene Brücken bauen (= jmdm. weitgehend entgegenkommen)
jmdm. goldene Berge versprechen (= jmdm. unerfüllbare Versprechungen machen)
das Goldene Buch (= große Gästebuch) der Stadt
Geografiedie Goldene Aue (= fruchtbare thüringische Landschaft zwischen Harz und Kyffhäuser)
Geografiedie Goldene Stadt (= Prag)
Geografiedas Goldene Horn (= gekrümmte, lange und breite Bucht des Bosporus, die den Naturhafen von Istanbul bildet)
Geografiedas Goldene Tor (= Hafeneinfahrt von San Francisco)
Mathematikder Goldene Schnitt (= berühmtes Verhältnis der Teilung einer Strecke, bei dem sich die Gesamtstrecke zur größeren Teilstrecke verhält wie die größere Teilstrecke zur kleineren)
sprichwörtlichHandwerk hat goldenen Boden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gold · golden · vergolden · goldig · Goldfisch · Goldkäfer · Goldlack · Goldwaage
Gold n. Die gemeingerm. Bezeichnung des gelbglänzenden, in der Natur stets gediegen vorkommenden Edelmetalls ahd. gold (8. Jh.), mhd. mnd. golt, asächs. afries. aengl. engl. gold, mnl. gout, nl. goud, anord. gull, goll, schwed. dän. guld, got. gulþ (germ. *gulþa-) führt auf schwundstufiges ie. *g̑hḷtom, während die verwandten Formen lett. zelts, aslaw. zlato, russ. zóloto (золото), poln. złoto ‘Gold’, ostlit. žel̃tas ‘golden, goldgelb, blond’ ie. *g̑heltom, *g̑holtom voraussetzen, sämtlich Bildungen zu der unter ↗gelb (s. d.) aufgeführten, weitverzweigten Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’, in Farbbezeichnungen besonders ‘gelb, grün’, zu der auch aind. híraṇyam, awest. zaranya- ‘Gold’ gehören. Die Bezeichnung ist daher als ‘das Gelbschimmernde’ zu deuten. golden Adj. ‘aus Gold bestehend, hergestellt, goldfarben, schön, wertvoll’. Neben dieser heute allein üblichen, doch vereinzelt schon spätmhd. bezeugten und an das Substantiv Gold angeglichenen Form steht (bis Anfang 19. Jh.) älteres gulden und umgelautetes gülden; vgl. ahd. (um 800), mhd. asächs. mnd. guldīn. vergolden Vb. ‘mit einer dünnen Schicht Gold überziehen, verschönen, angenehm, glücklich machen’; entsprechend dem Adjektiv golden setzt sich auch beim Verb die an das Substantiv angeglichene Form vergolden erst spät durch; mhd. vergulden, daneben vereinzelt auch schon vergolden; lange miteinander konkurrierend vergulden und vergülden. goldig Adj. ‘wie Gold glänzend’, heute vor allem in übertragenem Sinne ‘reizend, lieb, nett’ (um 1700), in der älteren Bergmannssprache ‘goldhaltig’ (16. Jh.). Goldfisch m. goldglänzender Zierfisch, ‘Goldkarausche’, in Wörterbüchern seit dem 15. Jh. gebucht. Goldkäfer m. goldgrüner, metallisch glänzender Käfer (15. Jh.). Goldlack m. halbstrauchartiger Kreuzblütler mit wohlriechenden goldgelben bis dunkelbraunen Blüten (18. Jh.). Goldwaage f. ‘Feinwaage für Edelmetall’ (14. Jh.), oft in der Wendung ein Wort, Worte auf die Goldwaage legen ‘das Gesagte genau prüfen, übergenau nehmen’ (seit frühnhd. Zeit).

Thesaurus

Synonymgruppe
aus Gold · golden · ↗goldfarben · ↗goldfarbig  ●  ↗gülden  geh., poetisch, altertümelnd
Assoziationen
  • Gold  ●  Aurum  lat.
Synonymgruppe
blond · ↗blondgelockt · ↗goldblond · ↗goldfarben · ↗goldglänzend · ↗hellhaarig · maisblond  ●  golden  poetisch · ↗gülden  geh., poetisch · ↗semmelblond  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brücke Bär Dreieck Handschlag Henne Hochzeit Horn Kalb Kamera Kette Kuppel Käfig Lenkrad Letter Löwe Medaille Mittelweg Morgenröte Nase Palme Regel Ring Schallplatte Schnitt Stern Vlies Zeitalter Zitrone Zwanziger silbern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›golden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wird wieder das goldene Land, das es einst war.
Süddeutsche Zeitung, 04.03.2004
Traditionell am üppigsten geht es bei der Goldenen Kamera zu.
Der Tagesspiegel, 15.02.2004
Sie sieht auf ihre kleine goldene Uhr am nackten braungebrannten Arm.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 32
Weit tat die Fülle des Lebens ihre goldenen Tore vor mir auf.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 914
Der Vater verschmerzte seine goldene Uhr viel rascher, als Mama ihre silbernen Löffel.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14646
Zitationshilfe
„golden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/golden>, abgerufen am 22.11.2019.

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