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gottgläubig

Grammatik Adjektiv
Nebenform gottesgläubig
Aussprache 
Worttrennung gott-gläu-big
Wortzerlegung Gott gläubig, Gottesglaube -ig
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
veraltet fromm, gottesfürchtig; Gott vertrauend
2.
nazistisch in der rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus   ohne Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft an Gott glaubend

Verwendungsbeispiele für ›gottgläubig‹, ›gottesgläubig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch die gottgläubigen Colleges wehren sich gegen den Ruf – der ihnen lange anhaftete – sie seien akademisch minderwertig. [Die Zeit, 17.07.2000, Nr. 29]
Der Professor mag rachsüchtig sein, aber er ist sicherlich ein gottgläubiger Pate. [Süddeutsche Zeitung, 19.07.2002]
Er ist ein gottgläubiger Mann, der dem unmoralischen Treiben, das im Weißen Haus unter Clinton außer Kontrolle geraten war, ein Ende gesetzt hat. [Der Tagesspiegel, 29.08.2004]
In der jüdischen Synagoge ehre ich den ältesten Tempel der gottgläubigen Menschheit. [Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8920]
Seit 1936 war die konfessionelle Nomenklatur in Deutschland um den Begriff »gottgläubig« erweitert. [Nowak, Kurt: Kirche und Religion. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 479]
Zitationshilfe
„gottgläubig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gottgl%C3%A4ubig>.

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