gottlob

GrammatikAusruf
Aussprache
Worttrennunggott-lob
eWDG, 1969

Bedeutung

drückt Erleichterung aus
Beispiele:
der Junge blieb gottlob unverletzt
Gottlob, dachte er, bin ich nicht der einzige, der diesen Irrtum beging, es waren viel Klügere darunter, gottlob [Kellerm.Totentanz11]
Die Gefahr, meint er ... sei – gottlob – vorübergegangen [Th. Mann11,203]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gott · Göttin · vergöttern · Gottheit · göttlich · Gottesdienst · Gottesfurcht · gottesfürchtig · Gotteshaus · gottlob · gottlos · Gottlosigkeit
Gott m. (in polytheistischen Religionen) übermenschliches, (in monotheistischen Religionen) höchstes, übernatürliches Wesen, von dem sich der religiöse Mensch seinem Glauben gemäß abhängig fühlt, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. got, asächs. aengl. engl. mnl. nl. god, anord. goð, guð, schwed. gud, got. guþ weisen auf germ. *guða- ‘Gott, Gottheit’, im Plur. ‘Schicksalsmächte’, das als Neutr. für männliche und weibliche Gottheiten gilt. Unter christlichem Einfluß wird das Genus mask., und das Substantiv bezeichnet im gesamten germ. Sprachbereich den ‘Christengott’. Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Allgemein führt man germ. *guða- auf ein mit -to- gebildetes Part. Perf. ie. *g̑hū̌to- ‘angerufen’, zur Wurzel ie. *g̑hau-, *g̑hau̯ə- ‘rufen, anrufen’, zurück, so daß die substantivierte Form ie. *g̑hū̌tom als ‘das (durch Zauberwort) angerufene oder berufene Wesen’ zu deuten wäre; vgl. dazu aind. hávatē ‘ruft (an, herbei)’, hūtá- ‘angerufen, herbeigerufen’, puruhūtá- ‘von vielen angerufen’ (als Beiname Indras in den Veden), griech. kauchā́sthai (καυχᾶσθαι) ‘sich rühmen, prahlen’, air. guth ‘Stimme’, gall.-lat. gutuater ‘gallischer Priester’, wohl aus *g̑hutupətēr ‘Vater (d. h. Meister) des Anrufs (an Gott)’, lit. žavė́ti, lett. zavēt ‘zaubern’, aslaw. zъvati, russ. zvat’ (звать) ‘rufen’. Eine andere Deutung knüpft germ. *guða- als ‘das (Wesen), dem geopfert wird’ an die Wurzel ie. *g̑heu- (s. ↗gießen) an, mit einem im Germ. allerdings nicht belegten Bezug auf das Trankopfer. Göttin f. ‘weibliche Gottheit’, ahd. gutin, gutinna (um 1000), mhd. gotinne, gotin, gotīn, seit dem 14. Jh. umgelautet göt(t)in. vergöttern Vb. ‘zu einem Gott, göttlich machen, wie einen Gott behandeln, hoch verehren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu frühnhd. göttern, gottern ‘Gott weihen’ (16. Jh., Luther ‘göttlich machen, göttliche Art verleihen’); daneben frühnhd. gotten, götten ‘vergöttlichen, ein Gott werden, zu einem Gott erklären’, mhd. goten und frühnhd. vergotten ‘zu einem Gott machen, göttliche Verehrung erweisen’, mhd. vergoten ‘göttlich machen, in Gott verwandeln’; Ableitungen vom Substantiv. Gottheit f. ‘als Gott verehrtes Wesen, Göttlichkeit, Gott’, ahd. got(a)heit (um 1000), mhd. got(e)heit, mnd. gothēt, mnl. godheit, nl. godheid, aengl. godhād, engl. godhead. göttlich Adj. ‘Gott betreffend, von Gott kommend, einem Gott ähnlich, herrlich, wunderbar’, ahd. got(a)līh (8. Jh.), mhd. got(e)lich, göt(e)lich, göttelich, mnd. gȫdelīk, mnl. god(d)elijc, nl. goddelijk, aengl. godlic, engl. godly, anord. guðligr. Gottesdienst m. ‘gemeinsame Verehrung Gottes durch die