gondeln

GrammatikVerb · gondelt, gondelte, ist/hat gegondelt
Aussprache
Worttrennunggon-deln (computergeneriert)
GrundformGondel
Wortbildung mit ›gondeln‹ als Letztglied: ↗abgondeln · ↗angondeln · ↗entlanggondeln · ↗heimgondeln · ↗hereingondeln · ↗hergondeln · ↗herumgondeln · ↗hinübergondeln · ↗umhergondeln · ↗weggondeln · ↗weitergondeln
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
in einer Gondel rudern
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’, mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
wir sind, haben dort gegondelt
2.
salopp, scherzhaft sich (laufend, fahrend) vorwärtsbewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
sie gondelten zusammen in der Stadt, quer durch Berlin, durch die Straßen, von Station zu Station
ob man das schöne Wetter nicht ausnutzen sollte, um einmal irgendwohin zu gondeln [AndresHochzeit117]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gondel · gondeln · Gondoliere
Gondel f. ‘langes, schmales venezianisches Ruderboot mit hochgezogenem Vorder- und Hintersteven, Nachen’, im 16. Jh. aus venezian.-ital. gondola entlehnt, anfangs oft als Deminutivform angesehen und mit Gundelle, Gündelein, Gundole u. ä. wiedergegeben; um die Mitte des 17. Jhs. setzt sich Gondel durch. Die Herkunft des venezian. Wortes ist nicht geklärt. Erwogen wird eine Entlehnung aus byzant.-griech. kontū́ra (κοντοῦρα) ‘kleines Boot’, abgeleitet von kóntūros (κόντουρος) ‘kurzschwänzig’, das mit dem Deminutivsuffix ital. -ola versehen ist. Gondel wird auf den anfangs bisweilen nachenähnlichen ‘Tragkorb am Freiballon’ (2. Hälfte 18. Jh.), von da auf den ‘Fahrgastraum’, das ‘Motorengehäuse des Luftschiffes’ (2. Hälfte 19. Jh.) und die ‘Kabine der Drahtseilbahn’ (1. Hälfte 20. Jh.) übertragen. gondeln Vb. ‘in einer Gondel rudern, Kahn fahren’ (Anfang 19. Jh.), umgangssprachlich auch ‘sich gemächlich (laufend, fahrend) vorwärtsbewegen’ (2. Hälfte 19. Jh.; von Berlin ausgehend). Gondoliere m. ‘Gondelführer’, Übernahme (18. Jh.) von gleichbed. ital. gondoliere (abgeleitet von ital. gondola, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
tingeln · ↗tuckern  ●  gondeln  ugs. · ↗gurken  ugs., salopp · ↗juckeln  ugs., salopp · ↗kutschieren  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bus Gegend Seilbahn Weltgeschichte her herumgondeln hin hinauf

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gondeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur war der Newsletter auch dort durch die Computer gegondelt.
Die Zeit, 23.12.1994, Nr. 52
In ungefähr zehn Meter Höhe gondelte er ohne Gas über den Platz.
Lochner, Rudolf: Gulle, Rammkeil und Muck. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 214
In gut 20 Minuten gondelt sie zur Bergstation in knapp 1800 Metern.
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2000
Im Heißluftballon gondelte man schon um die vorletzte Jahrhundertwende in 80 Tagen um die Welt.
Bild, 05.09.2001
Urtümliche Quallen, die schamlos ihr Innenleben offenbaren, gondeln träge an unserem Boot vorbei.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 210
Zitationshilfe
„gondeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gondeln>, abgerufen am 18.11.2019.

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