goldig

GrammatikAdjektiv
Worttrennunggol-dig (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
gehoben golden, von der Farbe des Goldes
Beispiele:
goldiger Wein, Honig, goldige Ähren
ein goldiger Lichtschimmer
goldiges Dämmerlicht
die Sonne lag goldig auf dem Waldboden
Es war ein heiter goldiger Tag [HesseUnterm Rad1,519]
daß ... die Sonne noch goldiger über dem idiotischen Abfallhaufen lag [DürrenmattVersprechen192]
der ganze Himmel leuchtet goldig [LuxemburgBriefe46]
goldig angehauchtes Blattgrün [BöllHaus198]
2.
umgangssprachlich reizend, sehr nett
Beispiele:
ein goldiges Hündchen
ein goldiger kleiner Kerl
die Steffi ist ein goldiger Kerl [F. WolfGrenze5,313]
»Mutter, du bist goldig! ...« [BredelEnkel339]
»... Ist das nicht goldig von ihm?« [SpoerlFeuerzangenbowle167]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gold · golden · vergolden · goldig · Goldfisch · Goldkäfer · Goldlack · Goldwaage
Gold n. Die gemeingerm. Bezeichnung des gelbglänzenden, in der Natur stets gediegen vorkommenden Edelmetalls ahd. gold (8. Jh.), mhd. mnd. golt, asächs. afries. aengl. engl. gold, mnl. gout, nl. goud, anord. gull, goll, schwed. dän. guld, got. gulþ (germ. *gulþa-) führt auf schwundstufiges ie. *g̑hḷtom, während die verwandten Formen lett. zelts, aslaw. zlato, russ. zóloto (золото), poln. złoto ‘Gold’, ostlit. žel̃tas ‘golden, goldgelb, blond’ ie. *g̑heltom, *g̑holtom voraussetzen, sämtlich Bildungen zu der unter ↗gelb (s. d.) aufgeführten, weitverzweigten Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’, in Farbbezeichnungen besonders ‘gelb, grün’, zu der auch aind. híraṇyam, awest. zaranya- ‘Gold’ gehören. Die Bezeichnung ist daher als ‘das Gelbschimmernde’ zu deuten. golden Adj. ‘aus Gold bestehend, hergestellt, goldfarben, schön, wertvoll’. Neben dieser heute allein üblichen, doch vereinzelt schon spätmhd. bezeugten und an das Substantiv Gold angeglichenen Form steht (bis Anfang 19. Jh.) älteres gulden und umgelautetes gülden; vgl. ahd. (um 800), mhd. asächs. mnd. guldīn. vergolden Vb. ‘mit einer dünnen Schicht Gold überziehen, verschönen, angenehm, glücklich machen’; entsprechend dem Adjektiv golden setzt sich auch beim Verb die an das Substantiv angeglichene Form vergolden erst spät durch; mhd. vergulden, daneben vereinzelt auch schon vergolden; lange miteinander konkurrierend vergulden und vergülden. goldig Adj. ‘wie Gold glänzend’, heute vor allem in übertragenem Sinne ‘reizend, lieb, nett’ (um 1700), in der älteren Bergmannssprache ‘goldhaltig’ (16. Jh.). Goldfisch m. goldglänzender Zierfisch, ‘Goldkarausche’, in Wörterbüchern seit dem 15. Jh. gebucht. Goldkäfer m. goldgrüner, metallisch glänzender Käfer (15. Jh.). Goldlack m. halbstrauchartiger Kreuzblütler mit wohlriechenden goldgelben bis dunkelbraunen Blüten (18. Jh.). Goldwaage f. ‘Feinwaage für Edelmetall’ (14. Jh.), oft in der Wendung ein Wort, Worte auf die Goldwaage legen ‘das Gesagte genau prüfen, übergenau nehmen’ (seit frühnhd. Zeit).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ganz) reizend · ↗allerliebst · ↗herzallerliebst · ↗herzig · ↗puppig · ↗wonnig · zum Knuddeln  ●  ↗niedlich  Hauptform · ↗süß  emotional · goldig  ugs. · ↗putzig  ugs. · ↗schnatz  ugs., regional · ↗schnuckelig  ugs. · zum Abknutschen  ugs. · zum Anknabbern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
drollig · goldig · ↗knuddelig · ↗knuffig · ↗niedlich · ↗possierlich  ●  ↗putzig  ugs. · ↗süß  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussicht Engel Frauchen Haar Humor Kerl Licht Lächeln Mädel Schimmer glänzen glänzend lieb lächeln schimmernd süß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›goldig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gar nicht goldig ist es im Irak ums literarische Leben bestellt.
Der Tagesspiegel, 05.10.2004
Du bist doch die liebe gute Mutter meiner goldigen Frau. Dir habe ich immer Dank zu sagen.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 01.06.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Sie haben eine liebe goldige Frau und ein Kind und das Leben.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 26.01.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Goldig, rostbraun, purpurrot prasselte der Regen der Blätter auf mich herab.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 72
Auch die Menschen, die man anschaut, werden deutlicher, interessanter, schöner - goldiger eben.
Die Zeit, 20.03.2000, Nr. 12
Zitationshilfe
„goldig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/goldig>, abgerufen am 23.10.2019.

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