Gemeinde, Anbetung Gottes’, mhd. gotsdienst, Zusammenrückung aus der schon ahd. bezeugten Genitivverbindung zi gotes thionōste (9. Jh.). Gottesfurcht f. ‘Ehrfurcht vor Gott’ (Ende 15. Jh.), Zusammenrückung der seit ahd. Zeit als Übersetzung von lat. timor deī bestehenden Genitivverbindung gotes forhta (um 1000). gottesfürchtig Adj. ‘von Ehrfurcht vor Gott erfüllt’ (17. Jh.), älter mhd. gotevorhtec; vgl. ahd. gotafor(a)htal (9. Jh.). Gotteshaus n. ‘Kirchengebäude, Tempel’, ahd. goteshūs (Hs. 12. Jh.), mhd. gothūs, got(e)shūs, frühnhd. Gothaus, im 17. Jh. Gotteshaus; vgl. die Genitivverbindung ahd. gotes hūs (9. Jh.) und got. gudhūs. gottlob Interjektion Ausruf der Erleichterung; aus Fügungen wie ahd. gilobōt sī got (um 1000), mhd. dem gote sī lop, nhd. Gott sei Lob (16. Jh.) entwickelt sich die Kurzform mhd. gote lop, zusammengerückt mhd. gotelop, -lob. gottlos Adj. ‘Gott leugnend, nicht achtend, ruchlos’, mhd. gotlōs (vereinzelt), geläufig seit Anfang des 16. Jhs.; vgl. anord. goðlauss, got. gudalaus; Gottlosigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(es) ist ein Glück (dass) · dem Himmel sei Dank · ↗glücklicherweise · gottlob  ●  (Dem Herrn) sei's getrommelt und gepfiffen.  scherzhaft, variabel · zum Glück  Hauptform · Gott sei Dank  ugs.
Assoziationen
  • angenehmerweise · zu jemandes (großer) Freude  ●  ↗erfreulicherweise  Hauptform · coolerweise  ugs.
  • (ein) Glück · ↗(ein) Gottesgeschenk · (ein) unverdientes Glück · ↗(eine) Gnade · (eine) wundersame Fügung · (etwas) hätte nicht besser sein können · (jemand) hätte es nicht besser treffen können · Fügung des Schicksals · ↗Glücksfall · Güte des Schicksals · ↗Segen · glückliche Fügung · glückliche Umstände · glücklicher Umstand · glücklicher Zufall · günstige Umstände  ●  (etwas) hätte nicht besser laufen können  variabel · Geschenk des Himmels  ugs.
  • ohne es (wirklich / eigentlich) verdient zu haben · ohne, dass es gerechtfertigt wäre · ungerechtfertigterweise · ↗unverdienterweise  ●  ↗unverdientermaßen  Hauptform
  • (noch einmal) Glück gehabt · glücklich davonkommen  ●  (noch einmal) Schwein gehabt  ugs.
  • (es) hätte nicht viel gefehlt (und ...) · (wohl) einen Schutzengel gehabt haben · Glück im Unglück haben · glimpflich ausgehen · glimpflich davonkommen · keinen größeren Schaden nehmen  ●  mit einem blauen Auge davonkommen  fig. · noch einmal Glück gehabt haben  ugs.
  • (sich) glücklich schätzen (können) · von Glück reden können  ●  (jemand) soll froh sein  ugs.
  • (auf etwas) gut verzichten können · (einer Sache) keine Träne nachweinen · froh sein, dass etwas vorbei ist · heilfroh sein (dass)  ●  (bestimmt) nicht traurig sein (dass / wenn)  ugs. · (etwas ist) kein großer Verlust  ugs. · drei Kreuze machen  ugs., fig.
  • dankenswerterweise · wofür (wir ihm/ihr) alle sehr dankbar sind · zu unserem großen Dank
  • erleichtert (sein) · ↗heilfroh (sein)  ●  ↗aufatmen (können)  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

rechtzeitig selten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gottlob‹.

Zitationshilfe
„gottlob“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gottlob>, abgerufen am 10.12.2019.

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